Martinikenfelde

Lexikon: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z

Arbeiterbezirk nördlich der Spree rund um die heutige Kaiserin-Augusta-Allee zwischen Charlottenburger Verbindungskanal und Berlichingenstraße, im 19. Jahrhundert durch die expandierende Industrialisierung entstanden. Das Gebiet kam bei der Bildung Groß-Berlins 1920 zunächst zum Bezirk Charlottenburg, wechselte ber bei einer Gebietsreform 1938 zu Tiergarten (Moabit).
Der Name leitet sich von einem ehemals dort gelegenen Feld und einer Schankwirtschaft her, die 1735 von einem Franzosen mit Namen Martin gegründet wurde, später unter der populären Bezeichnung “Beim kleinen Martinchen”, niederdeutsch Martineken. Das Wirtshaus war ein bekanntes Ausflugsziel, das auch auf dem Wasserweg mit den so genannten Moabiter Gondeln erreicht werden konnte. Die heutige Kaiserin-Augusta-Allee trug Mitte des 19. Jahrhunderts den Namen “Auf dem Martiniquenfelde”.
Am Ende des 19. Jahrhunderts kaufte der Unternehmer Ludwig Loewe das Gebiet und errichtete darauf ein modernes Industriequartier mit Waffen- und Werkzeugmaschinenfabriken.