Wohnanlage Sächsisches Palais

Mietwohnhaus Sächsische Str. 63a

Link zu: Sächsisches Palais, 27.2.2013, Foto: KHMM
Sächsisches Palais, 27.2.2013, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

In der um 1928 errichteten Wohnanlage “Sächsisches Palais” befanden sich unter der Adresse Sächsische Straße 63a die Praxis- und Wohnräume der Ärztin Dr. Elfriede Paul (1900-1981), in deren Räumen sich seit Mitte der 1930er Jahre die Mitglieder der Widerstandsgruppe “Rote Kapelle” um Harro Schulze-Boysen trafen. Viele der Mitglieder waren auch tatsächlich Patienten von Dr. Paul Kurt Schumacher machte 1937 Elfriede Paul mit dem Schriftsteller Walter Küchenmeister (1897-1943) bekannt und bezog sie in die Widerstandstätigkeit mit ein. Elfriede Paul schrieb in ihrem Erinnerungsbuch “Ein Sprechzimmer der Roten Kapelle” über diese Zeit und dass es “keine bessere Tarnung als meine Praxis für uns politisch Gefährdete gab.” Der Bildhauer Fritz Cremer (Jahrgang 1906) berichtete, dass die unbesetzte Pförtnerloge im “Sächsischen Palais” als Informationsstelle diente.
Am 13.10.2010 haben Schüler der Robert-Jungk-Oberschule auf dem Gehweg vor dem Sächsischen Palais Stolpersteine für Walter und Rainer Küchenmeister und Dr. Elfriede Paul verlegt.

Literatur

  • Bothe-von Richthofen, Felicitas : Widerstand in Wilmersdorf 1933-1945 (Hrsg.: Gedenkstätte Deutscher Widerstand), Berlin 1993
  • Christoffel, Udo und von der Lieth, Elke (Hg): Berlin-Wilmersdorf Verfolgung und Widerstand 1933-1945, Berlin (Verlag Arenhövel) 1996
  • Paul, Elfriede: Ein Sprechzimmer der Roten Kapelle, Berlin 1981