Stolperstein Einsteinufer 11

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Einsteinufer 11
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Der Stolperstein zum Gedenken an Günter Bannat wurde am 21.8.2006 verlegt. Heute befindet sich dort das Institut für Mechanische Schwingungslehre.

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Stolperstein für Günter Bannat
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
GÜNTER BANNAT
JG. 1920
IM WIDERSTAND
VERHAFTET
ERMORDET 28.2.1943 IM
ARBEITSERZIEHUNGSLAGER
GROSSBEEREN

Günter Bannat wurde am 7. Februar 1920 in Berlin geboren.
Er wohnte am Charlottenburger Ufer (heute: Einsteinufer) 11 am Landwehrkanal. Unter dieser Anschrift war ein Franz Bannat, Expediteur, im Adressbuch 1939 eingetragen, vermutlich war er sein Vater. Auf einer Deportationsliste taucht der Name Bannat allerdings nicht auf.

Günter Bannat, der alleine auf eigene Faust Widerstand gegen die Diktatur leistete oder sich einer Widerstandsgruppe angeschlossen hatte, ist als „Schutzhäftling“ oder „Vorbeugehäftling“ verhaftet und in das „Arbeitserziehungslager“ Großbeeren bei Teltow südlich von Berlin eingewiesen worden. Dorthin wurden Menschen unter dem Vorwand geschickt, sie hätten Landesverrat, Spionage oder ähnliche „staatsfeindliche“ Delikte begangen, für die sie auch hingerichtet worden wären.

Das Arbeitserziehungslager Großbeeren war von Herbst 1942 bis zum 26./27. April 1945 eine eher unbekannte Einrichtung außerhalb des Ortes. Die darin inhaftierten Männer wurden beim Bunkerbau, bei Aufräumarbeiten und zum Ausbessern von Gleisanlagen eingesetzt oder sollen in Betrieben im Umfeld Zwangsarbeit verrichtet haben. Im Lager sind nach Angaben von Nachkommen der Opfer schätzungsweise tausend Menschen verschiedener Staatsangehörigkeit ums Leben gebracht worden.

Günter Bannat wurde am 28. Februar 1943 ermordet, wahrscheinlich erschossen. Er war erst 23 Jahre alt.

Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf
Quelle: Bundesarchiv
Literatur: Verzeichnis der Haftstätten. Bad Arolsen 1979.