Stolpersteine Joachim-Friedrich-Straße 13

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Hausansicht Joachim-Friedrich-Str. 13
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Diese Stolpersteine wurden am 15.4.2014 verlegt

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Stolperstein Rolf Brühl
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
ROLF BRÜHL
JG. 1919
DEPORTIERT 7.12.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Rolf Brühl wurde am 11. Mai 1919 in Berlin geboren. Aus den zugänglichen Unterlagen ist über ihn und sein Leben nicht viel herauszufinden. Er war gab Kaufmann als Beruf an, als er im Alter von 24 Jahren ergriffen und verschleppt wurde.
In der Meldestatistik der Polizei von 1939 ist registriert, er habe „bei Italiener“ gewohnt, jedoch wurde niemand dieses Namens bei der Volkszählung am 17.5.1939 unter dieser Adresse erfasst, auch in den Jahren davor stand der Name Italiener nicht im Hausverzeichnis. Von Oktober 1942 an habe Rolf Brühl „illegal gelebt“, war zu seinem Namen vermerkt, als letzte Anschrift wurde die Walter-Fischer-Straße 5 angegeben. Hier wurde er wahrscheinlich verhaftet und in einem einzelnen Eisenbahnwaggon nach Auschwitz deportiert.

In diesem Wagen, der am 7. Dezember 1943 Berlin verließ, befanden sich 28 Männer und 27 Frauen, die sich versteckt hatten und von der Gestapo aufgegriffen worden waren, darunter fünf Kinder zwischen zwei und sechs Jahren. Rolf Brühl, der auf der Deportationsliste als „arbeitsfähig“ eingestuft wurde, ist in Auschwitz ermordet worden.

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Stolperstein Ida Lindemann
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
IDA LINDEMANN
JG. 1889
FLUCHT IN DEN TOD
29.9.1942

Ida Lindemann wurde am 14. Oktober 1889 in dem Dorf Neuteich, im damaligen Landkreis Marienburg, Westpommern (heute Woiwodschaft Pommern), geboren. Über ihr Leben ist den zugänglichen Dateien nichts zu entnehmen. Sie wohnte 1939 in der Joachim-Friedrich-Straße 13, jedenfalls war sie bei der Volkszählung am 17. Mai 1939 dort gemeldet.
Im Adressbuch stand sie jedoch nicht, vielleicht war sie Untermieterin. Wahrscheinlich war Ida Lindemann unverheiratet, in den spärlichen Daten fehlt jeder Hinweis. Das Einwohnermeldeamt brachte noch den Vermerk „verzogen 1939“ an, weitere Angaben fehlen aber.

Am 29. September 1942, wenige Woche nachdem mehrere Menschen aus den Nachbarhäusern abgeholt worden waren, was ihr nicht entgangen sein konnte, hat sich Ida Lindemann, um diesem Schicksal zu entgehen, im Alter von 52 Jahren selbst ums Leben gebracht.