Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin KPM

Link zu: KPM, 8.2.2010, Foto: KHMM
KPM, 8.2.2010, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Die Porzellanmanufaktur wurde 1751 von Caspar Wilhelm Wegely gegründet und später durch Johann Ernst Gotzkowski übernommen. 1763 erwarb sie Friedrich II. als königliches Konkurrenzunternehmen zur 1710 gegründeten Meißener Porzellanmanufaktur. Bis 1871 lag die Produktionsstätte an der Leipziger Straße in Mitte. Aus Platz- und Transportgründen wurde sie nach Charlottenburg an die Spree verlegt.

KPM "Confirmation" Friedrichs II., Foto: KPM
KPM "Confirmation" Friedrichs II., Foto: KPM Bild: KPM

Die dafür nötigen Neubauten schuf Gustav Möller 1868-72. 1913-16 wurde der Ringofen errichtet, ein Porzellan-Brennofen mit 22 Brennkammern. Er war bis 1960 in Betrieb. Nach der Revolution 1918 wurde die KPM in “Staatliche Porzellan Manufaktur” umbenannt.
Erst in den 80er Jahren erhielt sie ihren Königlichen Namen zurück. Erweiterungsbauten schuf Bruno Grimmek 1955-62. 1981 wurde das in Ost-Berlin befindliche Plan- und Produktionsarchiv der KPM gegen die in West-Berlin lagernden Skulpturen der Schinkelschen Schlossbrücke ausgetauscht.
Seit die Porzellanmanufaktur “Königlich” genannt wurde, führt sie das königsblaue Szepter als Markenzeichen. KPM ist eine der letzten Manufakturen weltweit: Bis heute wird jedes Stück von Hand hergestellt. Zu allen Zeiten gab es die Zusammenarbeit mit berühmten Künstlern: Von Schadow bis Mari, dem Mailänder Designer vom demdas KPM-Service “Berlin” stammt.

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KPM, 8.2.2010, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

1998-2004 wurden die historischen Manufakturgebäude saniert und die Produktionsstätten durch das Architekturbüro Gerkan, Marg & Partner (gmp) umgebaut und erweitert. Gleichzeitig wurde das KPM-Quartier in der neu entstehenden Spreestadt mit Büro-, Gewerbe und Wohnflächen erweitert.
Ende 2004 verkaufte die Investitionsbank Berlin IBB im Auftrag des Berliner Senats die KPM an Franz Wilhelm Prinz von Preußen, den Urenkel Kaiser Wilhelms II. Aber er konnte das Unternehmen nicht aus der geschäftlichen Krise führen. Nachdem Anfang 2006 ein Konkurs durch einen Kredit der IBB noch einmal abgewendet werden konnte, wurde die KPM am 24.2.2006 Verkauf an eine Holding des Unternehmers und Gesellschafters der Allgemeinen Beamtenkasse, Jörg Woltmann verkauft. Am 11.11.2006 eröffnete die KPM in der historischen Ofenhalle, die aufwändig restauriert und seit 2003 für Veranstaltungen genutzt wurde, eine neue Manufaktur-Galerie zur Präsentation und zum Verkauf ihrer Produkte.

KPM, Service Rocaille, Foto: KPM
KPM, Service Rocaille, Foto: KPM Bild: KPM

Am 7.9.2007 wurde die Ausstellung “KPM Welt” zur Geschichte der traditionsreichen Manufaktur eröffnet. Zu sehen ist darin unter anderem Tafelservice, von dem König Friedrich II. speiste.