Stolpersteine Trendelenburgstraße 16

Link zu: Hauseingang Trendelenburgstr. 16
Hauseingang Trendelenburgstr. 16
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

Diese Stolpersteine wurde am 17.03.2011 verlegt.

Link zu: Stolperstein Walter Cibulski
Stolperstein Walter Cibulski
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
WALTER CIBULSKI
JG. 1901
DEPORTIERT 29.10.1941
LODZ / LITZMANNSTADT
CHELMNO / KULMHOF
ERMORDET 4.5.1942

In der nationalsozialistischen Todesmaschinerie wurde am 4. Mai 1942 die Familie Cibulski – Vater, Mutter, Sohn und Tochter – ausgelöscht.

Walter Cibulski wurde am 28. Februar 1901 in Harburg bei Hamburg geboren. Seine Eltern heißen Gustav Cibulski und Rosa geb. Markus. Verheiratet war er mit Martha Cibulski geb. Wolf, die am 2. Februar 1909 in Wilhelmshaven geboren wurde. Ihr Sohn Heinz Cibulski kam am 13. Januar 1932 in Hamburg zur Welt. Nach dem Umzug der Familie in die Reichshauptstadt, wo er sich eine günstigere berufliche Aussicht erträumte, folgte die Tochter Edith Esther Cibulski, die am 1. September 1934 in Berlin geboren wurde. Von 1934 an war Walter Cibulski als Kaufmann in der Trendelenburgstaße 16 verzeichnet, wo er mit Frau und Kindern bis zur Deportation lebte.

Ende Oktober 1941, als die planmäßigen Judendeportationen begonnen hatten, wurden alle vier in die für diesen Zweck missbrauchte Synagoge Levetzowstraße 7-8 transportiert, wo sie sich für die Deportation registrieren lassen und „Vermögenserklärungen“ abzuliefern hatten. Jedoch war bei Cibulskis nicht viel zu holen, denn mit gerade einmal 40 Jahren hatten sie keine Reichtümer erwerben können und das wenige, was sie besaßen, war ihnen größtenteils genommen worden. Die beiden Kinder durften keine öffentlichen Schulen besuchen.

Mit etwa 1030 Menschen wurden die vier Cibulskis in einem Reichsbahn-Zug am 29. Oktober 1941 vom Bahnhof Grunewald ins Ghetto der polnischen Stadt Lodz, die von den Nationalsozialisten, die damals Polen besetzt hatten, in Litzmannstadt umbenannt worden war. Die Familie wurde am 4. Mai ins nahe Chelmno (Kulmhof) gefahren und dort ermordet.

Ein Neffe Walter Cibulskis, Gerhard Falk aus Buffalo (USA), hat 1979 zum Gedenken an seinen Onkel, dessen Frau und die Kinder Gedenkblätter in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hinterlegt.

Zusammenstellung: Helmut Lölhöffel

Link zu: Stolperstein Martha Cibulski
Stolperstein Martha Cibulski
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
MARTHA CIBULSKI
GEB. WOLF
JG. 1909
DEPORTIERT 29.10.1941
LODZ / LITZMANNSTADT
CHELMNO / KULMHOF
ERMORDET 4.5.1942

Link zu: Stolperstein Edith Ester Cibulski
Stolperstein Edith Ester Cibulski
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
EDITH ESTER
CIBULSKI
JG. 1934
DEPORTIERT 29.10.1941
LODZ / LITZMANNSTADT
CHELMNO / KULMHOF
ERMORDET 4.5.1942

Link zu: Stolperstein Heinz Cibulski
Stolperstein Heinz Cibulski
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
HEINZ CIBULSKI
JG. 1932
DEPORTIERT 29.10.1941
LODZ / LITZMANNSTADT
CHELMNO / KULMHOF
ERMORDET 4.5.1942

Link zu: Stolperstein Felix Oliven
Stolperstein Felix Oliven
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
FELIX OLIVEN
JG. 1879
FLUCHT 1939 FRANKREICH
INTERNIERT DRANCY
DEPORTIERT 14.8.1942
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Felix Oliven ist am 25. Juli 1879 in Lissa (Leszno) in der Region Posen (Poznan) geboren. Er wohnte in Charlottenburg in der Trendelenburgstraße 16 und handelte mit Tierfellen.
Kurz vor dem Beginn der Deportationen der Juden aus Berlin flüchtete Felix Oliven am 17. Juli 1939 nach Frankreich. Dort wurde er jedoch während der deutschen Besetzung von der Gestapo geschnappt und im Lager Drancy bei Paris interniert. Am 14. August 1942 fuhr von hier ein Todeszug mit Häftlingen nach Auschwitz ab, darunter war Fritz Oliven. Er war 63 Jahre alt, als er ermordet wurde.

Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf

1967 beantragte Henry Oliven aus Chicago (USA) Entschädigung für „in Frankreich beschagnahmte Gegenstände“, jedoch vergeblich.