Mobilitätspunkte - Carsharingplätze und Ladestationen

Abbildung eines Autos mit Stecker und Fahrer sowie Hinweis "Auf elektrisch umsteigen, aber keine Ladesäule in der Nähe? Jetzt Standorte für Mobilitätspunkte vorschlagen auf mein.berlin.de"

Wo sollten Mobilitätspunkte sein?

Sie können auf mein.berlin.de Orte für Mobilitätspunkte vorschlagen.

Bislang sind 180 Mobilitätspunkte vorgesehen – es werden bis auf Weiteres alle eingehenden Vorschläge berücksichtigt, bis 180 erreicht sind. Wenn Sie einen Vorschlag abgeben, wird das Bezirksamt diesen vor Ort besichtigen. Anschließend prüft das Bezirksamt, ob eine Umsetzung vor Ort grundsätzlich möglich ist, den Vorschlag eventuell ein wenig an einen besser geeigneten Ort verschieben und anschließend in die nächsten Ausschreibungen für interessierte Unternehmen aufnehmen. Wenn Unternehmen Interesse haben wird anschließend der Vorschlag umgesetzt.

Vorschläge, die mit Hilfe der Abstimmungsfunktion besser als Andere bewertet werden, werden vorrangig behandelt.

Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf nimmt ebenfalls Vorschläge für Mobilitätspunkte entgegen: Mobilitätspunkte im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Familie als Scherenschnitt

Nützlichkeit

“Ich kann jederzeit, insbesondere wenn Bus und Bahn nicht ausreichen, auf ein Auto zurückgreifen, ohne ein eigenes Auto besitzen und betreiben zu müssen.”

“Ich habe eine Auswahl verschiedener Verkehrsmittel verfügbar, die zu verschiedenen Transportbedürfnissen passen, und muss nicht mehr alles mit einem Auto erledigen, auch wenn ein kleineres Fahrzeug genügt.”

“Ich finde mit besserer Wahrscheinlichkeit eine Abstellmöglichkeit, wenn ich mit einem geliehenen Fahrzeug in meinen Kiez nach Hause fahre.”

“Ich kann für meine Fahrten ein besonders umweltfreundliches Verkehrsmittel wählen.”

“Ich kann gelegentlich auf ein Auto zurückgreifen und dessen Vorteile nutzen, auch wenn ich mir Besitz und Betrieb eines eigenen Autos gar nicht leisten kann.”

“Ich kann sofort auf mehr Fahrräder/Roller zurückgreifen als ich selber habe, um mit meinen Gästen gemeinsame Touren zu unternehmen.”

“Ich kann mein Auto abschaffen oder brauche wenn es kaputt geht kein Neues kaufen, weil ich die Sicherheit und das gute Gefühl habe, trotzdem jederzeit überallhin fahren zu können wenn’s sein muss.”

Mobilitätsstation am Münchner Zenettiplatz, mit zwei Carsharingfahrzeugen, umfangreichenn Hinweisschildern und Bodenmarkierungen

Beispiel für einen Mobilitätspunkt aus anderen Städten - hier am Zenettiplatz in München

Projektinhalt

Was?

Mobilitätspunkte sind reservierte Parkplätze für Carsharing und Elektroladestationen, um eine komfortable und zuverlässige Alternative zum Verbrenner-PKW für die Anlässe zu bieten, bei denen Bus, Bahn und Fahrrad nicht ausreichen. Deshalb sind die Mobilitätspunkte in den Wohngebieten – damit sie genau so gut erreichbar sind wie ein eigenes Auto.

An Mobilitätspunkten können Carsharing-Autos geparkt und abgeholt werden. An einigen Mobilitätspunkten sind zusätzlich Elektroautoladestationen, die auch von elektrischen Privat-PKW genutzt werden können. Weitere Mobilitätsangebote, beispielsweise Leihfahrräder, sollen mit der Zeit dazukommen.

Warum?

