Stolpersteine Deidesheimer Straße 12

Bildvergrößerung: Hausansicht Deidesheimer Str. 12
Hausansicht Deidesheimer Str. 12
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Die Stolpersteine wurden am 07.06.2011 verlegt.

Link zu: Stolperstein für Ruzena Chocheles
Stolperstein für Ruzena Chocheles
Bild: Frank Janotta-Simons

HIER WOHNTE
RUZENA CHOCHELES
GEB. DUBOWETZ
JG. 1881
DEPORTIERT 14.12.1942
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Ruzena Chocheles geb. Dubowetz ist am 25. August 1881 in Horka (damals Ungarn, später Tschechoslowakei, jetzt Slowakei) geboren. Im Melderegister von 1939 war sie mit der „Staatsbürgerschaft CSR“ notiert.
Sie war als Witwe im Adressbuch 1939 in der Deidesheimer Straße 12 eingetragen, im Jahr davor mit dem Vornamen Rosa. Ein Mann dieses Namens ist nicht auffindbar. Er muss vor 1937 gestorben sein. Vor ihrer Deportation wurde Ruzena Chocheles in die Emser Straße 18/19 umgesiedelt und von dort in die Große Hamburger Straße 26, ein zur Sammelstelle umfunktioniertes jüdisches Altersheim, gebracht. Am 14. Dezember 1942 ist sie in einem Güterwagen nach Riga gefahren worden. In den Wäldern nahe der lettischen Hauptstadt wurde sie schließlich erschossen.

Link zu: Stolperstein für Frieda Hirschfeld
Stolperstein für Frieda Hirschfeld
Bild: Frank Janotta-Simons

HIER WOHNTE
FRIEDA HIRSCHFELD
GEB. STRELLNAUER
JG. 1870
DEPORTIERT 10.9.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 29.9.1942
TREBLINKA

Frieda Hirschfeld geb. Strellnauer ist am 15. September 1870 in Thorn (Torun), damals Westpreußen, geboren. Sie hatte eine Tochter Meta, die am 16. Dezember 1894 in einer Kleinstadt nahe Danzig zur Welt kam. Im Adressbuch 1939 war sie in der Deidesheimer Straße 12 mit dem Zusatz „Witwe“ eingetragen. Von dort wurde Frieda Hirschfeld eine Tages im Morgengauen abgeholt und in einem Lastwagen der Polizei in die Sammelstelle Große Hamburger Straße 26 verschleppt. Zunächst wurde sie am 10. September 1942 aus Berlin nach Theresienstadt gebracht. Todesort war allerdings Treblinka, am 20. September 1942 (fehlerhafte Inschrift: 29.9.1942), wohin sie aus Theresienstadt weiterdeportiert worden ist.

Link zu: Stolperstein für Meta Hirschfeld
Stolperstein für Meta Hirschfeld
Bild: Frank Janotta-Simons

HIER WOHNTE
META HIRSCHFELD
JG. 1874
DEPORTIERT 1.3.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET 30.3.1943

Meta Hirschfeld ist am 16. Dezember 1894 (auf dem Stolperstein ist als Geburtsjahr 1874 angegeben, das ist falsch, es war 1894) in Schwetz im damaligen Westpreußen, einer Kreisstadt an der Weichsel südlich von Danzig (heute Swiecie in Polen), geboren.
In Berlin wohnte sie in Wilmersdorf bei ihren Eltern, zuletzt zusammen mit ihrer Mutter Frieda, in der Deidesheimer Straße 12. Der Vater vermutlich gestorben, sein Vorname ist bei der Häufigkeit des Namens Hirschfeld nicht mehr herauszufinden. Meta Hirschfeld war Zwangsarbeiterin. Bei der “Fabrikaktion“, als jüdische Zwangsarbeiter/innen willkürlich verhaftet wurden, musste sie sich in der Ausweich-Sammelstelle an der Rathenower Straße, einer ehemaligen Reithalle, melden. Deportiert wurde sie von dort am 1. März 1943 ins Konzentrationslager Auschwitz, der Tag ihrer Ermordung war der 30. März 1943.

Texte: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf