Kiezspaziergang am 14.7.2007

Vom Bahnhof Grunewald zum Ökowerk

Link zu: Von links: Dr. Hartwig Berger und Dr. Andreas Meißner vom Ökowerk, Förster Elmar Kilz und Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen, Foto: KHMM
Von links: Dr. Hartwig Berger und Dr. Andreas Meißner vom Ökowerk, Förster Elmar Kilz und Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen

Treffpunkt: Bahnhof Grunewald, Schmetterlingsplatz

Sehr geehrte Damen und Herren!
Herzlich willkommen zu unserem 67. Kiezspaziergang. Heute soll das Ökowerk im Mittelpunkt stehen, und auf dem Weg dorthin natürlich der Grunewald. Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass Förster Elmar Kilz uns begleitet. Er ist der Leiter des Forstamtes Grunewald und wird uns seinen Grunewald persönlich vorstellen. Herzlichen Dank dafür.
Eingeladen zum Ökowerk wurden wir vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Hartwig Berger und dem Geschäftsführer Dr. Andreas Meißner. Beide begleiten uns von Anfang an durch den Grunewald und werden auch unterwegs schon fachmännisch sein Ökosystem erläutern. Vor allem aber werden sie uns das Naturschutzzentrum Ökowerk am Teufelssee vorstellen. Herzlichen Dank ihnen beiden, dass sie uns heute zur Verfügung stehen.
Da es zum Ökowerk keine Busverbindung gibt, müssen Sie sich für den Rückweg auf einen Fußmarsch einstellen, wenn Sie sich keinen privaten Abholdienst organisiert haben. Es sind entweder in 20 Minuten auf direktem Weg hierher zurück zum Bahnhof Grunewald oder in 30 Minuten entlang der Teufelsseechaussee zum Bahnhof Heerstraße. Aber das dürfte Kiezspaziergängerinnen und Kiezspaziergängern eigentlich nicht schwer fallen.
Wie gewohnt will ich Ihnen zu Beginn den nächsten Treffpunkt mitteilen. Am Sonnabend, dem 11. August bin ich in Urlaub. Deshalb wird mein Kollege, Bürgerdienstestadtrat Joachim Krüger, den Spaziergang übernehmen, und er wird Ihnen den in unserem Bezirk liegenden Teil von Siemensstadt in Charlottenburg Nord und einen Teil des Volksparks Jungfernheide vorstellen. Treffpunkt ist am Sonnabend, dem 11. August, um 14.00 Uhr am U-Bahnhof Halemweg.

Wie Sie wissen gibt es seit Januar dieses Jahres auch das Kiezmenü, und zwar immer am letzten Mittwoch eines Monats um 18.00 Uhr. Das Juli-Menü ist noch nicht ausgebucht. Es gibt erstaunlicherweise noch 8 Plätze. Wir gehen am 25. Juli ins Xantener Eck. Für 12,50 EUR gibt es Möhrencremesüppchen mit Basilikumpesto, eine “Berliner Variation” von Blattsalaten, hausgemachter Eisbeinsülze und Remouladensauce, ein Kasslerrückensteak, Mini Boulette und ausgelöstes Eisbeinfleisch an Sauerkraut und Kartoffelpüree und Hausgemachte Rote Grütze mit Vanille Eis. Sie können sich dafür entweder jetzt bei Herrn Metzger oder ab Montag in der Pressestelle anmelden, Telefon 9029-12514. Sie finden alle Informationen im Internet unter www.kiezmenue.de. Die Manuskripte aller Kiezspaziergänge finden Sie inzwischen auch unter der einfach zu merkenden Adresse www.kiezspaziergaenge.de .

