Stolperstein Kantstr. 148

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Hauseingang Kantstr. 148, Foto: H-J. Hupka, 2014
Bild: H.-J. Hupka

Dieser Stolperstein wurde am 3.4.2009 verlegt.

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Stolperstein für Bertha Fiedler
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HIER WOHNTE
BERTHA FIEDLER
GEB. BERNFELD
JG. 1867
DEPORTIERT 30.7.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 17.8.1942

Bertha Fiedler wurde als Bertha Bernfeld am 23. Juni 1867 in Pressburg (Bratislava) geboren. Sie wohnte als Witwe mindestens seit 1922 in der Kantstraße 148 im Seitenflügel im 4. Stock.
Ihr gestorbener Ehemann war möglicherweise Postangestellter, vielleicht hat sie auch selbst bei der Post gearbeitet. Jedenfalls bekam sie von der Reichsversicherung für Angestellte der Post monatlich 49,50 Reichsmark. Damit konnte sie gerade die Miete von 48 Mark bestreiten, so dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sie Untermieter hatte. In der Vermögenserklärung waren keine angegeben, auch keine Vermögens- oder Sachwerte. Dennoch gab es eine Inventarschätzung, in der unter anderem zwei Betten und zwei Schränke aufgeführt sind: auch das spricht für Untervermietung. Bertha Fiedlers Habe wurde auf 175.- Mark geschätzt und für 122.50 RM vom Einzelhändler Wilhelm Hahn aufgekauft. Die Vermögenserklärung unterschrieb Frau Fiedler am 22. Juli 1942, die Verfügung der Geheimen Staatspolizei über den „Einzug“ ihres Besitzes wurde ihr am 29. Juli im Sammellager Große Hamburger Straße 26 (ehemaliges Jüdisches Altersheim) zugestellt. Tags darauf, am 30. Juli 1942, wurde sie vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald zusammen mit 100 Schicksalsgefährten ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort ist sie wenige Tage später, am 17. August 1942, im Alter von 75 Jahren ums Leben gebracht worden.

Quellen: Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam, Akten der OFD, Berliner Adressbücher
Text: Micaela Haas