Seniorensicherheit

Ein Dieb zieht ein Portemonnaie aus einer Handtasche
Bild: Gerhard Seybert / Fotolia.com

Aus der Erfahrung eines langen Lebens sind Seniorinnen und Senioren besonders vorsichtig und sicherheitsbewusst. Dennoch stehen ältere Menschen der anscheinend allgegenwärtigen Kriminalität manchmal hilflos gegenüber. Nachfolgend finden Sie zu diesem Thema von der Polizei Berlin bereitgestellte Informationen:

Sicher in und nach der Krise

Auch wenn seit langem die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf den Auswirkungen der Covid 19 – Pandemie liegt, sind andere Probleme nicht verschwunden. Betrüger und Diebe gehen weiterhin ihrem „Geschäft“ nach und passen sich dabei auch neuen Gegebenheiten an. Ihre Ziele – Geld und Wertsachen – bleiben dagegen immer dieselben und auch wenn man nicht alle Varianten aufzählen kann, die Grundmuster der Tricks bleiben gleich. Deswegen gelten immer wieder dieselben einfachen Verhaltensregeln, die vor Schaden schützen.

Es klingelt an der Tür: Vergewissern Sie sich erst, wer zu Ihnen will (Türspion, Gegensprechanlage). Sollte eine fremde Person dort stehen, sichern Sie die Tür beim Öffnen mit einer Kette o. ä. Bleiben Sie auch bei anscheinend plausiblen Anliegen misstrauisch. Werden Sie um eine Gefälligkeit gebeten, lehnen Sie alles ab, was Einlass in Ihre Wohnung erfordern würde! Bei angeblichen Handwerkern oder Amtspersonen rufen Sie bei den zuständigen Stellen an, z.B. der Hausverwaltung oder Polizei, und fragen nach, ob alles seine Richtigkeit hat. Während Sie das tun, bleiben die Fremden draußen vor der geschlossenen Tür. Sollten Sie keine Gewissheit bekommen, dass die Person „echt“ ist, lassen Sie sie nicht ein.

Weil Sie in Ihrer Wohnung Zeit und Ruhe haben zu prüfen, wer zu Ihnen will, gehen Täter verstärkt dazu über, Sie schon beim Nach-Hause-kommen vor der Tür anzusprechen. Denn in dieser Situation fällt das Prüfen schwerer. Wenn Sie ein Handy haben, könnten Sie dort wichtige Nummern speichern (z. B. Hausmeister, Gesundheitsamt, Nachbarn, Polizeiabschnitt). Alternativ könnten Sie überlegen, bei welchen Nachbarn oder umliegenden Geschäften Sie um Unterstützung bitten können. Oder Sie denken sich „Ausreden“ aus, z. B. dass Sie ein Familienmitglied herbeirufen wollen. Wichtig ist, dass Sie sich vorab gedanklich für eine solche Situation wappnen, damit man Sie nicht leicht überrumpeln kann. Egal, was man Ihnen erzählt: Nehmen Sie niemand Fremdes mit in Ihre Wohnung.

Auch am Telefon gibt es neben „Altbewährten“ (z. B. Enkeltrick) immer wieder neue Maschen, um Sie zur Übergabe von Geld und Wertsachen zu überreden und auch hier gilt wie immer:

  • Raten Sie nie den Namen eines Anrufenden. Wenn sich der Gesprächspartner nicht selbst vorstellt, legen Sie auf.
  • Geben Sie am Telefon niemals Auskunft über Ihre Vermögensverhältnisse und Ihre persönlichen Daten.
  • Übergeben Sie nie Geld an Fremde bzw. Ihnen unbekannte Mittelspersonen.

Das ist nichts Neues? Das stimmt und trotzdem klappt es immer wieder! Tauschen Sie sich immer wieder einmal im Verwandten- und Bekanntenkreis aus, so verhindern Sie, doch einmal „auf dem falschen Fuß“ erwischt zu werden.

Erstatten Sie auf Ihrem Polizeiabschnitt oder per Internet Anzeige (auch, wenn die Täter bei Ihnen nicht erfolgreich waren). Im Notfall rufen Sie natürlich die 110 an.

