Ehem. Philo-Verlag

Ehem. Philo-Verlag
Buchhandlung seit 1933, Pariser Straße 44, 10707 Berlin-Wilmersdorf
1919 Gründung des Verlages nebst Buchhandlung (zunächst unter dem Namen Gabriel Riesser, 1920 Umbenennung nach dem jüdischen Philosophen Philo von Alexandrien) in der Lindenstraße 13, Kreuzberg. Publikationsorgan des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V.; seit 1893) mit Schriften gegen Antisemitismus und für Aufklärung für die nichtjüdische Bevölkerung, sowie Büchern nichtzionistischen Inhalts. Auf Ludwig Holländer als Verlagsleiter folgte Lucia Jacoby bis zur Schließung des Verlages (wie sämtlicher jüdischen Verlage in Deutschland nach der Pogromnacht) am 10.11.1938. Ab 1933 änderte sich das Verlagsprogramm völlig: Statt aufklärerischer Schriften solche zur jüdischen Existenz in der Geschichte, ferner religionsphilosophische Werke und Bücher zur Kunst, aber auch Koch- und Kinderbücher etc. für die jüdischen Leser. Die Verlagsbuchhandlung wurde zur ‘Ghetto-Buchhandlung’: Bücher nicht-jüdischer Verfasser waren ebenso wie der Verkauf an Nicht-Juden verboten.
1938 erschien im Verlag des Jüdischen Kulturbundes (der die Buchbestände sämtlicher liquidierter jüdischer Verlage hatte übernehmen müssen) der ‘Philo-Atlas. Handbuch für die jüdische Auswanderung’ von Ernst G. Löwenthal.
Heute existiert wieder ein Philo-Verlag, der aber nicht Rechtsnachfolger des obigen Verlages ist.