Einen ungewöhnlichen Kiezspaziergang außer der Reihe gibt es im Oktober. Manche von Ihnen werden sich erinnern an die beiden Spaziergänge auf Usedom, die wir im letzten Jahr veranstaltet haben.
Die Nachfrage war so groß, dass wir uns entschlossen haben, das in diesem Jahr noch einmal anzubieten, und die Usedom Tourismus GmbH 3 Kaiserbäder hat zugestimmt und wieder ein besonderes Angebot zusammengestellt. Diesmal dauert das ganze einen Tag länger, damit Sie Zeit haben, Usedom in Ruhe zu erkunden. An dem Wochenende vom 19. bis zum 21. Oktober geht es also im bequemen Bus der Usedomer Bäderbahn an die Ostsee.
Es gibt 2 Übernachtungen im 4 Sterne Romantik Strandhotel Atlantic. Mit Halbpension, freier Wellness und Schwimmbadnutzung und natürlich Kiezspaziergang kostet das ganze 209 EUR pro Person im Doppelzimmer oder 249 EUR im Einzelzimmer. Flyer mit allen Informationen wird es ab Ende nächster Woche geben. Und die Reise können Sie wie im letzten Jahr wieder im Atlas-Reisebüro am Fehrbelliner Platz 5 buchen – ebenfalls ab Ende nächster Woche.

Und noch eine letzte Mitteilung: Die Rathausnachrichten sind in diesem Monat zum letzten Mal erschienen, weil uns der Berliner Verlag aus wirtschaftlichen Gründen die Herausgabe gekündigt hat. Der Anzeigenverkauf hat zur Finanzierung nicht ausgereicht. Wir versuchen, einen neuen Partner zu finden, um in ähnlicher Form wieder ein Zeitung herausgeben zu können.

Eichkamp

Wir haben die Siedlung Eichkamp im April dieses Jahres bei wunderschönem Sommerwetter erkundet. Deshalb hier nur noch einmal einige Grundinformationen: Die Siedlung Eichkamp wurde 1918-29 von Max und Bruno Taut, Martin Wagner und Franz Hoffmann unmittelbar neben der AVUS angelegt und war als preisgünstiger Wohnraum für Angestellte und Beamte konzipiert. Die Siedlung wurde benannt nach der Revierförsterei Eichkamp im Forst Grunewald.

Max Tauts Bebauungsplan hatte ursprünglich ein wesentlich größeres Areal zwischen Teufelssee Chaussee und Avus vorgesehen, im Westen vom Grunewald, im Osten durch einen Exerzierplatz, das heutige Messegelände begrenzt. Wenn dieser Plan so realisiert worden wäre, dann könnten wir heute diesen Spaziergang nicht durch den Grunewald machen. Bei der Bildung von Groß-Berlin 1920 kam die Siedlung zum Bezirk Wilmersdorf. 1938 wurde sie bei einer Gebietsreform mit relativ geringfügigen Korrekturen dem Bezirk Charlottenburg zugeschlagen. Jetzt gehört sie zu Charlottenburg-Wilmersdorf.

Link zu: Die Bezirksgärtnerei im Grunewald. Foto: KHMM
Die Bezirksgärtnerei im Grunewald. Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Bezirksgärtnerei

