Gipsformerei der Staatlichen Museen

Die Gipsformerei wurde 1819 als Königliche Gipsformerei gegründet und 1830 dem Verband der Preußischen Museen eingegliedert. Zunächst befand sie sich in Kellerräumen des Alten Museums auf der Museumsinsel. 1842 zog sie um in ein Gebäude an der Münzstraße in der Nähe des Alexanderplatzes. 1889 bis 1891 wurde dann das Haus an der Sophie-Charlotten-Straße nach Plänen des Königlichen Landbauinspektors Johannes Merzenich gebaut. Eine wichtige Rolle für den Umzug spielte die Nähe der Eisenbahn.
Das 4geschossige Gebäude hat einen hufeisenförmigen Grundriss. Die Fassade besteht aus gelben und roten Ziegeln. Die Fenster haben einen Stichbogenabschluss. In der Mitte des Erdgeschosses befindet sich eine Toreinfahrt, auf der linken Seite sind Schaukästen. Dort liegt auch der Eingang zu dem etwa 100 Quadratmeter großen Ausstellungsraum, der eine Auswahl an Abgüssen zeigt. In den oberen Geschossen befinden sich die Werkstätten und das Lager.
In der Gipsformerei werden Repliken gefertigt, überwiegend nach Originalen aus Berliner, aber auch aus anderen europäischen Museen. Jeder Interessierte kann hier einen Abguss bestellen. Mit 6.500 Formen von Kunst- und Museumsobjekten ist die Gipsformerei neben dem Atelier de Moulages des Louvre die weltgrößte derartige Institution. Skulpturen des Mittelalters, der Renaissance und des 19. Jahrhunderts bilden den größten Teil der vorhandenen Formen. Die Gipsformerei arbeitet eng mit der Abguss-Sammlung Antiker Plastik zusammen.