Stolperstein Gervinusstraße 12

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Hauseingang Gervinusstr. 12, 18.10.2011
Bild: BA Charlottenburg-Wilmersdorf, Held

Dieser Stolperstein wurde am 17.03.2011 verlegt und von Monika und Wilfried Herz, Berlin, gespendet.

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Stolperstein Gertrud Mannheim
Bild: BA Charlottenburg-Wilmersdorf, Held

HIER WOHNTE
GERTRUD MANNHEIM
JG. 1871
DEPORTIERT 7.9.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 25.9.1942

Gertrud Mannheim wurde am 9. April 1871 in Erkner bei Berlin geboren.
Sie war ledig. Über ihre Familie und ihr Leben ist nichts bekannt, Akten sind nicht aufzufinden. Da es in der kleinen Stadt Erkner eher nicht möglich war, einen Beruf auszuüben, um den Lebensunterhalt zu verdienen, lebte sie in Berlin, zuletzt in Charlottenburg in der Gervinusstraße 12. Im Adressbuch war sie nicht eingetragen, im Melderegister 1939 war zu ihrem Namen registriert: „Hotel Gervinus“. Tatsächlich befand sich im Haus bis 1943 ein Hotel mit Restaurant, Konditorei und Kaffee, das dem Gastwirt Richard Lüty und seiner Frau M. gehörte, die bis 1936 auch hier wohnten. Vor ihrer Deportation musste Gertrud Mannheim zwangsweise in die Winsstraße 14 nach Prenzlauer Berg umziehen.

Am 7. September 1942 wurde sie im Alter von 71 Jahren zusammen mit vier weiteren Frauen aus der Winsstraße 14 zunächst ins Sammellager an der Großen Hamburger Straße 26 und dann ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Ebenfalls erlitt dieses Schicksal die ihr vermutlich bekannte Magdalene Sternfeld, die um die Ecke in der der Droysenstraße 19 wohnte. Keine zwei Wochen später, am 25. September 1942, starb Gertrud Mannheim an Darmkatarrh, einer Folge von Unterernährung, schlechten hygienischen Verhältnissen und fehlender medizinischer Versorgung. Ihr Totenschein ist in der Opferdatei Theresienstadt erhalten

Text: Monika Herz
Quellen: statistik-des-holocaust.de, www2.holocaust.cz, http://digital.zlb.de/viewer/image/10089470_1942/5593/