Stolperstein Württembergische Straße 14

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Hausansicht Württembergische Str. 14
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Dieser Stolperstein ist am 9.6.2015 verlegt worden. Gespendet hat ihn Prof. Dr. François E. Cellier (Zürich), der Urenkel von Julie Pincus. Bei der Verlegung war er anwesend.

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Stolperstein Julie Pincus
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
JULIE PINCUS
GEB. GLASS
JG. 1864
DEPORTIERT 21.9.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 2.10.1942

Julie Pincus geb. Glass kam am 13. Januar 1864 in Kosten (Koscian) in der Provinz Posen als Tochter des Kaufmanns Moritz Glass und dessen Ehefrau Rosalie Glass geb. Fuß zur Welt. Sie hatte zwei ältere Brüder, Hugo und Paul Glass, sowie eine jüngere Schwester, Lucie Katz geb. Glass.

Julie heiratete am 29. August 1885 den Kaufmann Leopold Pincus aus Lötzen (Ostpreußen). Dort wurden dem Ehepaar 1886 ein Sohn, David Dagobert Pincus, und 1889 eine Tochter, Elsa Borchardt geb. Pincus, geschenkt. Nach dem Tod von Leopolds Vater, David Pincus, zog die junge Familie zusammen mit der Mutter, Karoline Pincus geb. Schwarz, 1892 nach Berlin, wo ihre Kinder aufwuchsen. Dagobert Pincus wurde Rechtsanwalt und Notar. Er überlebte den Krieg in Frankreich, wo er und seine nicht-jüdische Frau, Agnes Elly Pincus geb. Hiepe, während zwei Jahren in einem Lager inhaftiert waren. Elsa Borchardt gelang es, sich mit ihrem Mann, Hugo Borchardt, kurz vor Kriegsausbruch in die Schweiz zu retten.

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Julie Pincus
Bild: Familienarchiv

Julie Pincus blieb allein zurück in Berlin. Ihr Mann, Leopold Pincus, war schon 1918 gestorben. Von 1931 bis 1942 lebte sie in der Württembergischen Straße 16. Sie wurde am 21. September 1942 nach Theresienstadt verschleppt, wo die 78-jährige alte Dame wenige Tage nach ihrer Ankunft, am 2. Oktober 1942, an einer „Herzlähmung“, so steht es jedenfalls in dem noch erhaltenen Todesdokument, starb.

Text: Francois E. Cellier. Quelle: Unterlagen der Familie, Opferdatei Theresienstadt.