Scientology

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Haus der Scientology, 9.1.2007, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Der Umzug der Berliner Scientology-Organisation vom Mariendorfer Damm in ein großes Geschäftshaus in Charlottenburg und die Eröffnung der neuen Niederlassung am 13.1.2007 lösten eine intensive Diskussion in der Berliner Politik und in den Medien über die Gefährlichkeit der Sekte aus. Die Bewoge hatte ihr ehemaliges Haupt-Bürogebäude am 31.1.2005 an das dänische Immobilienunternehmen KW Berlin A/S verkauft, das es an Scientology weiter vermietete. Am 12.5.2007 eröffnete Scientology außerdem auf 120 Quadratmetern ein Infozentrum in der Meinekestraße unweit des Kurfürstendammes, das aber bald wieder geschlossen wurde.
Scientology wurde 1954 von dem Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard (1911-1986) in Los Angeles gegründet. Die Organisation wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz und einer Reihe von Landesämtern für Verfassungsschutz beobachtet, weil “Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung vorliegen”. Im Verfassungsschutzbericht heißt es: “Die Gewinnerzielung ist eine Hauptaufgabe und -tätigkeit der “Kirchen” oder “Missionen” von Scientology.”
2003 hatte der Berliner Verfassungsschutz nach einem entsprechenden Urteil des Verwaltungsgerichts die Beobachtung von Scientology eingestellt. Am 31.5.2007 meldete die Berliner Presse, die Scientology-Organisation werde wieder vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet.

Kontakt- und Beschwerdestelle des Wirtschafts- und Ordnungsamtes

Link zu: Infosäule vor dem Scientology-Gebäude, 22.1.2009, Foto: KHMM
Infosäule vor dem Scientology-Gebäude, 22.1.2009, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Am 22.1.2009 hatte das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von der Firma Wall vor dem Gebäude der Scientology-Organisation eine Infosäule aufstellen lassen. Sie enthielt unter einem großen STOP-Schild folgenden Text:
“Die BVV zu den Aktivitäten von Scientology im Bezirk
Beschluss vom 24. Januar 2007
“Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin erkennt in dem verstärkten Engagement von Scientology im Bezirk eine mögliche Gefährdung für die demokratische Gesellschaft und die Ausübung individueller Freiheitsrechte.
Die BVV spricht sich gegen die Aktivitäten der Scientology-Sekte im Bezirk und in Berlin aus und erwartet von den dafür zuständigen Stellen in Berlin, dass die Scientology-Sekte in der kommenden Zeit aufmerksam und kritisch beobachtet, gewonnene Erkenntnisse transparent gemacht werden und ggf. gegen sie eingeschritten wird.”
Information
- Infostand im Foyer der Stadtbibliothek Charlottenburg-Wilmersdorf, Otto-Suhr-Allee 100 (Rathaus Charlottenburg)
- Leitstelle für Fragen zu Sekten bei der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung unter 9026-5574, www.sekten.charlottenburg-wilmersdorf.de
- Bei Verdacht auf eine Straftat wenden Sie sich bitte an das Bürgertelefon der Berliner Polizei unter 4664-4664
Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin”
Am 27.2.2009 musste das Plakat nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin wieder entfernt werden.

Ausführliche Informationen über die Scientology-Organisation: Leitstelle des Berliner Senats für Fragen zu Sekten Berliner Senatsverwaltung für Inneres Bayerisches Innenministerium Baden-Württembergisches Landesamt für Verfassungsschutz Arbeitsgruppe Scientology des Hamburger Senats

Vg. auch: 24.01.2007 Einstimmiger Beschluss der BVV: “Scientology entschlossen entgegentreten” 24.01.2007 Antwort des Wirtschaftsstadtrats Marc Schulte auf die Große Anfrage zu Scientology