Stolperstein Emser Str. 17A

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Hausansicht Emser Str. 17A, Foto: H-J. Hupka
Bild: H.-J. Hupka

Dieser Stolperstein ist einer der zehn Stolpersteine, die in der Emser Str. 15-17a verlegt wurden und die von Erika Traube (Emser Straße 17) vorbereitet wurden, die auch Spenden hierfür sammelte. Schülerinnen und Schüler der Johann-Peter-Hebel-Grundschule (Emser Straße 50) begleiteten mit Gesang das Gedenken am 29.10.2013 .

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Stolperstein Johanna Stein, Foto:H.-J. Hupka
Bild: H.-J. Hupka

HIER WOHNTE
JOHANNA STEIN
GEB. JOSEPH
JG. 1871
DEPORTIERT 17.7.1942
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET

Johanna Stein , geb. Joseph, kam am 16. September 1871 in Berlin zur Welt. Sie wohnte in der Emser Straße 17a. In ihre Meldekarte bei der Polizei war die Notiz „vorübergehend abwesend“ eingetragen. Als ihr die Wohnung 1941 gekündigt wurde – vermutlich nur weil sie Jüdin war, zog sie in die „Pension Isaak“ am Kurfürstendamm 195.

Johanna Stein hatte zwei Töchter: Gisela, verheiratete Liedtke, geboren am 7. April 1893 in Wien, und Margot, verheiratete Krusch, am 20. Februar 1897 in Berlin. Beide konnten nach England fliehen.

Johanna Stein besaß einige Wertpapiere und Anteile an Immobilien. Dieses Vermögen wurde mit Verfügung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) vom 3.6.1942 beschlagnahmt, nachdem sie Ende 1938 bereits die sogenannte „Judenvermögensabgabe“ geleistet hatte, die allen Juden als „Sühneleistung“ für die Verwüstungen in der Pogromnacht 1938 auferlegt wurde. Zum Zeitpunkt ihrer vollständigen Enteignung war Johanna Stein bereits in das Sammellager Große Hamburger Straße verschleppt worden, wo sie von einem Gerichtsvollzieher den Bescheid über die Beschlagnahmung ihres gesamten Besitzes, einschließlich der Wohnungseinrichtung, erhielt.

Johanna Stein wurde am 17. Juli 1942 nach Theresienstadt und am 16. Mai 1944 weiter nach Auschwitz deportiert und dort am 31. Juli 1944 ermordet.

Recherche: Erika Traube, Text: Gisela Morel-Tiemann

Unerfindlich ist, dass auf der Deportationsliste dieses Zuges, der am 17. Juli 1942 vom Anhalter Bahnhof über Dresden in Richtung Prag fuhr, an der übernächsten Stelle hinter Johanna Stein eine Frau stand, die Jettchen Stein und mit Mädchennamen ebenfalls Joseph hieß. Sie war am 13. Dezember 1869 geboren – und zwar, wie die zwei Jahre ältere Ernestine Joseph , in dem Ort Filehne und etwa zwei Jahre vor Johanna Stein. Ob die drei Frauen miteinander verwandt oder verschwägert waren, ist nicht mehr rekonstruierbar. Jettchen Stein, deren Adresse Unionstraße 2 war, blieb nur zwei Monate im Theresienstädter Ghetto und wurde am 19. September 1942 nach Treblinka weitergeschickt, wo sie umgebracht worden ist.