Stolpersteine Bielefelder Straße 21/22 (früher Osnabrücker Str. 21/22)

Link zu: Hauseingang Bielefelder Str. 21
Hauseingang Bielefelder Str. 21
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat & Flegel

Diese Stolpersteine wurden am 3.4.2009 verlegt.

Link zu: Stolperstein Caesar Geballe
Stolperstein Caesar Geballe
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
CAESAR GEBALLE
JG. 1873
DEPORTIERT 23.9.1942
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET 30.10.1944

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Stolperstein Olga Geballe
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
OLGA GEBALLE
GEB. ROSENZWEIG
JG. 1882
DEPORTIERT 23.9.1942
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET 30.10.1944

Cäsar Geballe wurde am 2. Januar 1873 in Rogasen (Rogoźno) in der Region Posen (Poznan) geboren. Seine Eltern hießen Julius Geballe und Amalie geb. Behrendt. Verheiratet war er mit Olga Sophie Geballe, geb. Rosenzweig, deren Eltern unbekannt sind, geboren am 10. Dezember 1882 in Berlin. Das Paar lernte sich in Berlin kennen.

Von Beruf war Cäsar Geballe Lehrer, er trug den Titel Professor. Sie war als Hausfrau eingetragen. Beide hatten zumindest einen Sohn: Friedrich, der den Holocaust überlebte und sich später eine Zeitlang in Gießen aufhielt. Dessen Tochter Lea lebte in Israel.

Am 23. September 1942 wurden Cäsar und Olga Geballe, die kurzfristig in die Osnabrücker Straße 21 umgesiedelt wurden, mit 100 Menschen vom Anhalter Bahnhof nach Theresienstadt gebracht, wo ihnen „ein schönes Leben im Altersheim“ versprochen wurde. Aber das Ghetto Theresienstadt erwies sich für sie als Durchgangslager in den Tod: die beiden mussten am 28.Oktober in einen mit 2035 Menschen besetzten Zug nach Auschwitz steigen, von denen 1872 ermordet wurden. Cäsar und Olga Gebelles Todestag war der 30. Oktober 1944. Sie wurden 71 und 61 Jahre alt.

Der überlebende Sohn Friedrich Geballe schrieb nach vielen Jahren ein Gedenkblatt für die Zentrale Datenbank der Holocaustopfer im israelischen Dokumentationszentrum Yad Vashem. Die Enkelin Lea Ben Abraham geb. Geballe hinterließ dort ebenfalls eine Eintragung zum Gedenken an ihre Großeltern.

Text: Helmut Lölhöffel. Quellen: Bundesarchiv, Deportationsliste, Opferdatei Theresienstadt, Datenbank Yad Vashem.