Stolperstein Droysenstraße 6

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Hausansicht Droysenstr. 6
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Dieser Stolperstein wurde auf Initiative von Franziska Eichstädt-Bohlig von den Eigentümern und Bewohner/innen des Hauses gespendet und am 28. April 2015 verlegt.

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Stolperstein Lucie Davidsohn
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
LUCIE DAVIDSOHN
JG. 1895
DEPORTIERT 26.2.1943
ERMORDET
IN AUSCHWITZ

Lucie Davidsohn wurde geboren am 5. Juni 1895 in Berlin. Sie war ledig und hat immer in Berlin gelebt. Über ihren Beruf wissen wir nichts, aus den spärlichen Unterlagen lässt sich dazu nichts entnehmen. Vom 3.6.1940 bis zu ihrer Deportation war sie als Zwangsarbeiterin bei den Siemens-Schuckert-Werken eingesetzt. Auch das Brandenburgische Landeshauptarchiv hat keine Akte über sie.

Ihr Wohnsitz war bei der Volkszählung 1939 die Droysenstraße 6 in Charlottenburg, sie hatte sich jedenfalls dort registrieren lassen. Wahrscheinlich ist sie später unter Druck in die Dahlmannstrasse 28 umgezogen. Zur Zeit ihrer Arbeit bei Siemens wurde sie dort als Untermieterin von Bella Meyer eingetragen, die im Adressbuch 1942 mit dem Zusatz „Wwe.“ (Witwe) stand. Bella Meyer geb. Abt ist am 22. Februar 1943 nach Theresienstadt deportiert worden. Lucie Davidsohn ist dann kurz vor ihrer Deportation noch einmal in die Lützenstrasse 12 zwangsumgesiedelt worden. .

Am 26. Februar 1943 wurde Lucie Davidsohn, die 46 Jahre alt war, mit einem von den NS-Behörden als 30. Osttransport bezeichneten Reichbahnzug vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald nach Auschwitz deportiert. Sie war auf der Transportliste die Nr. 724 von 913 und wurde als „arbeitsfähig“ gekennzeichnet, das heißt, sie wurde an der berüchtigten „Rampe“ selektiert und mit 106 Frauen ins Arbeitslager eingewiesen.

Über den Tod von Lucie Davidsohn gibt es keine Angaben. Es wird vermutet, dass sie in einer der Gaskammern in Birkenau ermordet wurde. Diese Menschen wurden in Auschwitz nicht registriert.

Recherchen und Text: Franziska Eichstädt-Bohlig / Helmut Lölhöffel
Quellen: Bundesarchiv Gedenkbuch; Yad Vashem Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer; Auschwitz-Archiv; Internationaler Suchdienst ITS Bad Arolsen; Information der Kartei der Siemens-Schuckert-Werke AG, Berlin; Brandenburgisches Landeshauptarchiv (Karteikarte der Vermögensverwertungsstelle); Deportationsliste 138; Adressbücher 1939/1940/1942; Gottwaldt/Schulle: Die Judendeportationen. Wiesbaden 2005.