Kontakt:

Wenn Sie Fragen zur Vorbeugung haben: Die Polizei Berlin berät Sie gerne. Ansprechpersonen für Seniorensicherheit des LKA Berlin, Tel.: (030) 4664-979222.

Missbrauch der Vorsorgevollmacht

Was ist, wenn ich nicht mehr alleine für mich sorgen kann?

Vorkehrungen treffen für Zeiten, in denen man sich vielleicht nicht mehr alleine versorgen kann, sind wichtig. Menschen, die wir lange kennen und denen wir uneingeschränkt vertrauen, können wir eine Vorsorgevollmacht, eine Kontovollmacht oder sogar eine Generalvollmacht erteilen. Wir empfehlen Ihnen, sich frühzeitig damit zu beschäftigen, wie eine Vollmacht in Ihrem Sinne aussehen kann. Warum? Weil das Landeskriminalamt der Polizei Berlin leider immer wieder Sachverhalte bearbeitet, bei denen ältere Menschen von vermeintlichen „Gutmenschen“ mit Hilfe solcher Vollmachten um ihr Vermögen gebracht wurden.

Frau Werner lebt alleine und hat gesundheitliche Probleme, die sie in ihrer Mobilität stark einschränken. Dadurch ist ihr Leben einsamer geworden und vieles fällt ihr zunehmend schwer. Sie hat zwei Kinder, die sich um sie kümmern. Jedoch stehen diese aufgrund der eigenen Verpflichtungen nur in einem gewissen Maß zur Verfügung.

Vor einiger Zeit hat Frau Werner eine sehr nette Frau kennengelernt. Diese hat Zeit für sie, hört ihr zu, erledigt hin und wieder etwas und geht ihr im Haushalt zur Hand. Es ist ein Vertrauensverhältnis entstanden. Die „Helferin“ bedauert, dass die Kinder von Frau Werner so wenig für sie da sind und thematisiert dies auch immer wieder. Frau Werner distanziert sich von ihren Kindern, weil sie der Helferin glaubt, dass die Kinder sich nicht mehr kümmern wollen. Frau Werner ist deshalb ihrer „Helferin“ dankbar, dass wenigstens sie noch kommt und möchte ihr deren Hilfe so leicht wie möglich machen. Sie stellt für sie eine Generalvollmacht aus.

Wie Sie sich denken können, ist die vermeintliche Helferin keine Samariterin. Sie verleibt sich nach und nach das Vermögen von Frau Werner ein, bis kaum noch etwas übrig ist. Die Kinder von Frau Werner sind aufgrund der Vollmachtserteilung machtlos. Erst als ihre Mutter letztendlich von der Frau fallengelassen wird, ist sie bereit Anzeige zu erstatten. Ein strafbares Verhalten ist aufgrund der Vollmachtserteilung und der geschickten Vorgehensweise jedoch sehr selten beweisbar und das Geld ist weg.

Es gibt viele Lebenssachverhalte, bei denen Täuschungen über guten Willen und Hilfsbereitschaft zu einer Vollmachtserteilung oder schlicht zu Schenkungen führen. Es trifft meist ältere, alleinstehende Menschen mit physischen und psychischen Einschränkungen. Die Täter und Täterinnen handeln dabei häufig aus der Gelegenheit heraus.

Man kann sich im Leben nicht gegen alle Eventualitäten absichern und man kann nicht in Menschen hineinschauen. Man kann sich jedoch frühzeitig mit dem „Was ist, wenn…?“ beschäftigen, um sich bestmöglich zu schützen.

Sie können versuchen, Bankvollmachten auf einen maximalen Geldbetrag zu beschränken und Ihre Bank beauftragen, Nachfrage bei einer bestimmten Person oder Einrichtung zu halten, wenn auf einmal Konten gekündigt, Depots und Sparanlagen aufgelöst und Vermögen übertragen werden soll. Sie sollten Vollmachten vor Zeugen erteilen und Abschriften beim Arzt, im Vorsorgeregister, bei der Bank o.ä. hinterlegen. Sie sollten ausdrücklich verbieten, dass sich der Bevollmächtigte selbst begünstigt und stattdessen festhalten, was er erhalten soll. Sie können Schenkungen grundsätzlich ausschließen und stattdessen gewollte Schenkungen in der Vollmacht festhalten. Sie sollten in der Vollmacht klare Aussagen treffen, was andere dürfen und was sie nicht dürfen.

