Stolpersteine Ludwigkirchstraße 7

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Hauseingang Ludwigkirchstr. 7
Bild: Stolperstein-Initiative CW

Diese Stolpersteine wurden am 21.9.2013 verlegt.

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Stolperstein James Dresdner
Bild: Stolperstein-Initiative CW

HIER WOHNTE
JAMES DRESDNER
JG. 1893
DEPORTIERT 18.10.1941
LODZ / LITZMANNSTADT
ERMORDET 3.2.1942

James Dresdner wurde am 4. April 1993 in Berlin geboren. Seit 1924 wohnte er mit seiner Frau Herta in der Ludwigkirchstraße 7 im 2. Stock des Gartenhauses. Er war Dr. jur., aber offenbar weder Rechtsanwalt noch sonst in der Justiz. Seine verschiedenen Tätigkeiten sind im Berliner Adressbuch abzulesen: Anfangs war James Dresdner als „Bankprokurist“, später in den 1930er Jahren als „Agent“, dann als „Buchhalter“, 1939 mit dem Zusatz „Schreibmasch.“, 1940 nur noch mit dem allen Juden verpassten Vornamen „Israel“ und ohne Berufsbezeichnung eingetragen.

Am 18. Oktober 1941 wurde das Ehepaar Dresdner zunächst in die Sammelstelle inn der Synagoge an der Levetzowstraße und dann mit dem ersten vom Bahnhof Grunewald abgehenden Deportationszug, in den 1013 Menschen gezwungen wurden, nach Lodz, das damals Litzmannstadt hieß, gebracht. Am 3. Februar 1942 ist er dort umgebracht worden.

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Stolperstein Herta Dresdner
Bild: Stolperstein-Initiative CW

HIER WOHNTE
HERTA DRESDNER
GEB. HÜTGER-RUBEN
JG. 1896
DEPORTIERT 18.10.1941
LODZ/LITZMANNSTADT
ERMORDET 10.5.1942
CHELMNO / KULMHOF

Herta Dresdner, geb. Hütger-Ruben, ist am 7. Februar 1896 in Hamburg geboren. Sie war mit dem Juristen Dr. James Dresnder verheiratet, der seit 1929 in der Ludwigstraße 7 wohnte.

Über die als Sammelstelle missbrauchte Synagoge Levetzowstraße wurden beide am 18. Oktober 1941 mit dem allerersten Deportationszug vom Bahnhof Grunewald nach Lodz (damals Litzmannstadt) verschleppt. Während ihr Mann dort am 3. Februar 1942 ermordet wurde, ist Herta Dresdner nach Chelmno (Kulmhof) weiterdeportiert und am 10. Mai 1942 ums Leben gebracht worden.

Zusammen mit ihrer Schwester Herta Dresdner und ihrem Schwager James wohnte Carla Schreiber geb. Ruben, geboren am 19. November 1894, in dieser Wohnung. Es gibt eine Aufforderung der Gestapo vom 11.11.1943, die Vermögenserklärung einzureichen. Von diesem Zeitpunkt an gibt es aber keinerlei weiteren Informationen über ihr Schicksal. Im Bundesarchiv kommt ihr Name nicht vor.

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Stolperstein Lilli Rothschild
Bild: Stolperstein-Initiative CW

HIER WOHNTE
LILLI ROTHSCHILD
GEB. HELFFT
JG. 1894
DEPORTIERT 30.6.1943
THERESIENSTADT
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Lilli Rothschild geb. Helfft wurde am 6. Februar 1894 in Berlin geboren. Sie war eine Tochter des Mitinhabers der Privatbank Helfft & Friedländer in Berlin und verheiratet mit dem Bankier Fritz Rothschild. 1934 wurden sie gezwungen, dessen Privatbank zu schließen und aus der von ihrem Vater geerbten Villa in Beelitz nach Berlin in die Ludwigkirchstraße 7 umzuziehen.
Der Sohn Rolf Walter Rothschild wurde 1939 mit einem Kindertransport nach Schweden geschickt. Als rechtmäßiger Erbe stellte er einen Entschädigungsantrag.
Während der Nachforschungen über die Familie für die Verlegung der Stolpersteine konnte keine Verbindung zu dem Sohn hergestellt werden.

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Stolperstein Fritz Rothschild
Bild: Stolperstein-Initiative CW

HIER WOHNTE
FRITZ ROTHSCHILD
JG. 1895
DEPORTIERT 30.6.1943
THERESIENSTADT
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Fritz Rothschild wurde am 20. Oktober 1895 in Berlin geboren. Er war alleiniger Inhaber des Bankhauses Richard Lowinski in Beelitz, das er 1925 erworben hatte. Er wurde 1934 enteignet. Aus seiner – nach Auskunft von Nachbarn – elegant eingerichteten Villa in Beelitz, musste 1936 in die Ludwigkirchstraße 7 umziehen. Von 1936 bis 1938 war er als „Buchhalter“ im Adressbuch eingetragen, 1939 als „Prokurist“.

Am 30. Juni 1943 wurde er zusammen mit seiner am 6. Februar 1894 in Berlin geborenen Frau Lilli zunächst in das auch als Durchgangslager verwendete Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 29. September 1944 kam er dann nach Auschwitz, wo er ermordet worden ist.

Am 30. Juni 1943 wurde das Ehepaar in einem von zwei mit 100 Menschen besetzten, an einen fahrplanmäßigen Zug vom Anhalter Bahnhof nach Prag angehängten verschlossenen Personenwagen nach Theresienstadt gebracht. Am 29. September 1944 wurde Fritz Rothschild nasch Auschwitz gefahren und dort ermordet. Eine Woche nach ihrem Mann, am 6. Oktober 1944, ist die damals knapp 50jährige Frau nach Auschwitz weiterdeportiert worden, wo sie ebenfalls ermordet wurde.

Recherchen und Texte: Helmut Lölhöffel/Sigi Dehmel
Quellen: Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam, Entschädigungsamt Berlin, Berliner Adressbücher