Viele Menschen sehen die Notwendigkeit zur Änderung unseres Verkehrsverhaltens und würden gern ihren Teil dazu beitragen, indem sie auf das private Auto verzichten oder auf ein E Auto umsteigen. Doch die Rahmenbedingungen dafür sind noch nicht gut genug und halten viele Menschen von der Entscheidung ab. Insbesondere die Sorge, nach der Abschaffung des eigenen Kraftfahrzeugs mit Verbrennungsmotor bei der Nutzung von Carsharing oder E-Auto keine ausreichenden Angebote an Fahrzeugen oder Ladestationen im Umfeld zu finden, stellt eine wesentliche Hemmschwelle dar. Das Bezirksamt fördert daher den Ausbau.

Zusätzlich herrscht in vielen innerstädtischen Kiezen des Bezirks ein starker Parkdruck, verursacht durch hohen Privat-PKW-Besitz. Stichproben ergeben, dass nur ein geringer Teil dieser Fahrzeuge täglich bewegt wird. Alle seltener bewegten Fahrzeuge kommen für den Ersatz durch Carsharing in Frage. Dies ist ein Beitrag zur Reduktion des Parkdrucks, des Parksuchverkehrs und zur Verbesserung des Stadtbildes.

Ein Carsharingfahrzeug ersetzt mittelfristig mehrere Privat-PKW. Unterschiedliche Untersuchungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, überwiegend liegen die Ersetzungsquoten aber mindestens bei 1:3, das heißt, ein Carsharingfahrzeug ersetzt mindestens drei Privat-PKW. Die Schaffung eines hochwertigen und attraktiven Carsharingangebotes kann daher mittelfristig eine deutliche Reduktion der Anzahl an Privat-PKW hervorrufen.

Für wen?

Das Angebot steht für alle Interessierten im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zur Verfügung. Um die Angebote zu nutzen, müssen jeweils Verträge direkt mit den Carsharing- oder Ladestromanbietern geschlossen werden.

Wer macht’s?

Das Bezirksamt koordiniert die Angebote und erstellt laufend Ausschreibungen, die sich an Mobilitätsanbieter richten. Die Anbieter können sich darauf bewerben und dann ihre Angebote bereitstellen. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen – Details sind in den Ausschreibungen aufgeführt (werden hier veröffentlicht).

Wie sehen Mobilitätspunkte aus?

Anfangs gibt es zwei unterschiedliche Arten von Mobilitätspunkten.

Mobilitätspunkte für stationsgebundenes Carsharing

Stationsgebundenes Carsharing bedeutet, dass das Auto vorab reserviert werden muss, dann aber auch garantiert verfügbar ist – genau wie das eigene Auto. Das Fahrzeug muß nach der Nutzung wieder an den Ausgangspunkt zurückgebracht werden. Das eignet sich beispielsweise für Großeinkäufe oder Ausflüge ins Umland.

Ein Mobilitätspunkt für stationsgebundenes Carsharing besteht aus einem für das Carsharingfahrzeug reservierten Parkplatz mit Hinweisschild. An einigen dieser Mobilitätspunkte wird eine Ladestation für Elektro-Fahrzeuge installiert. Die Ladestation hat zwei Anschlüsse – einer ist für das dann elektrische Carsharingfahrzeug, der andere Anschluß ist ganz normal öffentlich zugänglich. In diesem Fall gibt es einen zweiten reservierten Parkplatz, der nur für ladende E-Fahrzeuge reserviert ist.

Mobilitätspunkte für Freefloating-Carsharing

Freefloating-Carsharing bedeutet, dass das Carsharingfahrzeug nicht an den Ausgangspunkt zurückgebracht werden muß und nicht langfristig im Voraus reserviert werden kann. Die Fahrzeuge können überall in der Stadt abgestellt werden.

Ein Mobilitätspunkt für Freefloating-Carsharing besteht aus einem für Carsharing reservierten Parkplatz. Dieser kann von Carsharingfahrzeugen aller Unternehmen genutzt werden, wenn er frei ist.

