Stolpersteine Giesebrechtstraße 12

Bildvergrößerung: Hauseingang Giesebrechtstr. 12
Hauseingang Giesebrechtstr. 12
Bild: Bezirksamt Charlotenb.-Wdf, B. Plewa

15 Stolpersteine wurden am 8.5.2011 verlegt.
Die Stolpersteine für Ida und Felix Benjamin wurden am 1.4.2014 verlegt.

Die Stolpersteine für Amanda und Emanuel Berger wurden von Phillipp Imanuel Koblenz und Iella Peter gespendet.
Die Stolpersteine für Otto und Rose Reich wurden von Dr. Marion Knauf gespendet.
Der Stolperstein für Erna Edith Goldschmidt wurde von Hanne Becker-Koch gespendet.
Die Stolpersteine für Lilly, Hanni und Erich Wechselmann wurden von Petra und Michael Wolf gespendet.
Die Stolpersteine für Margarete und Auguste Kaiser wurden von Heidi Ewald und Herbert Märtin gespendet.

Bildvergrößerung: Stolperstein Lilly Wechselmann
Stolperstein Lilly Wechselmann
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
LILLY
WECHSELMANN
JG. 1929
DEPORTIERT 14.10.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Stolperstein Hanni Wechselmann
Stolperstein Hanni Wechselmann
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
HANNI
WECHSELMANN
GEB. SIMMENAUER
JG. 1905
DEPORTIERT 14.10.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Stolperstein Erich Wechselmann
Stolperstein Erich Wechselmann
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
ERICH
WECHSELMANN
JG. 1892
DEPORTIERT 14.10.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Stolperstein Amanda Berger
Stolperstein Amanda Berger
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
AMANDA BERGER
GEB. SACHS
JG. 1872
DEPORTIERT 2.2.1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 10.4.1944

Bildvergrößerung: Stolperstein Emanuel Berger
Stolperstein Emanuel Berger
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
EMANUEL BERGER
JG. 1872
DEPORTIERT 2.2.1943
THERESIENSTADT
ERMORDET NOV. 1943

Bildvergrößerung: Stolperstein Erna Edith Goldschmidt
Stolperstein Erna Edith Goldschmidt
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
ERNA EDITH
GOLDSCHMIDT
GEB. BERGER
JG. 1900
DEPORTIERT 29.1.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET MÄRZ 1943

Bildvergrößerung: Stolperstein Margarete Kaiser
Stolperstein Margarete Kaiser, 10.05.11 Foto:B.Plewa
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
MARGARETE KAISER
JG. 1887
DEPORTIERT 26.2.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Stolperstein Auguste Kaiser
Stolperstein Auguste Kaiser
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
AUGUSTE KAISER
JG. 1890
DEPORTIERT 26.2.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Stolperstein Feodora Liegner
Stolperstein Feodora Liegner
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
FEODORA LIEGNER
GEB. SACHS
JG. 1881
DEPORTIERT 13.1.1942
ERMORDET IN
RIGA

Bildvergrößerung: Stolperstein Otto Reich
Stolperstein Otto Reich
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
OTTO REICH
JG. 1885
DEPORTIERT 29.1.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET 15.2.1943

Bildvergrößerung: Stolperstein Rose Reich
Stolperstein Rose Reich
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
ROSE REICH
GEB. REICH
JG. 1888
DEPORTIERT 29.1.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Stolperstein Frida Dresel
Stolperstein Frida Dresel
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
FRIDA DRESEL
GEB. AUERBACH
JG. 1890
DEPORTIERT 14.7.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 16.5.1944
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Stolperstein Lotte Benjamin
Stolperstein Lotte Benjamin
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
LOTTE BENJAMIN
GEB. LABISCHIN
JG. 1898
DEPORTIERT 17.11.1941
KOWNO
ERMORDET 25.11.1941

Bildvergrößerung: Stolperstein Gerda Lehmann
Stolperstein Gerda Lehmann
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
GERDA LEHMANN
GEB. KREINER
JG. 1920
DEPORTIERT 3.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Stolperstein Adele Rosenbaum
Stolperstein Adele Rosenbaum
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
ADELE ROSENBAUM
GEB. LEVY
JG. 1883
DEPORTIERT 25.6.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 18.4.1943

Bildvergrößerung: Stolperstein Gertrud Schoeler
Stolperstein für Gertrud Schoeler
Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., B.Plewa

HIER WOHNTE
GERTRUD SCHOELER
GEB. GRÜNBERG
JG. 1901
DEPORTIERT 6.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Bildvergrößerung: Stolperstein Felix Benjamin
Stolperstein Felix Benjamin
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, H.-J. Hupka

HIER WOHNTE
FELIX BENJAMIN
JG. 1871
DEPORTIERT 17.3.1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 3.4.1943

Felix Benjamin wurde am 26. Januar 1871 in Berlin geboren. Am 26. Februar 1901 heiratete er in Kattowitz Ida Grünfeld, die zur Familie der Gründer einer Erzhandelsfirma gehörte.
Im selben Jahr wurde Felix Benjamin Mitinhaber des Erzimporteurs Rawack&Grünfeld, 1914/15 verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz von Beuthen (Schlesien) nach Berlin.
Er war ein wohlhabender Industrieller. Zunächst wohnte er an der Winkler Straße 22 in einer Villa am Dianasee in Grunewald. 1915 tauchte er als Spender für die Lehranstalt der Wissenschaft des Judentums in Berlin auf. Dann lebte er eine Zeitlang mit seiner Frau in Schmargendorf am Hohenzollerndamm 123.
Felix Benjamin wurde Generaldirektor und Aufsichtsratsvorsitzender von Rawack&Grünfeld sowie Anteilseigner und Aufsichtsratsmitglied des Lübecker Hochofenwerks, das zu 90 Prozent im Besitz jüdischer Deutscher war. Der Flick-Konzern verleibte es sich nach 1937 mit Hilfe der Nationalsozialisten ein. Nach dieser Arisierung wurden Benjamin und die anderen jüdischen Eigentümer systematisch aus dem Unternehmen gedrängt. Im Berliner Adressbuch stand er später noch als „Generaldirektor i.R.“
Zur Zeit der Volkszählung am 17.5.1939 war er als Untermieter bei Flora Steinitz in der Sächsischen Straße 2 gemeldet. Als sie am 14. August 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde, muss der enteignete und verarmte Felix Benjamin erneut umziehen und wohnte wiederum zur Untermiete in der Giesebrechtstraße 12 in Charlottenburg, einer Seitenstraße des Kurfüstendamms.
Am 17. März 1943 wurde Felix Benjamin in einem Zug mit 1159 Menschen vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald nach Theresienstadt deportiert. Dort ist er ins Ghetto eingeliefert worden und am 3. April 1943 umgebracht worden.
Seine Frau Ida war krank und bei Verwandten in Schlesien untergekommen. Sie wurde aus einem Krankenhaus in Breslau ebenfalls nach Theresienstadt deportiert, sah allerdings ihren Mann nicht mehr wieder, erlitt einen Schlaganfall und starb am 11. Juli 1943.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zahlte Flick an die Familie Benjamin Entschädigungsleistungen und entging so einem gerichtlichen Restitutionsverfahren.

Bildvergrößerung: Stolperstein Ida Benjamin
Stolperstein Ida Benjamin
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, H.-J. Hupka

HIER WOHNTE
IDA BENJAMIN
GEB. GRÜNFELD
JG. 1873
DEPORTIERT 9.6.1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 11.7.1943

Ida Benjamin geb. Grünfeld wurde am 5. Oktober 1873 in Kattowitz (Katowice) in Schlesien geboren. Sie war die Schwester der Architekten Hugo und Max Grünfeld und gehörte zur Familie eines Erzimporteurs. Verheiratet war sie seit 1901 mit dem Industriellen Felix Benjamin und zog mit ihm nach Berlin um. Als ihr Beruf wurde „Haushalt“ angegeben.

Anfang der 1940er Jahre erkrankte sie und versuchte in Wölfelsgrund in Schlesien, vermutlich bei Verwandten, Unterschlupf zu finden, musste dann aber nach Breslau in ein Krankenhaus. Dort wurde sie von der Gestapo aufgetan, verhaftet und deportiert.
Etwas später als ihr Mann aus Berlin kam sie am 9. Juni 1943 von Breslau ins Ghetto Theresienstadt. Sie sah ihn allerdings nicht mehr, denn zu dieser Zeit war er schon tot. Drei Monate nach ihm und vier Wochen nach ihrer Ankunft ist sie in Theresienstadt am 11. Juli 1943 mit 69 Jahren ums Leben gekommen. Auf dem Totenschein www2.holocaust.cz/de/document/DOCUMENT.ITI.19060 wurde vermerkt, sie sei nach einem Schlaganfall in Schwermut („Melancholie“) verfallen, was vermutlich durch die Umstände der Verfolgung verursacht war.

Zusammenstellung: Helmut Lölhöffel, Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf
Quellen: Bundesarchiv; Berliner Adressbücher; Standesamt Arolsen; Archiv der Stadtverwaltung Bytom (Beuthen); Norbert Frei u.a.: Der Konzern, die Familie, die Macht. München 2009; Entschädigungsamt Berlin