Europa in Charlottenburg-Wilmersdorf

Charlottenburg-Wilmersdorf – pulsierende und kreative City West mitten in Berlin, mitten in Europa. Sitz von Universitäten und Kultureinrichtungen mit europaweiter Ausstrahlung, Zuhause für über 35.000 EU-Mitbürger*innen. Europa ist Teil unseres Alltags – in den Begegnungen mit unseren Mitmenschen, in Kultur, Küche und Sport: britische Rockmusik in der Waldbühne, italienische Arien an der Deutschen Oper, französische Dramen an der Schaubühne, spanische Malerei im Museum Berggruen, kroatische Weine auf der Grünen Woche, slowakischer Offensivgeist im Olympiastadion … Europas Vielfalt bereichert unser Leben.

Und auch in anderer Hinsicht profitieren wir von Europa: Allein seit 2014 sind EU-Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe an im Bezirk ansässige Institutionen gegangen – nicht zuletzt für Projekte, die die bezirkliche Infrastruktur stärken, die einheimische Wirtschaft fördern und lokale Beschäftigungspotenziale erschließen. Finanzielle Unterstützung erhalten zudem transnationale innovative Forschungsvorhaben z. B. der TU Berlin, die die Idee Europas mit Leben füllen: über Grenzen hinweg ähnliche Herausforderungen gemeinsam zu lösen. Ein besonderes Augenmerk des Bezirksamts liegt in diesem Kontext auf Themen der Nachhaltigkeit.

Aktuelles:

Veranstaltungskalender
Bild: a_korn / Fotolia.com
  • Lesungen zu Europa: Gemeinsam mit den Berliner Bezirken veranstaltet die Senatsverwaltung für Kultur und Europa die Lesereihe “Europa – deine Geschichten” in den Bezirksbibliotheken. Am 28. November liest Emilia Smechowski in der Steglitzer Ingeborg-Drewitz-Bibliothek aus ihrem Buch “Rückkehr nach Polen – Expeditionen in mein Heimatland”. Der Eintritt ist frei.
  • Europakalender: Weitere Veranstaltungen mit Europabezug in Berlin finden Sie im Europakalender der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
  • LoGo! Europe – Auf nach Europa! Auch im Herbst 2019 hospitieren Mitarbeiter*innen des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf für mehrere Wochen in den Verwaltungen anderer europäischer Städte, dieses Jahr in Glasgow, Istanbul und Palermo. Hier berichten sie ganz aktuell von ihren Eindrücken.

Grundsätzliches:

Europa-Karte mit Flaggen in einer Globusansicht
Bild: denrud/Depositphotos.com
  • Was hat die EU je für mich getan? Antworten finden Sie in der Reihe Good news from Brussels der Europäischen Akademie Berlin.
  • Welche Länder sind Mitglieder der EU? Was bedeutet eigentlich „Binnenmarkt“ und welche Vor- und Nachteile hat er? Wer vertritt Berliner Interessen in der EU? Antworten auf diese und 27 weitere Fragen finden Sie in der Broschüre Kurz und knapp: Fragen und Antworten zur Europäischen Union des Europe Direct Informationszentrums Berlin.
  • Lernecke der Europäischen Kommission mit Lern- und Lehrmaterial und dem Quiz Die EU & ICH. Testen Sie Ihr Wissen!

Aufgaben des Europabeauftragten:

Die Europäische Union Flagge CE-Zeichen
Bild: NiroDesign / Depositphotos.com

Ziel des Europabeauftragten ist es, Europa im Bezirk sichtbar und erfahrbar zu machen – zu zeigen, welchen konkreten Mehrwert es den Menschen bringt.

Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählt es deshalb, für Europa zu sensibilisieren, zu informieren und zu beraten – zu aktuellen Entwicklungen wie auch zu Fördermöglichkeiten. Die unterstützende Begleitung von Projekten, mit denen EU-Förderprogramme für den Bezirk nutzbar gemacht werden, ist dabei ein wesentlicher Baustein. Der Europabeauftragte wirkt nach innen (Bezirksverwaltung) wie nach außen (allgemeine Öffentlichkeit) und steht allen interessierten Bürger*innen und Akteuren im Bezirk als Ansprechpartner zur Verfügung.