Bisher ist nicht viorgesehen, dort Ladestationen zu installieren. Ladebedürftige Freefloating-Carsharingfahrzeuge können dafür an der öffentlich zugänglichen Seite der anderen Mobilitätspunkte abgestellt werden, oder einfach wie bisher an Ladestationen.

Rechtlicher Hintergrund

Das Berliner Energiewendegesetz hält die Bezirke dazu an, eigene Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen durchzuführen (§ 9 EWG Berlin). Die Reduktion von Fahrten von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotorantrieb trägt zur Reduktion der Treibhausgasemissionen stark bei und ist damit eine Maßnahme nach §9 EWG.

Die Reservierung der Carsharingplätze kann orts- und nachfrageabhängig auf ein betreibendes Unternehmen begrenzt werden (für stationäres Carsharing mit Rückkehr des Fahrzeugs zum Ursprungsort) oder für alle Carsharingunternehmen frei sein (zur Nutzung im Freefloating-Modell). Bei stationärem Carsharing wird die Auswahl des privilegierten Unternehmens analog zu den Regelungen nach §5 CsgG vorgenommen.
Bis jetzt steht eine landesrechtliche Umsetzung des Gesetzes zur Bevorrechtigung des Carsharing (CsgG) noch aus, um eine geeignete Rechtsgrundlage zu schaffen. Bis dahin werden Carsharingstellplätze als Sondernutzung angeordnet. In Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wurde dazu ein Pilotprojekt gestartet.

Jelbi-Station an der Schönhauser Allee, zu sehen sind Leihfahrräder, Leihroller, ein Informationsschild und ein Carsahringfahrzeug

Jelbi-Station an der Schönhauser Allee

Jelbi-Stationen

Die BVG plant unter der Marke “Jelbi-Stationen” ein ähnliches Angebot – ein Ort, an dem Carsharing und verschiedene andere Mobilitätsangebote gebündelt nutzbar sind. Die Jelbi-Stationen sollen an großen Umsteigebahnhöfen liegen und sind daher vor Allem für die Fortsetzung einer Fahrt, nachdem man U-/S-Bahn benutzt hat, gedacht, während die dezentralen Mobilitätspunkte in Charlottenburg-Wilmersdorf für Fahrten gedacht sind, die mit Bus und Bahn nicht gut möglich sind.

Daher ergänzen sich die beiden Angebote Mobilitätspunkt und Jelbi-Station gegenseitig. Die zugehörige Jelbi-App der BVG kann auch für die Buchung einiger Mobilitätsangebote an den Mobilitätspunkten genutzt werden.

Eine Übersicht aller schon aufgebauten Jelbi-Stationen findet sich auf jelbi.de.
Auch im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sind weitere Jelbi-Stationen in Planung.

Der olympische Platz mit dem Stadion im Hintergrund, ein Rollerfahrer im Vordergrund

Olympischer Platz

Das Bezirksamt beabsichtigt, einen besonderen Mobilitätspunkt einzurichten: Den Olympischen Platz direkt am Olympiastadion.

Vorgesehen ist, hier eine besonders große Zahl an Ladestationen errichten zu lassen. Das hat mehrere Vorteile:
  • An Spieltagen und bei sonstigen Veranstaltungen stehen reichlich Ladestationen für elektrisches Carsharing, aber auch für Anreisende mit eigenem Elektroauto aus Regionen mit schlechter ÖPNV-Anbindung – wie Teile Brandenburgs – zur Verfügung. In Absprache mit den Veranstaltern ist vorgesehen, diese Plätze bei Veranstaltungen aktiv von Verbrennerfahrzeugen freizuhalten.
  • Viele Fahrschulen üben auf dem olympischen Platz. So kommen Fahrschülerinnen und Fahrschüler direkt mit Ladeinfrastruktur in Kontakt.
  • Außerhalb von Veranstaltungen bietet sich eine gute Gelegenheit für Berlin-Tagesreisende aus dem Umland mit Elektroauto, das Auto gleich am olympischen Platz stehenzulassen, tagsüber aufzuladen und mit der S-Bahn oder der U-Bahn in die Innenstadt weiterzufahren.