Haus der Berliner Festspiele

Ehemaliges Theater der Freien Volksbühne

Link zu: Haus der Berliner Festspiele, 20.9.2011, Foto: KHMM
Haus der Berliner Festspiele, 20.9.2011, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Das Haus wurde 1960-63 von Fritz Bornemann auf dem Gelände des früheren Joachimsthalschen Gymnasiums nördlich der Gerhart-Hauptmann-Anlage für die Freie Volksbühne errichtet. Ungewöhnlich für einen Theaterbau ist der Standort inmitten eines parkähnlichen Geländes, dem sich der kubische zweigeschossige Baukörper mit vorgelagertem eingeschossigen Eingangstrakt mit großen Glasflächen öffnet. Das Theater der Freien Volksbühne wurde am 1.5.1963 mit Romain Rollands “Robespierre” in der Regie von Erwin Piscator eröffnet, der das Theater bis 1966 als Intendant leitete. Seine Nachfolger waren Kurt Hübner und Hans Neuenfels.
1992 wurde die Freie Volksbühne geschlossen. Das Theater wurde von 1993 bis 1997 als Musical Theater Berlin bespielt.
Im Dezember 2000 zog die Berliner Festspiele GmbH ein, die das Haus am 21.4.2001 neu eröffnete.
Das Theater ist Hauptspielstätte für das Theatertreffen Berlin.

Die Berliner Festspiele GmbH wurde 1951 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges mit den “Internationalen Filmfestspielen” (Berlinale) und den “Berliner Festwochen” (Schwerpunkt Musik) gegründet. Das Publikum sollte an die internationale künstlerische Entwicklung, von der sich Deutschland in den Jahren 1933-45 isoliert hatte, herangeführt werden; zugleich fungierten die Festspiele als kulturelles “Schaufenster des Westens” und waren als Brückenschlag zwischen Ost und West, Nord und Süd gedacht.
1963 kam das “Theatertreffen Berlin” dazu, 1964 die “Berliner Jazztage”, später “JazzFest Berlin”, 1979 das “Festival der Weltkulturen – Horizonte” im Haus der Kulturen der Welt, 1987 gemeinsam mit der Bertelmann AG die “Berliner Lektionen” im Renaissance-Theater und 1991 die “Musik-Biennale” als Fortführung des 1967 in Ost-Berlin gegründeten “Internationalen Festes für zeitgenössische Musik”. Ferner zeichnet die Festspiele-GmbH verantwortlich für die jugendkulturellen Bundeswettbewerbe “Theatertreffen der Jugend”, “Treffen Junge Musikszene”, “Treffen Junger Autoren” und zahlreiche große Ausstellungen. Bis zur Umwandlung in eine eigenständige Stiftung 1995 oblagen den Festspielen auch die Dokumentation und die Ausstellungen zur “Topographie des Terrors
Heute ist die Berliner Festspiele GmbH verantwortlich für die Filmfestspiele Berlin (Februar), MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik (März), Theatertreffen (Mai), Festwochen (August/September – November), JazzFest (Oktober/November), Berliner Lektionen, die Jugendwettbewerbe und die Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau.
Die alleinige Trägerschaft der Berliner Festspiele GmbH liegt beim Bund. Die Leitung hatte seit 1973 für beinahe 30 Jahre Prof. Ulrich Eckardt inne, seit Januar 2001 lag sie bei Dr. Joachim Sartorius. Sein Nachfolger wurde im Januar 2011 Dr. Thomas Oberender.
Im Februar 2012 wurde das Haus der Berliner Festspiele erstmals auch Spielstätte und Vorverkaufsstelle der Berliner Filmfestspiele. Am 11.2.2012 hatte hier das Regiedebüt von Hollywoodstar Angelina Jolie, “In the Land of Blood and Honey”, Premiere.