Informationsveranstaltung zum Wildbienenschutz

Hummel
In Deutschland gibt es 45 Hummelarten
Bild: Foto von macsony (SXC)

Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf!

Seit 2018 erproben die Deutsche Wildtier Stiftung und die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gemeinsam mit immer mehr Berliner Bezirken Maßnahmen zur Aufwertung öffentlicher Grün- und Freiflächen für bestäubende Insekten. Dabei dienen die Wildbienen als Schirmartengruppe, denn von ihrer Förderung profitieren viele weitere Arten.

Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie hier

Herr Schmid-Egger hat darüber hinaus im April ein Webinar zur Wildbienenförderung in Gemeinschaftsgärten gegeben. Den direkten Zugang finden Sie hier

Mehr Bienen für Berlin - Die Bestäuberflächen der Deutschen Wildtier Stiftung in Charlottenburg-Wilmersdorf

Forckenbeckstraße

Diese etwa 1500 Quadratmeter große Grünlandfläche in leichter Hanglage beinhaltete bereits vor Beginn der Aufwertungen ein vergleichsweise höheres Artenspektrum. Darunter befanden und befinden sich vereinzelt Magerkeitszeiger wie z.B. das Frühlings-Hungerblümchen oder das Silber-Fingerkraut und viele ruderale, jedoch als Blühangebot für Insekten bedeutsame Arten wie z.B. verschiedene Taubnesseln und die Luzerne. Diese Fläche konnte zumindest für das Jahr 2020 erfolgreich mit wertvollen Grünlandarten wie z.B. dem Wiesen-Salbei, diversen Flockenblumenarten, der Gewöhnlichen Schafgarbe oder der Zahnöhrchen-Margerite als auch sehr bestäuberfreundlichen ruderalen Arten wie z.B. der Wilden Möhre, der Gebräuchlichen Ochsenzunge oder der Nickenden Distel aufgewertet werden. Obendrein war es ein buntblühender Hingucker für jeden Besucher.

Impressionen der Bestäuberfläche in der Forckenbeckstraße 2020

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Friedenthal-Park

Im Friedenthal-Park wurden 2019 zwei Bestäuberflächen angelegt. Dabei ist insbesondere die Fläche magerer Ausprägung oberhalb der als Badewiese am Halensee genutzten Rasenfläche hervorzuheben. Hier wurde ein Streifen des Oberbodens in starker Hanglage abgetragen und mit zahlreichen buntblühenden Wildblumenarten ergänzt. So konnten zu der vormals von Schwingel und Graukresse dominierten Fläche Blühaspekte vielerlei Arten hinzugefügt werden wie z.B. von der Rispen-Flockenblume, der Nickenden Distel und dem Inkarnat-Klee. Aber auch seltene Arten wie die Heide-Nelke sind zerstreut aus den Ansaaten hervorgegangen.
Diese Fläche bot 2020 einen prächtigen Anblick und lockte ebenso viele bestäubende Insekten an.
Auf der zweiten Bestäuberfläche unterhalb der Erbacher Straße wurden dieselben Wildblumenarten, jedoch ohne vorherige Bodenabtragung, angesät. Zudem wurden zahlreiche frühblühende Geophyten wie z.B. die Wildform der Garten-Tulpe gesteckt. Diese sollen das für Insekten karge Nahrungsangebot im Frühjahr erweitern.

Impressionen der Bestäuberfläche im Friedenthal-Park 2020

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Hohenzollernplatz

Diese vormals ungenutzte und gut besonnte Fläche stellt einen breiten, grünen Mittelstreifen (durch welchen ein Fußgängerweg führt) zwischen zwei Straßen dar. Trotz hohen Besucheraufkommens, sichtbarer Hundenutzung und teilweiser Müllbelastung haben sich die Ansaaten im Jahr 2020 gut zu einer buntblühenden, ruderal geprägten Wiesenfläche entwickelt. So waren z.B. vor allem die Luzerne, der Gewöhnliche Natternkopf, die Nickende Distel und die Kornblumen gut vertreten.
Im März 2020 wurde eine Nistsäule für Wildbienen am Beginn der östlichen Teilfläche aufgestellt. Hier haben sich die ersten Wildbienen eingenistet. Es ist davon auszugehen, dass die Nistsäule in den kommenden Jahren einen hohen Ansturm an Wildbienen erleben wird, da der Wildbienenbestand im hiesigen Bereich recht gut ist. Um den Erfolg der Maßnahmen am Hohenzollernplatz zu verfolgen, wurde 2020 eine Wildbienen-Kartierung durchgeführt.