Hilfe erhalten Sie bei Ihrer beim bezirklichen Sozialamt angegliederten Betreuungsbehörde, dem beim Amtsgericht angegliederten Betreuungsgericht, dem sozialpsychiatrischen Dienst, den bezirklichen Pflegestützpunkten sowie bei anerkannten Einrichtungen und Wohlfahrtsverbänden.

Kontakt:

Wenn Sie selbst von einem Vollmachtsmissbrauch betroffen sind oder jemand, den Sie kennen, erstatten Sie Anzeige oder geben Sie der Fachdienststelle der Polizei, LKA 222, einen Hinweis unter Tel.: (030) 4664-922229 (Mo. – Fr. 09 – 15 Uhr).

Mobil, flexibel und unfallfrei!

In Zeiten des demografischen Wandels ist die Mobilität und Flexibilität der Generation 65+ nicht mehr wegzudenken. Unter diesem Aspekt sowie der ansteigenden Verkehrsteilnahme im Straßenverkehr steigt auch das Risiko, an einem Unfall beteiligt zu sein.

Die selbstständige und uneingeschränkte Mobilität bedeutet für diese Generation eine enorme Lebensqualität. Als einer der wesentlichen Mobilitätsfaktoren im Alltag gilt u.a. der eigene PKW, er bietet ein hohes Maß an Flexibilität. Alltägliche Dinge lassen sich so oft deutlich leichter und schneller bewältigen.

Die Generation 65+ verfügt zumeist über eine langjährige Fahrpraxis und führt ihren PKW zumeist vorsichtiger und langsamer. Nichtsdestotrotz treten mit zunehmendem Alter gesundheitliche Beeinträchtigungen auf, welche sich individuell äußern und auf die Leistungsfähigkeit auswirken können. Das sichere Fortbewegen im Straßenverkehr könnte somit erschwert werden. Folglich reicht die angepasste Fahrweise an die persönlichen Voraussetzungen nicht immer aus, um dem immer komplexer werdenden Straßenverkehr sicher zu begegnen. Im Straßenverkehr sind sämtliche Sinne gefordert, um auf alle Situationen schnell reagieren zu können.

Seien Sie mal ganz ehrlich zu sich selbst:

  • Können Sie bei plötzlichen Gefahrensituation noch schnell reagieren?
  • Fällt Ihnen der Schulterblick schwer?
  • Fühlen Sie sich im dichten Stadtverkehr überfordert?
  • Haben Sie Probleme, Geräusche im Verkehrsgeschehen zuzuordnen?

Anders als bei den mechanischen Verkehrsmitteln unterliegen wir Menschen auf Grund unserer Individualität nicht einer standardisierten Überprüfung, die etwas über die Fahreignung aussagen kann. Daher ist es umso wichtiger die eigene Leistungsfähigkeit regelmäßig zu kontrollieren, aber auch zu reflektieren und ehrlich einzuschätzen.

Um Ihre Verkehrssicherheit zu erhöhen sowie Unfälle und deren Folgen zu vermeiden, bieten wir stadtweit präventive Angebote an. Themen wie eine sichere Fahrbahnüberquerung, „Toter Winkel“, Elektromobilität, Sichtbarkeit im Straßenverkehr, Wirkung von Medikamenten im Straßenverkehr sowie das Einschätzen von komplexen Verkehrssituationen werden durch Verkehrssicherheitsberatende der Polizei Berlin aufgegriffen, um über Entwicklungen und Gefahren zu informieren. Wir würden uns freuen, Sie bald bei einem unserer Angebote begrüßen zu dürfen.

Letztendlich haben wir alle das gleiche Ziel: „Mobil, flexibel und unfallfrei!“