Intern zeichnet der Europabeauftragte zudem für die Umsetzung des bezirklichen Maßnahmekonzepts zur Stärkung der Europakompetenz in der Verwaltung verantwortlich, u. a. für das Projekt LoGo! Europe, das Mitarbeiter*innen des Bezirksamts mehrwöchige Hospitationen in den Verwaltungen anderer europäischer Städte ermöglicht. Hierzu wie auch zu anderen Themen kooperiert er mit den Europabeauftragten der übrigen elf Berliner Bezirke in der Landesarbeitsgemeinschaft der EU-Beauftragten.

Der Europabeauftragte ist beim Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt angesiedelt.

Institutionen (Auswahl):

Das EDIC Berlin – Teil des europaweiten Europe-Direct-Informationsnetzwerks, das sich als Schnittstelle zwischen der EU und ihren Bürger*innen versteht – bietet Information und Beratung sowie Veranstaltungen und Vorträge rund um Europa in Berlin und umgekehrt. Betrieben wird es, im Auftrag der Europäischen Kommission, von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung, zu finden im Amerika Haus in der Hardenbergstraße im Ortsteil Charlottenburg.

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Unter dem Motto „Europa verstehen, Europa gestalten“ führt die gemeinnützige und überparteiliche Bildungseinrichtung Seminare, Konferenzen und andere Veranstaltungen zu europäischen Themen durch. Im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stehen dabei u. a. internationale Begegnung, Europapolitik in der Praxis und Europa in der Schule. Die Akademie befindet sich in der Bismarckstraße im Ortsteil Grunewald.

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Das IEP agiert an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik, Verwaltung und europäischer Bildung: Ziel des Instituts ist es, durch die interdisziplinäre wissenschaftliche Analyse europäischer Themen und die Erarbeitung politischer Handlungsoptionen die europäische Einigung zu fördern. Forschungsvorhaben, Gesprächsforen und Publikationen dienen ihm dazu ebenso wie die Durchführung von Ausbildungsprogrammen. Seinen Sitz hat das IEP in der Bundesallee im Ortsteil Wilmersdorf.

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Auf Initiative europäischer Filmemacher 1989 gegründet, zählt die EFA heute rund 3.600 Filmschaffende zu ihren Mitgliedern. Gemeinsames Ziel ist die Förderung der europäischen Filmkultur. Die EFA mit Sitz am Kurfürstendamm verleiht jährlich den Europäischen Filmpreis, der alle zwei Jahre im Haus der Berliner Festspiele vergeben wird und das Who is Who des europäischen Films in den Ortsteil Wilmersdorf zieht. Zudem vergibt die Akademie jedes Jahr den EFA Young Audience Award.

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Gleich sechs Kinos im Bezirk gehören zu Europa Cinemas, dem europaweiten Filmtheater-Netzwerk zur Förderung des europäischen Films. Das heißt: Sie zeigen einen festgelegten Mindestanteil von europäischen, nichtdeutschen Filmen in ihrem Programm und erhalten hierfür finanzielle Förderung durch die EU. Im Ortsteil Charlottenburg sind dies Cinema Paris, Delphi Filmpalast, Delphi LUX, Filmkunst 66 und Kant Kino, im Ortsteil Wilmersdorf das Bundesplatz-Kino.

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Die SESB sind staatliche Schulen mit zweisprachigem Unterricht. Ausländische Schüler*innen lernen so die Sprache ihrer Eltern weiter, deutsche Kinder durch die gleichberechtigte Stellung der anderen Sprache (Partnersprache) diese natürlich und tiefgehender. Nach dem Grundsatz der Parität sind Stundenplan wie auch Zusammensetzung der Klasse und des Kollegiums zu je 50 % deutsch und 50 % partnersprachlich. Mit dem Erlernen der Partnersprache sind zugleich soziale Erfahrungen und kulturelle Aktivitäten verbunden, durch die die Schüler*innen Einblick in die Kultur der jeweils anderen Sprache erhalten und interkulturelle Kompetenzen entwickeln.

In Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es insgesamt neun SESB:

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EU-Förderung im Bezirk:

Europäische Fördergelder stammen aus dem Haushalt der EU, der für sieben Jahre gilt, aktuell für den Zeitraum 2014-2020. Aus Sicht des Bezirks lassen sich grundsätzlich zwei relevante Arten von EU-Förderung unterscheiden:

Die großen Strukturfonds der EU – allen voran der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und der Europäische Sozialfonds (ESF) – dienen der sogenannten Kohäsionspolitik: Um den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt innerhalb der EU zu stärken, bemüht sich die EU darum, die Unterschiede im Entwicklungsstand ihrer Regionen zu verringern. Deshalb fördert sie die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, eine nachhaltige Entwicklung oder die Verbesserung der Lebensqualität der Bürger*innen – auch in vergleichsweise stärker entwickelten Regionen wie Berlin. Insgesamt 850 Millionen Euro fließen so zwischen 2014 und 2020 aus EFRE und ESF in die deutsche Hauptstadt, auch nach Charlottenburg-Wilmersdorf.

Verwaltet werden die Mittel dabei vom Land Berlin: EFRE und ESF teilen sich in zahlreiche unterschiedliche Instrumente auf, aus denen Förderung beantragt werden kann. Definiert sind diese Förderinstrumente für jeden Fonds in einem Operationellen Programm (OP), wobei mit Blick auf die föderale Struktur und länderspezifische Bedarfe Bund und Länder ihre eigenen OP haben. An der Entwicklung der beiden OP in Berlin waren nicht nur die Verwaltungen auf Senats- und Bezirksebene, sondern auch Wirtschafts- und Sozialpartner sowie Projektträger beteiligt. Entsprechende Mittel können also je nach Projekt sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene beantragt werden – in Berlin sogar auf Bezirksebene, etwa die ESF-Förderinstrumente Partnerschaft – Entwicklung – Beschäftigung und Lokales Soziales Kapital. In der Regel decken EFRE oder ESF 50 % der Ausgaben in einem Projekt ab. Zusätzliche Förderung aus Bundes- und Landesprogrammen ist möglich.

In Charlottenburg-Wilmersdorf erlaubte es EFRE-Förderung z. B. dem rbb, auf seinem Gelände an der Masurenallee eine eigene umweltfreundliche Energiezentrale zu errichten. Auch die energetische Sanierung des Schillertheaters an der Bismarckstraße verdankt sich Fördermitteln aus dem EFRE. Aus ESF-Mitteln kofinanziert werden die Angebote des Career & Transfer Service Center der Universität der Künste an der Hardenbergstraße, das bei der erfolgreichen Positionierung in der Kultur- und Kreativwirtschaft und Fragen zur Existenzgründung und -sicherung hilft. Die vom ESF unterstützten Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen des Vereins Raupe & Schmetterling – Frauen in der Lebensmitte helfen Frauen bei der beruflichen Orientierung und dem (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt.

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Im Unterschied zu den Strukturfonds werden Fördermittel in den Aktionsprogrammen direkt durch die Europäische Kommission vergeben – auf Basis wiederkehrender europaweiter Aufrufe zur Einreichung von Projektvorschlägen. Nationale Quoten sind dabei nicht vorgesehen. Aktionsprogramme haben jeweils einen thematischen Fokus: Bekannt ist z. B. Erasmus+ (Bildung, Jugend und Sport), das u. a. Auslandsaufenthalte von Studierenden fördert. Weitere wichtige Aktionsprogramme sind Horizont 2020 (Forschung und Innovation), LIFE (Umwelt), Kreatives Europa (Film und Kultur) oder Europa für Bürgerinnen und Bürger (europäisches Geschichtsbewusstsein und demokratisches Engagement).

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die beantragten Projekte einen europäischen Mehrwert aufweisen, z. B. durch die Zusammenarbeit mit Partnern aus anderen EU-Ländern. Ein weiteres Kriterium ist ein möglichst innovativer Ansatz. Nationale Kontaktstellen für jedes Aktionsprogramm beraten bei der Antragstellung. Gefördert werden – je nach Programm – bis zu 100 % der Projektausgaben.

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Übereinander liegende Ein-Euro-Münzen. Im Hintergrund sieht man die Europaflagge.
Bild: Eisenhans - Fotolia.com

Ob und wofür eine Institution EU-Fördermittel erhalten hat, können Sie im Finanztransparenzsystem der Europäischen Kommission recherchieren.

Eine erste Orientierung, welches EU- oder auch Bundes- bzw. Landesförderprogramm Ihre Projektidee finanziell unterstützen könnte, bildet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Und auch der Europabeauftragte hilft Ihnen natürlich gern weiter.