Impressionen der Bestäuberfläche am Hohenzollernplatz 2020

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Otto-Suhr-Allee

Diese gut besonnte Fläche befindet sich ebenfalls zwischen zwei (hier vielbefahrenen) Straßen. Da an dieser Stelle kein Gehweg durch die Fläche führt ist die Belastung durch Besucherverkehr oder Hundenutzung geringer. Die mehrfach durchgeführten Kartierungen 2020 zeigen, dass das Blühangebot für Insekten deutlich verbessert werden konnte wie z.B. mit der Kornblume, dem Gewöhnlichem Ferkelkraut, der Nickenden Distel, der Gewöhnlichen Wegwarte, dem Hasen-Klee und vielen weiteren Wildpflanzenarten.
Mitte August 2020 wurde, wie auch bei einigen der anderen Bestäuberflächen, eine erste Teilfläche gemäht (erste Staffelmahd). Das Mahdgut wurde anschließend eine Woche auf den Flächen belassen, damit sowohl weitere Samen ausfallen konnten, als auch Insekten aus dem Mahdgut in den nicht gemähten Teil abwandern konnten.
Durch die zunehmende Trockenheit der letzten zwei Jahre im Nordosten Deutschlands, und so auch in Berlin, wurde die zweite Teilfläche absichtlich nicht gemäht. Dies ist dadurch zu begründen, dass die Vegetation auf den gemähten Flächen anschließend nur schwach nachgewachsen ist. Ein wenig Vegetationsstruktur ist jedoch für ein gutes Mikroklima der Flächen vonnöten, damit im Winter Zufluchtsorte und Verstecke für Insekten und Vögel vorhanden sind und weiterhin im kommenden Frühjahr die neu heranwachsenden Wildblumen gut gedeihen können.
In den kommenden Jahren wird ausprobiert, welche Pflege-Regimes sich unter den neuen, trockneren Klimabedingungen für solche neu angelegten urbanen Bestäuberflächen eignen.

Impressionen der Bestäuberfläche in der Otto-Suhr-Allee 2020

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Park Ruhwald

Der Park Ruhwald umfasst eine Fläche von 25.000 Quadratmetern und enthält bereits wertvolle und geschützte Trockenrasenbiotope, Saumstrukturen als auch Gehölz- bzw. Baumbestände. Die Strukturvielfalt und ruhige Lage als auch das Vorhandensein von offenen Sandstellen auf den trockeneren Wiesenflächen bietet bereits vielen Wildbienenarten einen guten Lebensraum.
An zwei sonnigen Stellen wurden die dort durch Gräser und Graukresse -dominierten Wiesenflächen mit einer größeren Wildblumenvielfalt bereichert. So war der Blühstreifen in der Nähe des Parkeingangs im Juli 2020 vor allem durch die Gewöhnliche Schafgarbe, die Rispen-Flockenblume, die Heide-Nelke, die Graukresse und der Siegmarswurz geprägt. Bezüglich der zweiten Fläche ist aus botanischer Sicht hervorzuheben, dass z.B. einige Exemplare des Berg-Sandknöpfchens zu finden waren.

Impressionen der Bestäuberfläche im Park Ruhwald 2020

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Tegeler Weg

Die beiderseits der Mörschbrücke neu angelegten Bestäuberflächen sind von dieser aus gut einzusehen. Die Flächen umfassen 2700 Quadratmeter, befinden sich nahe des Spreeufers in sonniger Lage. Auf dem Standort wurden neue Abbruchkanten geschaffen und das Blühangebot für Insekten sollte durch Ansaaten verbessert werden. Dies führte im Jahre 2019 zu einem guten Erfolg mit dem Aspekt von ruderalen Hochstaudenfluren. 2020 fiel das Ergebnis leider etwas bescheidener aus. Nichtsdestotrotz gab es ein Nahrungsangebot für Insekten durch den Gewöhnlichen Natternkopf, viele Nachtkerzen und Königskerzen. Da auf diesen Flächen die Natternkopf-Mauerbiene vorkommt, soll diese im kommenden Jahr durch das Entstehen einer Brache gefördert werden. Brachen stellen aus naturschutzfachlicher Sicht wertvolle Lebensräume unter anderem für Insekten dar. Lediglich das Aufkommen der Pappelschößlinge soll unterbunden werden.

Impressionen der Bestäuberfläche am Tegeler Weg 2020

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Mehr Bienen für Berlin - neuer Vortrag

Was kann jede/r Einzelne zum Schutz von Wildbienen tun

Unter diesem Motto fanden 2018 bereits erste Informationsveranstaltungen in der Gartenarbeitsschule und im Rathaus des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf statt. 2019 werden ebenfalls die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte öffentliche Flächen bestäuberfreundlich umgestalten.

Die nächsten Termine für die Wildbienenvorträge im Rahmen des Berliner Bestäuberprojektes „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf“ erfahren Sie hier in Kürze.

Dr. Christian Schmid-Egger von der Deutschen Wildtier Stiftung wird aus dem faszinierenden Leben der Wildbienen berichten und Tipps geben, um Wildbienen im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu fördern und zu unterstützen. Zusätzlich erläutert er, wie man verschiedene Wildbienenarten erkennen kann. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie den Berliner Bezirken statt.
Falls Sie bereits in den letzten Monaten einen der berlinweiten Vorträge besucht haben, können sie trotzdem vorbeikommen. Herr Schmid-Egger hat seinen Vortrag vertieft. Er geht nun verstärkt auf die verschiedenen Wildbienenarten ein und gibt Tipps zu deren Bestimmung.

Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger:

Der Erhalt der biologischen Vielfalt auch für nachfolgende Generationen ist mir ein besonderes Anliegen. Bestäubende Insekten wie z.B. Wildbienen haben bei dem Erhalt der biologischen Vielfalt eine Schlüsselfunktion. Weil es in unserem Innenstadt-Bezirk nur wenige Flächen mit vielfältiger Tier- und Pflanzenwelt gibt, haben wir uns frühzeitig um eine Teilnahme an diesem Pilotprojekt „Mehr Bienen für Berlin“ bemüht. Ich würde mich freuen, wenn wir Viele motivieren könnten auch private Flächen im Sinne des Naturschutzes umzugestalten.

Wann: Neue Termine folgen in Kürze
Wo: Gartenarbeitsschule Ilse Demme
Dillenburger Straße 57
14199 Berlin
Zugang wegen Baumaßnahmen nur über Tor 2 (Wassermuseum)

Eintritt frei!
Um Anmeldung wird gebeten unter: wildbienen@dewist.de

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