Stolpersteine Witzlebenstraße 13

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Hausansicht Witzlebenstr. 13
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Diese Stolpersteine wurden am 13.09.2008 verlegt.

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Stolperstein für Rudolf Flatauer
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
RUDOLF FLATAUER
JG. 1878
DEPORTIERT 26.10.1942
RIGA
ERMORDET 29.10.1942

Rudolf Flatauer ist am 11. Juli 1878 in Bischofswerder (Biscupiec) / Rosenberg (Susz), damals in Ostpreußen, geboren. Er, aber nicht seine Frau Paula, war 1939 in Charlottenburg in der Pestalozzistraße 88 gemeldet, als einer der beiden Untermieter von Martha Ehrlich, die am 3. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde; der andere Untermieter war Paul Grunwald, der 17. August 1942 nach Theresienstadt deportiert worden war.

Offenbar war Flatauer als Untermieter nicht im Adressbuch aufgeführt. Nach der Volkszählung am 17. Mai 1939 ist Rudolf Flatauer mit seiner Ehefrau Paula, die verwitwet war, in die Witzlebenstraße 13 umgezogen. Am 26. Oktober 1942 ist Rudolf Flatauer wie Paula vom Güterbahnhof Moabit in einem mit 798 Menschen besetzten Zug nach Riga deportiert worden. Sein Todesdatum ist auf den 29. Oktober 1942, den Tag seiner Ankunft, festgelegt.

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Stolperstein für Paula Flatauer
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
PAULA FLATAUER
GEB. KRZESNY
VERW. BIEBER
JG. 1884
DEPORTIERT 26.10.1942
RIGA
ERMORDET 29.10.1942

Paula Flatauer geb. Krzesny verw. Bieber (das Bundesarchiv gibt als Nachnamen Flatauer Bieber an) ist am 25. April 1884 in Lautenburg (Lidzbark/Polen, damals Ostpreußen) geboren. Sie heiratete nach dem Tod ihres ersten Mannes, dessen Vorname unbekannt blieb, Rudolf Flatauer, mit dem sie aus dem Haus Witzlebenstraße 13 am 26. Oktober 1942 nach Riga deportiert worden ist. Drei Tage danach, am 29. Oktober 1942, wurden beide ermordet und in ein Massengrab geworfen.

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Stolperstein für Martha Mannheim
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
MARTHA MANNHEIM
JG. 1865
VOR DEPORTATION
FLUCHT IN DEN TOD
11.9.1942

Martha Mannheim ist am 9. Oktober 1865 in Schöneck (Skarszewy, südlich von Danzig, Gdansk) geboren. Am Tag einer Volkszählung (17. Mai 1939) war sie in Berlin in der Witzlebenstraße 13 gemeldet, sie schon 1930 als „Geschwister“ (so lautete damals der Eintrag) wohnte. Dort nahm sie sich am 11. September 1942, kurz nachdem ihr Mit-Hausbewohner Paul Grunwald, der am 17. August 1942 nach Theresienstadt deportiert worden war, und wenige Tage, bevor ihre Nachbarn Martha Mannheim sowie Rudolf und Paula Flatauer abgeholt wurden, im Alter von 76 Jahren das Leben.

Texte: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf.
Quellen: Bundesarchiv, Adressbücher