Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Friedhof Wilmersdorf

Friedhof Wilmersdorf

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Umgebungsplan Friedhof Wilmersdorf
Bild: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
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Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

In Friedhofsangelegenheiten wenden Sie sich bitte direkt an den Fachbereich Grünflächen .

So erreicht man den Friedhof Wilmersdorf

S-Bahn S 41, S 42, S 45, S 46, S 47 Heidelberger Platz

U-Bahn U 3, U 7 Fehrbelliner Platz

Bus 115 Hoffmann-von-Fallersleben-Platz

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Friedhof Wilmersdorf

Der 1885/86 gegründete städtische Friedhof liegt in der heutigen Berliner Straße (1,21 ha). Der Grundriss zeigte hier eine schlichte rasterförmige Aufteilung mit mittlerer Hauptachse, deren Mittelpunkt ein ellipsenförmiger Platz mit der Begräbnishalle (1887) bildete. Der Friedhof wurde dreimal erweitert:

1) Zuerst 1906 entlang der Berliner Straße nach Westen. Dieses Gelände wurde bis 1911 nicht gestaltet.
2) Zwischen 1907 und 1911 kam ein Grundstück im Süden bis zum geplanten Fennsee hinzu. Hier entwarf vermutlich Thieme eine rechtwinklige Wegestruktur und einen quadratischen Teich.

Zur Flächenersparnis wurde die vorhandene rechtwinklige Struktur aufgegriffen, ohne eine landschaftliche Gestaltung zu versuchen. „Nur ein geringer Teil des Friedhofs ist parkartig mit einzelnen Gräbergruppen angelegt, die die Bezeichnung ‘Hainbegräbnisplatz’ erhalten haben. Es wurde jedoch in allen älteren wie neueren Teilen des Friedhofs in jeder Weise die Bepflanzung gefördert, um dadurch nicht nur das Ganze malerischer, sondern auch die einzelnen Grabstätten intimer zu gestalten. Auch eine Wasserfläche mit Schilf und anderen Wasserpflanzen wurde geschaffen.“

3) Zuletzt wurde der Friedhof zwischen 1911 und 1915 bis zur Kalischer Straße erweitert. Auf der Grenze zwischen der ersten und dritten Erweiterung wurde das Krematorium geplant, das dann nach dem Ersten Weltkrieg ausgeführt wurde.

Aus einer ursprünglich geplanten Straße in Ost-West-Richtung wurde eine von Rondellen unterbrochene Grünachse. Thieme verwendete an Kreuzungspunkten versetzte Wege, wie er es auch später auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof entsprechend den Barthschen Vorgaben tat.

Trotz allem reichten die Bestattungsflächen längerfristig nicht aus. So kam es zu dem Entschluss, dem Beispiel von Wedding (1912) und Treptow (1913) folgend, auch in Wilmersdorf ein Krematorium zu errichten. Das Gesetz über die Feuerbestattung vom 14. September 1914 legitimierte die Feuerbestattung in den preußischen Staaten, wovon man sich neben hygienischen Verbesserungen unter anderem die Minimierung der Bestattungsflächen erhoffte. Der Bau des Krematoriums Wilmersdorf begann 1915. Infolge des Ersten Weltkrieges wurde der Bau stillgelegt und erst 1919 fortgesetzt. 1922 konnte das Krematorium nach den Entwürfen des Architekten und Stadtbaurates Otto Herrnring vollendet werden. Die Eingangsachse wird von zwei Trauernden von Eberhard Encke und zehn Pflanzbecken flankiert.

Vor dem Krematorium legte Thieme vertiefte Rasenparterres an, um die Wirkung der Architektur zu erhöhen. Um dasselbe wurde ein Rundweg geführt, von dem aus die einzelnen Grabfelder zugänglich waren. Die Hauptachsen wurden, im Gegensatz zu den älteren Beerdigungsfeldern, durch Aufteilung der Wege um eine Mittelfläche und platzartige Aufweitungen betont. Die Nebenwege sind wiederum leicht versetzt.

Schon bald stellte sich der Bau einer Urnenhalle (Kolumbarium) als notwendig heraus, um noch platzsparender mit dem verbliebenen Raum für Bestattungen umzugehen. Er konnte 1925-29 nordwestlich des Krematoriums an der Ecke Berliner Straße / Kalischer Straße durchgeführt werden. Die Wirkung des Krematoriums wird durch diesen Anbau eingeschränkt. Der Gartenhof des Kolumbariums besticht jedoch durch seine für Berlin einmalige maurisch-gotische Formensprache.

1935 erfolgte die Umbenennung des Friedhofes Wilmersdorf in „Urnenhain Wilmersdorf“. Nun wurden alle ablaufenden Grabstellen in Urnenflächen umgewandelt. Erdbestattungen waren nur noch auf dem Waldfriedhof Wilmersdorf in Stahnsdorf erlaubt. Diese Vorschrift entfiel nach 1945. Denkmalschutz seit 1995.

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