Die Bezirksgärtnerei Charlottenburg-Wilmersdorf wurde 1969 auf dem 2 ha großen Gelände der früheren Tiergarten-Baumschule im Grunewald eröffnet Es gibt hier 5.000 qm Gewächshausfläche und 0,6 ha Freilandfläche.
Für die Berliner Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Marzahn-Hellersdorf. werden im Frühjahr 250.000 Pflanzen kultiviert, darunter Stiefmütterchen, Primeln, Tulpen, Osterglocken, Hyazinthen, Vergissmeinnicht und Tausendschön; im Sommer 250.000 Pflanzen, darunter Studentenblumen, Geranien, Begonien, Salvien, Petunien, Fuchsien, Fleißige Lieschen und Männertreu; im Herbst 5.000Herbstastern.
Für Dekorationen in Seniorenheimen, Standesämtern, auf Friedhöfen und für Kranzniederlegungen und Jubiläen werden 120.000 Schnitt- und Topfpflanzen kultiviert, darunter Azaleen, Weihnachtssterne, Alpenveilchen, Usambaraveilchen, Grünpflanzen, Rosen, Tulen, Gladiolen und Chrysanthemen. Ein Pflanzenverkauf an Private ist nicht möglich.
Die Produktion der Pflanzen erfolgt in der Regel vom Samenkorn bis zum Endprodukt, so dass wenig Zukauf nötig ist und die Auszubildenden den gesamten Kulturablauf erlernen können. Wir sind besonders stolz darauf, dass unsere Bezirksgärtnerei ein sehr aktiver Ausbildungsbetrieb ist. Derzeit arbeiten hier 9 fest Angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 7 Auszubildende. Ab 1. August werden 4. Auszubildende dazukommen, so dass es mehr Auszubildende als Angestellte sein werden.
Der Standort mitten im Grunewald bringt Vor- und Nachteile mit sich: Günstig ist die Lage im Landschaftsschutzgebiet wegen der günstigen Umwelteinflüsse. Es gibt weniger Luft- und Bodenverschmutzung und weniger Staub als im innerstädtischen Gebieten. Es gibt keine Beschattung durch umliegende Gebäude.
Das Klima ist etwas ausgeglichener, allerdings im Durchschnitt etwas kälter. Die Unkrautbildung ist hier im Wald stärker als in der Stadt.
Der Nachteil besonders strenger Umweltauflagen hat sich inzwischen als Vorteil herausgestellt. Denn weil kaum chemischer Pflanzenschutz und chemische Düngung erlaubt sind, hat die Bezirksgärtnerei eine Vorreiter-Rolle übernommen beim Einsatz von überwiegend biologischem Pflanzenschutz mit Nützlingseinsatz. Eigene Komposte dienen der Herstellung von Substraten und zur Bodenverbesserung. Um Energie zu sparen, gibt es Solarstromanlagen, eine Solarheizung, Isolierverglasung der Gewächshäuser und Wasserversorgung fast ausschließlich aus Regenwassersammelanlagen.
Ein Besuch in der Bezirksgärtnerei lohnt sich vor allem im Frühjahr, also in den Monaten März, April und Mai, und ich denke, wir werden uns das im nächsten Jahr für einen Kiezspaziergang vornehmen. Der Leiter der Gärtnerei, Herr Ryzek, hat uns jedenfalls jetzt schon dazu eingeladen.

Link zu: Vor der Kolonie Grunewald, Foto: KHMM
Vor der Kolonie Grunewald, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Kolonie Grunewald

Diese Kleingartenkolonie ist nach dem Zweiten Weltkrieg um 1948 entstanden. Sie ist zweifellos ein Fremdkörper im Wald und schon wegen der Brandgefahr nur mit entsprechenden Auflagen zu nutzen. Das Gelände gehört den Berliner Forsten. Ursprünglich wurde für die Kolonie eine Schutzfrist bis 8 Jahre nach der Wiedervereinigung festgelegt. Aber die Kleingärtner haben in Verhandlungen mit den Berliner Forsten und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erreicht, dass ihre Kolonie als Dauerkleingartenkolonie ein unbegrenztes Bleiberecht erhielt.

Link zu: Im Naturschutzzentrum Ökowerk, Foto: KHMM
Im Naturschutzzentrum Ökowerk, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Ökowerk Teufelssee e.V.

Das Ökowerk wurde 1982 als Naturschutzzentrum im ehemaligen Wasserwerk Teufelssee gegründet. Die Gesamtanlage steht unter Denkmalschutz. 1872/73 wurde das Wasserwerk von Hanshent und Schmetzer zur Versorgung der westlichen Vororte Berlins gebaut. Das Maschinenhaus ist im Originalzustand erhalten. Das Wasserwerk ist das älteste erhaltene Werk in Berlin. Es wurde 1969 wegen technischer und hygienischer Mängel stillgelegt. 1978 wurden die Heizkessel verschrottet.
Im Ökowerk werden Seminare, Exkursionen, Wandertage und Führungen angeboten. Auf dem 2,8 ha großen Gelände gibt es eine Bibliothek, ein Labor, einen Biogarten, Teiche, ein Wassermuseums in den alten Filterhallen und eine Veranstaltungshalle.