100 Jahre Volkshochschule Charlottenburg

Ausstellung und Fest am 10.6.2005

Die Volkshochschule City West feierte am Freitag, dem 10.6.2005, ihr 100jähriges Jubiläum in ihrem Haus an der Pestalozzistr. 40/41. Das Hoffest dauerte von 12.00 bis 20.00 Uhr mit Programm, Infoständen, Spezialitäten aus Frankreich, Spanien, Thailand, Italien und Iran, Kaffee und Kuchen, Getränken und Cocktails.
1905 wurde nicht nur das Rathaus Charlottenburg in Betrieb genommen, sondern auch die Volkshochschule eröffnet. Bereits seit 1901 hatte die Technische Hochschule Charlottenburg, die heutige TU Berlin, Fortbildungskurse für Arbeiterinnen und Arbeiter angeboten, und seit 1905 veranstaltete auch der Charlottenburger Magistrat Arbeiterfortbildungskurse – in der Aula der damaligen I. Gemeindeschule in der Pestalozzistraße 89/90, unweit des heutigen Domizils der Volkshochschule.
Diese Form der Erwachsenenbildung war in der damaligen Zeit beispielhaft. 5 Jahre später, 1910, beklagte der SPD-Abgeordnete Karl Liebknecht im Reichstag das Fehlen jeder staatlichen Initiative im Bereich der Volkshochschulbewegung, wie sie in anderen Ländern, zum Beispiel in Schweden bereits selbstverständlich war. Charlottenburg war also seiner Zeit weit voraus.
Teilnahmeberechtigt waren zunächst nur männliche Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet hatten. Erst ab dem Sommersemester 1913 wurde auch Frauen die Teilnahme an Kursen gestattet. Im Gegensatz zur Technischen Hochschule waren die Kurse der Stadt unentgeltlich.
In ihr heutiges Haus an der Pestalozzistraße ist die Volkshochschule erst 1980 eingezogen. Das Haus wurde 1895 als 13. und 14. Gemeindeschule Charlottenburg eröffnet. Nachdem in den 70er Jahren noch eine Filiale des Friedrich-Fröbel-Hauses hier untergebracht war, plante man Ende der 70er Jahre, das vorhandene, fast 100 Jahre alte Gebäude komplett abzureißen und durch einen für die Volkshochschule geeigneten Neubau zu ersetzen, aber da diese Vorhaben nicht finanziert werden konnten, zog schließlich 1980 die Volkshochschule Charlottenburg ein, und das Gebäude wurde schrittweise bis 1996 grundinstandgesetzt. Besonders aufwändig war die Restaurierung der Aula. Die Volkshochschule hat ihren festen Standort bis heute behalten.