Stolpersteine Babelsberger Straße 11

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Hausansicht Babelsberger Str. 11
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Diese Stolpersteine wurden am 15.4.2010 verlegt.

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Stolperstein für Herbert Kabaker
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
HERBERT KABAKER
JG. 1896
DEPORTIERT 1.3.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Herbert Kabaker wurde am 18. November 1896 in Berlin geboren. Er war mit Alice Silberberg verheiratet, mit der er drei Kinder bekam. Alle wohnten in Wilmersdorf in der Babelsberger Straße 11, vorher in Neukölln in der Geygerstraße 9. Im Adressbuch war er als Handelsvertreter eingetragen.

Aus einem Sammellager an der Rathenower Straße ist Herbert Kabaker, der vermutlich bei der sogenannten Fabrikaktion festgenommen wurde, als alle jüdischen Zwangsarbeiter willkürlich verhaftet wurden, zum Güterbahnhof Moabit getrieben worden. In der Ulanenkaserne Rathenower Straße/Invalidenstraße befand sich im Tattersaal der Feldzeugmeisterstraße zeitweise ein Sammellager, in dem Juden vor ihrer Deportation untergebracht wurden. Deportiert wurde er am 1. März 1943 nach Auschwitz. Dort ist er, allenfalls nach einer kurzen Phase in einem der Arbeitslager, umgebracht worden.

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Stolperstein für Alice Kabaker
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
ALICE KABAKER
GEB. SILBERBERG
JG. 1902
DEPORTIERT 4.3.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Alice Kabaker geb. Silberberg wurde am Weihnachtsabend des Jahres 1902,
am 24. Dezember 1902, in Herten in Westfalen geboren. Sie war die Tochter von Emil und Olga Silberberg. Sie war Hausfrau und mit Herbert Kabaker verheiratet, sie hatten drei Kinder, darunter Liselotte, die 1927 geboren ist, und wohnten in Wilmersdorf in der Babelsberger Straße 11.

Deportiert wurde sie am 4. März 1943 nach Auschwitz und dort ermordet.

Ein Teil dieser Informationen stammt von einem Gedenkblatt, das ein Cousin, Gershon Sorenson aus Rishon-Lis-Zion in Israel, im Jahr 1999 bei der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem eingereicht hat.

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Stolperstein für Liselotte Kabaker
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
LISELOTTE KABAKER
JG. 1927
DEPORTIERT 26.10.1942
RIGA
ERMORDET 29.10.1942

Liselotte Kabaker ist am 6. Februar 1927 in Berlin geboren. Ihre Eltern waren Herbert und Alice Kabaker. Bei ihnen wohnte sie in der Babelsberger Straße 11.

Warum sie, die erst 15 Jahre alt war, gut vier Monate vor ihren Eltern offenbar allein deportiert worden ist, erschließt sich auf Anhieb nicht. Denkbar ist, dass sie als Zwangsarbeiter in „kriegswichtiger Produktion“ gebraucht wurden. Die Tochter wurde in die Sammelstelle für zur Deportation vorgesehene Jüdinnen und Juden in der ehemaligen Synagoge der Levetzowstraße in Moabit gebracht. Am 26. Oktober 1942 wurde Liselotte Kabaker vom Güterbahnhof an der Putlitzstraße in einem Zug mit 798 Leuten nach Riga deportiert. Dort wurde sie sofort nach der Ankunft des Zuges auf dem Güterbahnhof Skirotava am 29. Oktober 1942 ermordet.

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Stolperstein für Matha Seif
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
MARTHA SEIF
JG. 1900
DEPORTIERT 26.2.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Martha Seif wurde geboren am 26. Juni 1900 in Schwersenz (Swarzedz) östlich von Posen (Poznan). Martha war eine jüngere Schwester von Berthold Seif, blieb unverheiratet und zog mit ihm sowie dessen Frau Alice nach Berlin. Welchen Beruf sie dort ausübte, ist nicht bekannt. Sie wohnte in der Babelsberger Straße 11 bei ihrem Bruder.

Anfang 1943 wurde sie in das Sammellager Große Hamburger Straße 26 eingewiesen und am 26. Februar 1943 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort ist Martha Seif um ihr Leben gebracht worden.

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Stolperstein für Berthold Seif
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
BERTHOLD SEIF
JG. 1887
DEPORTIERT 28.6.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Berthold Seif wurde geboren am 25. November 1887 in Schwersenz (Swarzedz) im Osten der Stadt Posen (Poznan). Verheiratet war er mit Fanni Chaymowicz aus dem etwas südlich gelegenen Schildberg (Ostrzeszow), die mit ihm nach Berlin zog und mindestens seit 1930 in Wilmersdorf in der Babelsberger Straße 11 wohnte, wo er als kaufmännischer Angestellter im Adressbuch verzeichnet gewesen ist. Beide wurden zusammen nach Auschwitz deportiert. Am 28. Juni 1943 wurden sie in das Konzentrations- und Vernichtungslager gebracht, wo sie wie die meisten dorthin Verschleppten vergast worden sind.

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Stolperstein für Fanny Seif
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
FANNI SEIF
GEB. CHAYMOWICZ
JG. 1889
DEPORTIERT 28.6.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Fanni Seif geb. Chaymowicz wurde am 13. Januar 1889 in Schildberg (Ostrzeszow) südlich von Posen (Poznan) geboren. Sie heiratete Berthold Seif und ging mit ihm aus der polnischen Provinz nach Berlin. Auch Martha Seif, eine wie er ebenfalls aus Schwersenz stammende Schwester Bertholds, wohnte dort und wurde schon vor den beiden nach Auschwitz deportiert. Fanni Seif ist mit ihrem Mann am 28. Juni 1943 nach Auschwitz gebracht worden und im Konzentrations- und Vernichtungslager ermordet worden.

Alle Texte: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf