Stolperstein Schlüterstr. 73

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Stolperstein Hausansicht Schlüterstr. 73, Foto:H.-J. Hupka
Bild: H.-J. Hupka

Dieser Stolperstein wurde von den Großnichten Regine Rosenbach-Schaper (Berlin) und Claudia Rosenbach Ziembinski (Perth/Australien) gespendet und in ihrer Anwesenheit am 8.8.2014 verlegt.

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Stolperstein Henriette Rosenbach, Foto:H.-J. Hupka
Bild: H.-J. Hupka

HIER WOHNTE
HENRIETTEHENNY
ROSENBACH
JG. 1884
DEPORTIERT 16.6.1943
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET

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Henriette Rosenbach (in der Mitte), Privatarchiv Regine Rosenbach
Bild: Privatarchiv Regine Rosenbach

Henriette Rosenbach wurde am 4. Dezember 1884 in Bielefeld als Tochter des Schuhmachermeisters Jakob und seiner Ehefrau Irina Rosenbach, geb. Katz geboren. Sie hatte vier Geschwister: Mathilda, Siegmund, Willi und Paul. Die Familie siedelte vor dem Ersten Weltkrieg nach Berlin um. Paul gründete nach dem Ende des Krieges eine Konfektionsfirma und Henriette führte ein Konfitürengeschäft in der Friedrichstraße. Sie wurde „Tante Henny“ genannt und achtete auf ein enges Familienleben, besonders mit ihrem Bruder Paul, der seine Neffen Alexander, den Sohn seines 1935 gestorbenen Bruders Siegmund, und Heinz Siegmund, den Sohn seines 1929 gestorbenen Bruders Willi, versorgte und in seiner Firma ausbildete.

Diese Firma wurde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten enteignet. Alexander ging in die USA, Heinz Siegmund lebte in der Illegalität in Berlin. Henriette lebte zuerst in der Windscheidstraße 2, ihr letzter Wohnsitz war die Schlüterstraße 73, wo sie Untermieterin der Familie Andreae war. Von dort aus wurde sie über das Sammellager in der Iranischen Straße am 16. Juni 1943 mit einem vom Reichssicherheitshauptamt als 91. Alterstransport eingetragenen Zug mit 443 Menschen vom Bahnhof Grunewald nach Theresienstadt deportiert. Ihr sieben Jahre älterer Bruder Paul traf am 26. Mai 1944 mit einem der letzten Alterstransporte aus Berlin in Theresienstadt ein. Während er das Konzentrationslager überlebte, wurde seine Schwester Henriette am 12. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und dort im Alter von 59 Jahren ermordet.

Ob die Geschwister sich in Theresienstadt begegneten, ist nicht gewiss. Paul Rosenbach emigrierte 1945 in die USA, kehrte 1956 nach dem Tod seiner Ehefrau nach Berlin zurück und starb dort 1969 im Alter von 92 Jahren.

Text: Regine Rosenbach-Schaper