Stolpersteine Nassauische Straße 53

Link zu: Hauseingang Nassauische Str. 53, 6.8.13
Hauseingang Nassauische Str. 53, 6.8.13
Bild: BA CW, Held

Diese Stolpersteine wurden am 22.10.2009 verlegt.

Link zu: Stolperstein für Martin Lewin
Stolperstein für Martin Lewin
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
MARTIN LEWIN
JG. 1884
DEPORTIERT 10.3.1944
THERESIENSTADT
ERMORDET OKT. 1944 IN
AUSCHWITZ

Martin Lewin ist am 13. Februar 1884 in Magdeburg geboren. Er war Kaufmann und wohnte mit seiner Familie anfangs in Magdeburg, später in Berlin-Wilmersdorf in der Nassauischen Straße 53 im 2. Stock. Nach Erinnerung der Kinder der über ihm wohnenden Nachbarn hatten Lewins ebenfalls zwei Kinder, die miteinander befreundet waren und spielten. Der Vater dieser Familie, der berufliche Beziehungen zur türkischen Botschaft hatte, versuchte Lewins zur Flucht zu verhelfen. Seine Bemühungen waren aber vergeblich.

Vor der Deportation musste die Familie Lewin zwangsweise in die Gasteiner Straße 13 umziehen. Am 10. März 1944 wurde Martin Lewin mit seiner Frau Elsbeth sowie der Tochter Ursula (wohin ihr Bruder entkam, ist nicht bekannt) mit insgesamt 56 Menschen nach Theresienstadt deportiert, vorher waren es meistens jeweils 100 gewesen. Die meisten dieser 56 waren Patienten aus dem Jüdischen Krankenhaus oder so genannte „Mischehen“, wie die NS-Behörden Ehen von Juden mit Ariern einstuften. Bei Martin Lewin war auf der Deportationsliste der Zusatzvermerk angebracht: “lt. Weisung des R.S.H.A.“, diese Abkürzung stand für das Reichssicherheitshauptamt, in dem die Deportationen vorbereitet wurden. Mit einem Massentransport von 2035 Leuten wurden die drei Lewins dann am 28. Oktober 1944 von Theresienstadt nach Auschwitz gebracht, wo sie ermordet worden sind. Kurz nach ihrem 1943 erzwungenen Auszug aus der Nassauischen Straße 53 sind in Lewins Wohnung, die noch voll möbliert war, Nazis eingezogen.

Link zu: Stolperstein für Elsbeth Lewin
Stolperstein für Elsbeth Lewin
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
ELSBETH LEWIN
GEB. LÖWENSTEIN
JG. 1887
DEPORTIERT 10.3.1944
THERESIENSTADT
ERMORDET OKT. 1944 IN
AUSCHWITZ

Elsbeth Lewin geb. Löwenstein ist am 7. Mai 1887 in Berlin geboren. Sie heiratete Martin Lewin, der Kaufmann war und in Berlin in der Nassauischen Straße 53 wohnte. Sie hatte – nach Erinnerung von Nachbarn – zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen. Als Beruf wurde “ohne“ angegeben, also war sie wohl Hausfrau.

Am 10. März 1944 wurde sie zusammen mit Mann Martin und der schon erwachsenen Tochter Ursula nach Theresienstadt ins dortige Ghetto gebracht. Zu diesem Transport gehörten nur 56 Menschen. Auf der Deportationsliste stand bei ihr wie auch bei anderen der Zusatzvermerk: “lt. Weisung des R.S.H.A.“ Am 28. Oktober 1944 wurde sie in das Konzentrations -und Vernichtungslager Auschwitz weiter deportiert, wiederum zusammen mit ihrer Familie. In diesem Zug saßen 2035 Menschen, von denen die meisten vergast worden sind.

Link zu: Stolperstein für Ursula Lewin
Stolperstein für Ursula Lewin
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
URSULA LEWIN
JG. 1912
DEPORTIERT 10.3.1944
THERESIENSTADT
ERMORDET OKT. 1944 IN
AUSCHWITZ

Ursula Lewin wurde am 17. Oktober 1912 in Magdeburg geboren. Offenbar wohnte die Familie damals dort, bevor sie nach Berlin umzog. Nach Erinnerung der darüber wohnenden Nachbarskinder hatte Ursula Lewin einen Bruder. Sein Schicksal ist nicht bekannt. Ursula Lewin war nicht verheiratet und wohnte bei ihren Eltern in der Nassauischen Straße 53, von Beruf war sie Sekretärin.
Am 10. März 1944 wurde sie aus der Gasteiner Straße 13, wohin sie zwangsweise kurzfristig umziehen mussten, zusammen mit ihren Eltern und insgesamt 56 Menschen nach Theresienstadt deportiert. Bei ihrem Namen wurde wie bei den Eltern der Zusatzvermerk angebracht: “lt. Weisung des R.S.H.A.“ Am 28. Oktober 1944 wurden alle drei in einem Eisenbahnwaggon aus dem Durchgangslager Theresienstadt nach Auschwitz gefahren.

Texte: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf