Stolpersteine Wielandstraße 30

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Hausansicht Wielandstr. 30
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Diese Stolpersteine wurden am 21.05.2008 verlegt.

Der Stolperstein für Richard Wilde und für Wolfgang Chocky wurde am 03.04.2009 verlegt.

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Stolperstein für Regina Warszawski
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
REGINA WARSZAWSKI
JG. 1878
DEPORTIERT 25.1.1942
RIGA
ERMORDET

Regina Warszawski – sie schrieb sich selber Warschawski – wurde als Regina Bankier am 9. August 1878 in Piotrkow geboren. Piotrkow (deutsch Petrikau) gehört heute zu Polen, liegt in der Nähe von Łódź. Als Regina geboren wurde, gehörte es zu dem sog. Kongresspolen (1815 auf dem Wiener Kongress konstituiert) und unterstand dem zaristischen Russland. Über Regina Bankiers Elternhaus und ihre Kindheit wissen wir nichts. 18- oder 19-jährig heiratete sie den 8 Jahre älteren Noe Warschawski aus dem nicht allzu weit entfernten Ostrowy und ließ sich mit ihm in Łódź nieder. Dort wurde am 9. April 1898 ihre Tochter Stefanie geboren, wahrscheinlich ihr erstes Kind. Weitere Kinder waren Stanislaus, Florentine genannt Florette, Tea und Heinrich.
Es ist unwahrscheinlich, dass alle in Łódź geboren wurden, denn 1903 ließ sich Noe Warschawski mit seiner Familie in Charlottenburg als Handelsmann in Textilien nieder. Mit einer eigenen Wohnung finden wir ihn in den Adressbüchern erst 1906, als Kommissionär und Exportkaufmann, in der Leibnizstraße 74 (ein Jahr später in 87 umnummeriert). Aber schon 1908 zog die Familie in die Herderstraße 15. Nach weiteren vier Jahren findet man sie in der Berliner Straße 57 (heute Otto-Suhr-Allee).

Über zehn Jahre wohnten Warschawskis an dieser Adresse. Die Kinder heirateten, machten sich selbständig, gingen außer Haus. Florette öffnete ein Modeatelier in der Hindersinstraße im Spreebogen (die Straße wurde 1972 eingezogen), Stefi eines für Modellhüte, zunächst in der elterlichen Wohnung, später in der Fasanenstraße. Stanislaus studierte – wahrscheinlich Medizin – , und Heinrich wurde Ingenieur. Tea heiratete den Komponisten und Jazz-Musiker Heinz Lachmann, sie selbst war auch künstlerisch begabt und arbeitete als Illustratorin.

Mit der Machtübernahme von Adolf Hitler änderte sich vieles für die Familie. Tea und Heinz Lachmann wanderten bereits 1933 in die Niederlande aus. Florette heiratete den Kaufmann Werner Borchardt und verließ mit ihm ebenfalls Deutschland. Auch die Söhne emigrierten, wir wissen nicht genau, wann. Noe selbst kehrte um 1934 nach Łódź zurück. Möglicherweise wurde er, wie andere polnischstämmige Juden, ausgebürgert oder wollte einer Abschiebung zuvorkommen. Unklar bleibt, warum Regina in Berlin blieb. Vielleicht weil auch Stefi noch dort war, die 1936 ihr Hutgeschäft in die Ladenwohnung in der Wielandstraße 30 verlegte und, trotz der vielen Diskriminierungen und Einschränkungen für Juden, weiter betrieb.

Regina wohnte allerdings zunächst in der Schlüterstraße 69, vermutlich zur Untermiete. Aber 1939, als bei der Volkszählung im Mai alle Juden in einer gesonderten Kartei erfasst wurden, wurde auch sie in der Wielandstraße 30 registriert. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 war Stefis Laden zerstört worden, im Juni 1939 wurde sie – als polnische Staatsbürgerin – aufgefordert, binnen zwei Wochen das Land zu verlassen. „Falls Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, wird gemäß §7Absatz 5 der Ausländerpolizeiverordnung vom 22.8.1938 durch Anwendung unmittelbaren Zwanges Ihre Abschiebung aus dem Reichsgebiete erfolgen.“ Stefi gelangte auf Umwegen nach Belgien. Regina Warschawski aber sah sich gezwungen, nochmal umzuziehen, diesmal in die Wielandstraße 17. Im Januar 1942 wurde Regina von dort abgeholt und in die als Sammellager umfunktionierte Synagoge in der Levetzowstraße 7-8 gebracht. Am 25. Januar wurde sie dann vom Gleis 17 am Bahnhof Grunewald mit 1043 anderen Opfern nach Riga deportiert. Wir wissen nicht, ob Regina dort überhaupt lebend ankam, denn der Zug bestand aus ungeheizten Güterwagen und viele Insassen erfroren bereits auf der Fahrt. Die meisten anderen wurden bei Ankunft erschossen. Einige Deportierte wurden zur Zwangsarbeit bestimmt, nur 13 überlebten den Krieg. Regina Warschawski war nicht unter ihnen. Sie wurde 63 Jahre alt.

Auch Noe überlebte nicht. Wie ein Sohn seiner Schwester später berichtete, ging er 1939 wegen des deutschen Truppenvormarsches von Łódź nach Warschau, wo er, wie seine Schwester auch, im Ghetto lebte. Nachdem 1942 die SS beschlossen hatte, das Ghetto aufzulösen, soll Noe bei der ersten Deportationswelle im Juli 1942 nach Treblinka verschleppt und dort ermordet worden sein. Seine und Reginas Kinder indes überlebten alle. Florette und Werner Borchardt wanderten nach Palästina aus, Stanislaus flüchtete nach England, Heinrich – Henry – in die USA. Stefi musste in Belgien nach dem Einmarsch der Deutschen versteckt leben, nach dem Krieg heiratete sie einen Belgier, verwitwete jedoch schon 1949 und kehrte nach Berlin zurück. Tea und Heinz Lachmann (der sich nach dem Krieg in Hans Lachman umnannte), tauchten 1941 in den Niederlanden unter, als es nun auch dort für sie gefährlich wurde. Dabei wurden sie von einem holländischen Pastor unterstützt, Henri Vullinghs, der selber später in Bergen-Belsen umkam. Zum Dank komponierte Hans Lachman nach dem Krieg ein Requiem für ihn.

Recherchen und Text: Micaela Haas. Quellen: Gedenkbuch. Bundesarchiv Koblenz, 2006; Gedenkbuch Berlin der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus 1995; Berliner Adressbücher; Akten des Landesentschädigungsamtes Berlin; Gottwaldt/Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945. Wiesbaden 2005

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Stolperstein für Richard Wilde
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
RICHARD WILDE
JG. 1872
SCHUTZHAFT NACH
NOVEMBERPOGROM 1938
SACHSENHAUSEN
ERMORDET 29.11.1938

Richard Wilde war der Sohn von Julius und Anna Wilde und wurde am 30. Mai 1872 in Berlin geboren. Richard machte das Abitur am Berliner Wilhelm-Gymnasium und studierte anschließend Philosophie und Literaturwissenschaften. Einen Abschluss machte er nicht, er betätigte sich schon früh als Autor und Journalist. 1897 führte das Adressbuch den 25-jährigen erstmals als Schriftsteller mit einer eigenen Wohnung in Lichterfelde, 1902 als Schriftsteller und Redakteur des Berliner Börsen-Couriers, einer linksliberalen Wirtschafts-Tageszeitung mit bedeutsamen Politik- und Kulturteil. Richard Wilde war Redakteur für das Ressort Lokalnachrichten. Diese Stelle bekam er vermutlich 1901 und hatte sie über drei Jahrzehnte. Auch 1901, im April, heiratete er die 1878 als Tochter eines Freiburger Kaufmannes geborene Hermine Pollack. Am 24. Oktober 1903 wurde ihr erster Sohn Joachim Hans geboren. Erst 1911 folgte der zweite Sohn, Wolfgang.

Im Laufe der Jahre machte sich Richard Wilde einen Namen als Theaterkritiker und Bühnenautor. Er verfasste Theaterstücke und Filmdrehbücher und arbeitete als Redakteur neben dem Börsen-Courier auch für das 8-Uhr-Abendblatt und für den Berliner Drei Masken Verlag. Er war Schatzmeister – und somit Vorstandsmitglied – des Verbandes Deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten, jahrelang war er Herausgeber und Chefredakteur der Verbandszeitschrift „Der Autor“. Als freiberuflicher Korrespondent schrieb er auch für Hallesche Nachrichten, Münchner Zeitung und für die Schweizer Thurgauer Zeitung.

Das junge Ehepaar wohnte zunächst in der Fürther Straße in Wilmersdorf. 1905 zogen sie in die Geisbergstraße 23, wo sie viele Jahre bleiben würden. Sohn Joachim-Hans machte 1921 Abitur und wurde nach einer Banklehre ebenfalls Journalist, widmete sich ab 1928 als „Propagandist“ hauptsächlich der Werbung beim Ullstein-Verlag. 1930 heiratete er und machte sich selbständig mit einem „Propagandabüro mit Inseratwerbung“. Als der Deutsche Reklameverband, dessen Mitglied er war, 1934 gleichgeschaltet wurde, wurde er als Jude ausgeschlossen, was einem Berufsverbot gleichkam. Auch sein Vater konnte ab 1934 in seinen Sparten nicht mehr arbeiten, ein Vorstandskollege des Bühnenschriftsteller-Verbandes ermöglichte ihm noch, unter Pseudonym in „Der Autor“ zu schreiben.

Der zweite Sohn Wolfgang Wilde, geboren am 31. Mai 1911, der noch bei den Eltern in der Geisbergstraße wohnte, war schon 1933 von seiner Stelle als kaufmännischer Angestellter beim Mitteleuropäischen Reisebüro entlassen worden. Erst 1936 fand er wieder Arbeit in dem Französischen Reisebüro. In diesem Jahr zog er zusammen mit seinen Eltern Richard und Hermine in eine sicherlich bescheidenere Wohnung im Hinterhof Parterre der Wielandstraße 30. 1937 verlor sein Bruder Joachim-Hans, der noch Arbeit bei der russischen Werbeagentur Torgprom gefunden hatte, auch diese Stellung, da die Agentur aufgelöst wurde. Daraufhin emigrierte er im Juni 1938 mit Frau und Kind nach Argentinien. Richard Wilde blieb in Berlin und sein Bekanntheitsgrad sollte ihm zum Verhängnis werden. Nach den Pogromen vom 9./10. November 1938 wurde er bei der anschließenden Verhaftungswelle in „Schutzhaft“ genommen, nach Sachsenhausen verschleppt und dort am 29. November ermordet. Offizielle Todesursache: „Apoplexie“ – Schlaganfall, sicherlich infolge von Misshandlungen. Er ist auf dem jüdischen Friedhof Weißensee bestattet.

Zurück in der Wielandstraße blieben Wolfgang und seine Mutter Hermine. Wolfgang wurde mit Kriegsbeginn im Französischen Reisebüro wieder entlassen und zu Zwangsarbeit herangezogen als Transportarbeiter, zuletzt bei der Firma Vogel Draht- und Kabelwerke in Köpenick. Er und vor allem Hermine litten stark an den durch immer mehr antisemitische Verordnungen eingeschränkten Lebensbedingungen für Juden. Juden mussten alle Wertgegenstände abliefern, Rundfunkgeräte wurden beschlagnahmt, Telefonanschlüsse gekündigt, sie durften keine kulturellen Einrichtungen, auch keine Hotels und Gasthäuser besuchen. Zu bestimmten Zeiten durften sie gar nicht mehr auf die Straße, durften nur von 4 bis 5 Uhr nachmittags einkaufen, überhaupt war ihnen das Verlassen der Stadt ohne Genehmigung untersagt. Auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel war ihnen verboten. Hinzu kam die Stigmatisierung durch das Tragen des Judensterns, ein Stern war auch an Hermines Wohnungstür angebracht. Ob sie, wie ihr Sohn, auch zu Zwangsarbeit herangezogen wurde, wissen wir nicht.

Am 7. Juli 1942 wurde Hermine Wilde in der Wielandstraße 30 von der Gestapo abgeholt, in das zum Sammellager umfunktionierte Heim in der Großen Hamburger Straße 26 gebracht und anschließend, am 9. Juli, nach Theresienstadt deportiert. Den dortigen inhumanen Lebensumständen zum Trotz überlebte sie bis Anfang 1945 und wurde am 5. Februar einem der SS abgerungenen Rot-Kreuz-Transport in die Schweiz zugeteilt. Dort starb sie 1953.

Wolfgang Wilde blieb allein zurück: der Vater ermordet, die Mutter deportiert, der Bruder geflüchtet. Er wurde nun angewiesen, zur Untermiete in die Giesebrechtstraße 22 bei Gensler zu ziehen. Dies sollte seine letzte Adresse sein: Ende März 1943 musste er die „Vermögenserklärung“ ausfüllen, worauf in der Regel unmittelbar der Deportation folgte. Vermögen gab es allerdings nicht mehr, einzige Angabe: „diverse Einzelmöbel“. Aus nicht bekannten Gründen wurde seine Verschleppung noch um einige Monate herausgeschoben. Im Juni 1943 wurde er dann im Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 interniert und am 28. des gleichen Monats mit weiteren 313 Menschen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Wir wissen nicht, ob er zu den 136 sofort in die Gaskammern geschickten Opfer gehörte – sein Todesdatum ist nicht bekannt.

Wolfgang Wildes letzter Vermieter, Julius Gensler, am 12. Oktober 1881 in Posen geboren, war bereits am 12. Januar 1943 zusammen mit Gertrud Stenger, geb. Gensler, vermutlich seine Schwester, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet worden.

Quellen: Gedenkbuch. Bundesarchiv Koblenz, 2006; Akten des Landesentschädigungsamtes Berlin; Gedenkbuch Berlin der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus 1995; Berliner Adressbücher; Gottwaldt/Schulle, Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, Wiesbaden 2005; Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Akten der Oberfinanzdirektion; Yad Vashem, Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer; Totenbuch KZ Sachsenhausen

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Stolperstein für Wolfgang Wilde
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
WOLFGANG WILDE
JG. 1911
DEPORTIERT 28.8.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Wolfgang Wilde, geboren am 31.05.1911 in Berlin, Sohn des am 29. November 1938 im KZ Sachsenhausen ermordeten Schriftstellers Richard Wilde, wurde am 28.06.1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Vor seiner Deportation musste er als Zwangsarbeiter bei der Firma Vogel Draht- und Kabelwerke in Köpenick für einen Wochenlohn von 28,- RM arbeiten.

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Stolperstein für Elise Engel
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
ELISE ENGEL
JG. 1885
VOR DEPORTATION
FLUCHT IN DEN TOD
17.12.1941

Elise Engel wurde am 8. April 1885 in Naugard (heute Nowogard) in Hinterpommern geboren, 60 km von Stettin entfernt und 70 von Swinemünde, als Tochter des Kaufmannes Siegmund Engel und seiner Frau Klara geb. Wolle. Zwei Jahre nach Elises Geburt zog Siegmund Engel mit seiner Familie nach Erfurt, wo er mit Max Engel, wahrscheinlich sein Bruder, eine Schuhfabrik betrieb. In Erfurt (und nicht in Naugard, wie das Gedenkbuch Berlin fälschlich angibt) kam am 13. April 1889 Elises Schwester Johanna Engel auf die Welt. Vielleicht hatten Siegmund und Klara Engel auch noch mehr Kinder.
1894 war von der Schuhfabrik nur noch ein von Max Engel betriebenes Schuhwarenlager übrig, Siegmund Engel war weiter nach Berlin gezogen. Hier wohnte er zunächst in der Melanchtonstraße 22. Ab 1903 beteiligte er sich an der Firma Arno Peschlow: Musik- u Schokoladenautomaten; elektr. Claviere, Grammophone etc., 1911 schied er wieder aus. 1907 – Elise war 22, Johanna, Hanna gerufen, 18 Jahre alt – nahm die Familie eine Wohnung in der Charlottenburger Niebuhrstraße 6, parterre.

1919 starb Siegmund Engel. Seine Witwe Klara blieb mit Elise und Hanna in der Niebuhrstraße 6 wohnen. Die beiden Töchter, immer noch ledig, hatten jeweils eine Ausbildung gemacht: Elise war Archivarin geworden, Hanna Berufspianistin. 1925 ist im Adressbuch Hanna als Hauptmieterin in der Niebuhrstraße aufgeführt, vermutlich war nun auch die Mutter gestorben. 1931 ließen sich beide Schwestern mit der Adresse Niebuhrstraße 6 in das Adressbuch eintragen, drei Jahre später gaben die Schwestern die Wohnung auf, in der sie 25 Jahre gelebt hatten, und zogen gemeinsam in die Wielandstraße 30. Für das Adressbuch sind sie zu einer Person zusammengeschmolzen, der Eintrag lautet jetzt: „Engel, Elise Hanna, Pianistin“. Erst ab 1938 gilt Hanna wieder als Hauptmieterin.

Inzwischen dürfte sich das Leben der Schwestern sehr verändert haben. Seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten war ein Berufsleben für Juden und erst recht für Jüdinnen sehr erschwert worden. Elise war bei der Jüdischen Kulturvereinigung angestellt. Hanna bezeichnete sich weiterhin als Pianistin, hatte es aber inzwischen beruflich nicht leicht. Die 1933 von Goebbels eingeführte Zwangsmitgliedschaft in der Reichsmusikkammer und der gleichzeitige Ausschluss von Juden aus derselben kamen einem Berufsverbot gleich. Vermutlich fand auch Hanna zunächst noch Erwerbsmöglichkeiten durch den daraufhin gegründeten „Kulturbund Deutscher Juden“ (der sich 1935 in „Reichsverband jüdischer Kulturbünde in Deutschland“ umbenennen musste, da es nach der nationalsozialistischen Anschauung keine „deutschen“ Juden geben konnte). Durch den Verband wurde dank Mitgliederbeiträgen arbeitslosen Künstlern ein bescheidenes Einkommen ermöglicht. Nach den Novemberpogromen 1938 wurde die Arbeit jüdischer Künstler weiter erschwert, nur der Berliner Jüdische Kulturbund wurde nicht aufgelöst. Seine Möglichkeiten waren aber zunehmend eingeschränkt, 1941 wurde auch er verboten.

Zu diesen Schwierigkeiten kamen noch die ständig zunehmenden Einschränkungen des Alltagslebens für Juden. Insbesondere nach dem Pogrom am 9./10. November 1938 hatten sich die Verordnungen gegen Juden gehäuft, sie konnten nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen, nicht in Theater, Konzerte, Kinos usw. gehen, zu bestimmten Zeiten durften sie gar nicht auf die Straße, durften nur von 4 bis 5 Uhr nachmittags einkaufen. Schmuck und Silber mussten sie abliefern, Rundfunkgeräte wurden beschlagnahmt, Telefonanschlüsse gekündigt – dies waren nur einige der staatlichen antisemitischen Maßnahmen. Elises und Hannas Einkommen war zudem sicherlich knapp, sie sahen sich gezwungen, Untermieter aufzunehmen. Zum Zeitpunkt der Volkszählung vom Mai 1939, bei der Juden gesondert erfasst wurden, wohnte Edith Chocky bei ihnen.

Als im Herbst 1941 die Deportationen begannen, warteten die Schwestern nicht, bis sie an der Reihe waren. Elise und Hanna, die ihr ganzes Leben zusammen verbracht hatten, gingen am 17. Dezember 1941 gemeinsam freiwillig in den Tod. Die Jüdische Wohlfahrtsstelle sorgte dafür, dass beide im Jüdischen Friedhof Weißensee bestattet wurden. Ihre Grabsteine sind heute noch vorhanden.

Quellen:
Gedenkbuch. Bundesarchiv Koblenz, 2006; Gedenkbuch Berlin der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus 1995; Berliner Adressbücher; Adressbücher Erfurt; Landesarchiv Berlin; Auskunft Jüdischer Friedhof Weißensee

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Stolperstein für Johanna Engel
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
JOHANNA ENGEL
JG. 1889
VOR DEPORTATION
FLUCHT IN DEN TOD
17.12.1941

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Stolperstein für Fanny Elkan
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
FANNY ELKAN
GEB. SOEBELL
JG. 1877
GEDEMÜTIGT/ENTRECHTIGT
FLUCHT IN DEN TOD
9.1.1940

Fanny Elkan ‘s Mädchenname wurde in mehreren Gedenkbüchern fälschlich – vermutlich aufgrund eines Lesefehlers der deutschen Schrift – als „Soebell“ angegeben. Fanny war jedoch die Tochter des Kaufmannes Siegmund Loebell und seiner Frau Anna geb. Braß. Sie wurde am 4. Juni 1877 in Berlin geboren. Zu diesem Zeitpunkt wohnten die Eltern in der Burgstraße 5 und Siegmund Loebell war Inhaber der Wollwarenfirma Ruhemann & Loebell, spezialisiert auf Damen-Mäntelstoffe, am Hausvogteiplatz 7. Später bezeichnete er sich nur noch als Agent für Wollwaren oder Tuche. Die Familie – wir wissen nicht, wie viele Geschwister Fanny noch hatte – zog mehrmals um, als Fanny 13 Jahre alt war, in das Hansaviertel, Lessingstraße 37. 1898 starb der Vater, das Geschäft wurde von Alfred Loebell übernommen, einem Bruder Fannys, der noch lange mit der Mutter zusammen wohnte. Fanny war 21 Jahre alt, als ihr Vater starb, vielleicht war sie da schon verlobt oder verheiratet mit dem vier Jahre älteren Edmund Elkan. Auch Edmunds Vater Wolff Elkan war im Wollwarengeschäft tätig, Fanny und Edmund mögen sich über Geschäftsbeziehungen ihrer Väter kennen gelernt haben. Mit einer eigenen Wohnung ist Edmund erst 1906 im Adressbuch verzeichnet, vielleicht musste das Paar so lange warten, bis sie heiraten konnten.

Edmund betrieb ebenfalls eine Agentur für Textilfabriken, und zwar in der Rosenheimer Straße 15, 1913 zogen Elkans in die Aschaffenburger Straße 23 um. Fanny und Edmund hatten mindestens zwei Kinder, Lilli und Wolfgang, nach einer Quelle gab es noch Peter, vielleicht ein weiterer Sohn, vielleicht nur ein zweiter Name von Wolfgang. Berufsmäßig scheint es Edmund gut gegangen zu sein, er arbeitete – vielleicht unter anderem – für die „Deutsche Wollwaren Manufaktur in Grünberg (Schlesien)“, für die er 1916 Generalprokura erhielt. Ab 1918 ließ er sich im Adressbuch als Fabrikdirektor eintragen, möglicherweise aufgrund seiner Stellung bei der Deutschen Wollwaren Manufaktur. Zum 25. Unternehmensjubiläum erhielt Edmund Elkan laut seiner Tochter ein silbernes Kaffeeservice als Geschenk von der Firma.

1918 zogen Elkans wieder um, in eine vermutlich gediegenere Wohnung in der Sächsischen Straße 2. Hier sind sie über 15 Jahre geblieben. 1936/37 – Edmund war nun über 64, Fanny 60 – wohnten sie in der Badenschen Straße 13, Edmund war jetzt „Direktor i.R.“, vielleicht nicht ganz freiwillig. Denn mittlerweile war das Leben für einen jüdischen Kaufmann in Deutschland schwer geworden. Zahlreiche antisemitische Verordnungen zielten darauf, Juden aus dem Wirtschaftsleben zu verbannen, später überhaupt aus dem öffentlichen Leben. Edmund und Fanny Elkan verließen Berlin. Denkbar ist, dass sie auswandern wollten, aus heute nicht mehr rekonstruierbaren Gründen reisten sie zunächst nach Mannheim. Dort waren sie vom 9. Juni 1938 bis 1. August des gleichen Jahres registriert. Sie meldeten sich nach Heidelberg ab, dort verliert sich ihre Spur jedoch. Sie findet sich erst wieder zum Zeitpunkt der Volkszählung von 17. Mai 1939, bei der Juden in speziellen „Ergänzungskarten“ erfasst wurden. Fanny war jetzt wieder in Berlin, offenbar ohne Edmund, in der Wielandstraße 30. Wir können nur spekulieren, was sie wieder nach Berlin führte. War eine geplante Ausreise gescheitert? War Edmund gestorben? Verhaftet? Oder konnte vielleicht nur er emigrieren?

Die Lebensbedingungen für Juden hatten sich inzwischen rasant verschlechtert. Fanny wohnte – sicher beengt – zur Untermiete, sie durfte als Jüdin nicht ins Theater, Kino oder Konzert, nicht ins Hallenbad; bestimmte Bezirke, Straßen und Plätze durften Juden gar nicht mehr betreten, sie mussten alle Wertgegenstände – Schmuck, Silberbesteck, usw. – an die öffentlichen Ankaufstellen abliefern, die nur den Materialpreis minus 10% ersetzten und auch das bekamen Juden oft nur zum Teil ausgezahlt. Fanny lieferte ihre Wertsachen bei der Pfandleihanstalt in der Jägerstraße ab. Ab September 1939 mussten auch alle Rundfunkgeräte abgegeben werden, abends durften Juden überhaupt nicht mehr auf die Straße. Es folgten noch zahlreiche weitere Einschränkungen und Schikanen bis hin zu Deportation und Ermordung. Fanny Elkan wird sie nicht mehr erleben, am 9. Januar 1940 nahm sie sich das Leben. Dafür ging sie noch ein mal einen weiten Weg: sie wurde in dem Wald hinter dem Wasserwerk in Friedrichshagen gefunden. Bestattet ist sie auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee, ihr Grabstein ist noch vorhanden.

Fannys Kinder Wolfgang Elkan und Lilli Wilde geb. Elkan konnten rechtzeitig nach Argentinien fliehen, Wolfgang zog später weiter nach Brasilien.

Recherche und Text: Micaela Haas. Quellen: Gedenkbuch. Bundesarchiv Koblenz, 2006; Gedenkbuch Berlin der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus 1995; Berliner Adressbücher; Landesarchiv Berlin; Auskunft Stadtarchive Mannheim und Heidelberg; Auskunft Jüdischer Friedhof Weißensee

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Stolperstein für Edith Chocky
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
EDITH CHOCKY
JG. 1908
DEPORTIERT 19.10.1942
RIGA
ERMORDET 22.10.1942

Edith Chocky wurde am 8. Juni 1908 in Berlin geboren. Offenbar war Chocky ihr Mädchenname. 1908 gab es laut Adressbuch in Berlin nur zwei Chockys, die Brüder Isidor und Max, die 1904 aus Nordhausen in Thüringen in die Hauptstadt gekommen waren, beide Kaufleute. Max heiratete 1908 und hatte später zwei Töchter, Ilse und Ruth, so dass vermutlich Isidor Chocky Ediths Vater war. Er war auch Trauzeuge von Max und wohnte in der Braunsberger Straße 7 in Prenzlauer Berg, heute Hans-Otto-Straße. 1913 ist er letztmalig im Adressbuchbuch zu finden. Vielleicht ging er mit seiner Familie nach Stettin, dort jedenfalls lebte Edith 1931, als sie ihren Sohn Wolfgang am 10. November zur Welt brachte. Sonst wissen wir wenig über sie. Sie hat wohl auch eine zeitlang in Danzig gelebt, da sie später einen dort ausgestellten Fremdenpass hatte.

Gesicherte Daten über sie haben wir erst mit der Volkszählung vom Mai 1939. Zu diesem Zeitpunkt wohnte sie als Untermieterin bei den Schwestern Elise und Johanna Engel in der Wielandstraße 30, wie auf der „Ergänzungskarte“ vermerkt war, auf der jüdische Bewohner gesondert registriert wurden. Der siebenjährige Wolfgang war dort nicht erwähnt, wahrscheinlich hatte ihn Edith schon im Jüdischen Waisenhaus Pankow in der Berliner Straße 120-121 untergebracht. Vielleicht war die ledige Mutter mit dem Sohn überfordert gewesen.

Das ursprünglich für Opfer der russischen Judenverfolgung 1881/82 gegründete Waisenhaus wurde ab 1887 von der jüdischen Gemeinde als II. Waisenhaus der jüdischen Gemeinde zu Berlin betrieben. Sicher dachte Edith Chocky, dort würde es Wolfgang besser gehen. Das Waisenhaus beherbergte sechs- bis 14-jährige Schüler, Ziel war, ihnen eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Ihnen wurden auch sportliche und musische Freizeitaktivitäten angeboten, Ferien im Riesengebirge und an der Ostsee ermöglicht.

Unter dem NS-Regime allerdings mussten diese Angebote drastisch eingeschränkt werden. Antisemitische NS-Verordnungen galten ebenfalls für jüdische Einrichtungen, auch die Kinder konnten sich nicht mehr frei bewegen. Sie konnten nicht mehr ins Kino oder Theater, in Museen oder Schwimmbäder, Ausflüge waren ihnen verwehrt. Im Sommer 1938 versuchten Hitlerjungen, das Heim zu überfallen. Nach den Novemberpogromen von 1938 gelang es dem Leiter Kurt Crohn, mehrere Kinder mit Kindertransporten nach Großbritannien und in die Niederlande in Sicherheit zu bringen. Wolfgang Chocky war nicht unter ihnen. Im Dezember 1940 wurde das Heim geschlossen und die Kinder von dort in das Auerbach’sche Waisenhaus in der Schönhauser Allee 162 eingewiesen, das dann dementsprechend überfüllt war. Kurt Crohn, der nun Leiter der im Auerbach’schen zusammengelegten Waisenhäuser wurde, hatte kaum noch Möglichkeiten, seine Schutzbefohlenen zu retten.

Edith Chocky war unterdessen zur Zwangsarbeit bei einer Firma Bergmann am Holsteiner Ufer verpflichtet worden. Als sich im Dezember 1941 ihre Vermieterinnen Elise und Hanna Engel das Leben nahmen, um der Deportation zu entgehen, sah sich Edith gezwungen, auszuziehen und in der Schlüterstraße 72 ein möbliertes Zimmer bei Martin und Regina Krause zu nehmen.

Am 15. Oktober 1942 wurde auch Edith Chocky die Deportation angekündigt: sie musste eine sog. Vermögenserklärung ausfüllen, Vorbote der Verschleppung und Voraussetzung für die Beschlagnahme ihres Besitzes durch das Reich. Edith Chocky hatte allerdings keinen Besitz, den sie hätte angeben können. Sie wurde in der als Sammellager umfunktionierten Synagoge in der Levetzowstraße interniert und von dort am 19. Oktober 1942 deportiert. Der Deportationszug fuhr vom Güterbahnhof Moabit aus mit 959 Berliner Juden, 140 davon Kinder unter zehn Jahren. Sie wurden alle nach Riga verschleppt. Am Tag der Ankunft, dem 22. Oktober 1942, wurden zunächst 81 Männer für handwerkliche Arbeiten ausgesucht, alle anderen brachte man sofort in die umliegenden Wälder und ermordete sie dort, auch Edith Chocky.

Von den 140 Kindern waren knapp die Hälfte aus dem Auerbach’schen Waisenhaus, Wolfgang war aber nicht unter ihnen. Selbst der Trost, ihren Sohn noch einmal zu sehen, blieb Edith versagt. Für diesen bedeutete dies aber nur einen Aufschub von fünf Wochen. Der elfjährige Wolfgang Chocky war unter den 75 Kindern des Heims (nach anderer Quelle 36), die im November 1942 in das zum Sammellager erklärten Altersheim in der Großen Hamburger Straße 26 gebracht wurden. Am 29. November 1942 wurden er und knapp 1000 weitere Opfer, darunter drei Betreuerinnen aus dem Heim, nach Auschwitz deportiert. Keiner überlebte.

Das Auerbach’sche Waisenhaus wurde im Dezember 1942 ganz aufgelöst, das Gebäude beschlagnahmt und ab Januar 1943 der Hitlerjugend zur Verfügung gestellt, aber schon im November des gleichen Jahres stark bombenbeschädigt. In den 1950er Jahren wurde es durch einen Wohnneubau ersetzt, nur ein kleines Stück Originalmauer im Hof blieb erhalten. Erst im Jahr 2000 entstand hier auch eine Gedenkinstallation aus Tonspielzeugen, sie wurde jedoch kurz darauf von Unbekannten zerstört. 2011 wurde im Rahmen des Berliner Gedenkstättenprogramms eine Gedenktafel für die ermordeten Kinder an dem Haus Schönhauser Allee 162 angebracht. Schließlich wurde am 26. Juni 2014 ein von der Künstlerin Susanne Ahner gestaltetes Mahnmahl eingeweiht: in die originalen Mauerreste sind die bis jetzt bekannten Namen von 137 Kindern und elf Betreuern eingraviert, auch Wolfgang Chockys Namen ist hier verewigt.

Edith Chockys letzte Vermieter, Martin und Regina Krause, vermutlich Geschwister, beide aus Bentschen in Posen, wurden am 12. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert und umgebracht. Kurt Crohn, der letzte Leiter des Auerbach’schen Waisenhauses, war 1896 in Köslin geboren worden und wurde am 28. September 1944 ebenfalls nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Recherchen: Micaela Haas. Quellen: Gedenkbuch. Bundesarchiv Koblenz, 2006; Gedenkbuch Berlin der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus 1995; Berliner Adressbücher; Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Akten der Oberfinanzdirektion; Gottwaldt/Schulle, Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, Wiesbaden 2005

Link zu: Stolperstein für Wolfgang Chocky
Stolperstein für Wolfgang Chocky
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
WOLFGANG CHOCKY
JG. 1931
DEPORTIERT 29.11.1942
AUSCHWITZ
ERMORDET

Wolfgang Chocky, geboren am 10. November 1931, (uneheliches) Kind von Edith Chocky, war im Baruch-Auerbachschen Waisenhaus untergebracht. Am 29. November 1942, also kurz nach seinem 11. Geburtstag, wurde er zusammen mit 35 Kindern aus diesem Heim nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Link zu: Stolperstein für Margarete Gross
Stolperstein für Margarete Gross
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
MARGARETE GROSS
GEB. BRACH
JG. 1866
DEPORTIERT 9.9.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 4.3.1943

Margarete Gross wurde als Margarete Brach am 27. Oktober 1866 in Berlin geboren. Ihr Vater war der Wollwaren-Fabrikant Meyer Max Brach, wohnhaft in der Spandauer Straße 7 in Berlin Mitte. Er hatte 1865 Margaretes Mutter, Bertha Naumann, geheiratet, nachdem seine erste Frau drei Jahre zuvor gestorben war. Margarete hatte eine drei Jahre jüngere Schwester, Regina, und eine Halbschwester aus Meyer Brachs erster Ehe. Über Margaretes Kindheit und Jugend wissen wir wenig. Ihre Mutter, schon viele Jahre verwitwet, starb ein Jahr bevor Margarete am 21. September 1893 den Kaufmann Paul Gross aus Neiße heiratete. Das Paar zog in die Klopstockstraße 40 und bald darauf in die Elsasser Straße 51. Dort brachte Margarete am 30. Juli 1895 – sie war 28 Jahre alt – ihren Sohn Josef zur Welt.

Bereits ein Jahr später, so kann man dem Adressbuch entnehmen, war Margarete verwitwet und wohnte noch in der Elsasser Straße (heute Torstraße, in Mitte). Der kleine Josef dürfte also seinen Vater nicht mehr gekannt haben. Dieser hinterließ eine Witwe mit einem Kind, er hinterließ sie aber nicht mittellos, denn im Jahr darauf wird Margarete Gross geb. Brach als „Rentiere“ bezeichnet, also als von ihrem Vermögen lebend, und war mittlerweile nach Charlottenburg gezogen, in die Kantstraße 147. In Charlottenburg verbrachte Josef Groß dann seine ganze Kindheit. Als er 13 war, zog die Mutter in die Schlüterstraße. 1916 wechselte sie wieder die Wohnung, nun in die Mommsenstraße 10. Dort blieb sie, bis sie 1932 um die Ecke in die Wielandstraße 30 zog.

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Stolperstein für Josef Gross
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
JOSEF GROSS
JG. 1895
DEPORTIERT 3.3.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Auch über Josef Gross ist wenig bekannt: nicht welche Ausbildung er machte, nicht, ob er heiratete, nicht wo er arbeitete. Auch nicht, ob er immer mit seiner Mutter zusammen wohnte. Belegbar ist nur, dass er im Mai 1939 zur Zeit der Volkszählung, in deren Verlauf Juden gesondert erfasst wurden, mit seiner Mutter Margarete Gross in der Wielandstraße 30 lebte. Inzwischen hatten allerdings zahllose antisemitische Bestimmungen Juden das Leben sehr schwer gemacht. Etwa 1940 wurde Josef Gross auch noch zur Zwangsarbeit verpflichtet, zuletzt bei der Firma H. Becker & Co, Militär- und Feuerwehrausrüstung GmbH.

Im September 1942 musste Josef erleben, wie seine fast 76-jährige Mutter abgeholt wurde, im Sammellager Große Hamburger Straße 26 interniert und kurz darauf, am 9. September 1942, nach Theresienstadt deportiert wurde. In diesem angeblichen „Altersghetto“ waren die Lebensbedingungen nur geringfügig weniger inhuman als in anderen Konzentrationslagern. Hoffnungslose Überfüllung, unzureichende Ernährung, entsetzliche hygienische Zustände, Kälte – all das führte zu Krankheiten und Seuchen, an denen rund ein Viertel aller Insassen sterben musste. Margarete Gross wurde in das Gebäude O 808, Zimmer 21 eingewiesen. Vielleicht konnte sie in dem unübersichtlichen Lager doch noch ihre Schwester Regina verheiratete Pincus finden, die rund zwei Monate vorher mit ihrer Tochter Bertha Pincus ebenfalls nach Theresienstadt deportiert worden waren. Margarete überlebte zwar noch den Winter, erlag aber den katastrophalen Lebensumständen am 4. März 1943. Offizielle Todesursache war „Darmkatarrh“, was, insofern es nicht sowieso eine verharmlosende Bezeichnung sein sollte, sicherlich eine bei den Ghettobedingungen kaum zu vermeidende, meist tödlich verlaufende Krankheit gewesen sein dürfte.

Margaretes Sohn Josef wird davon wenig oder nichts erfahren haben. Nach der Deportation seiner Mutter wurde er genötigt, die Wohnung in der Wielandstraße 30 aufzugeben und ein möbliertes Zimmer in der Lietzenburger Straße 8 zu beziehen. Die 3 ½ Zimmer-Wohnung teilte er sich mit Arnold und Else Wollmann und Siegbert Geisenberg. Am 27. Februar 1943 wurde Josef Gross bei seiner Firma H. Becker & Co während de Arbeit festgenommen im Rahmen der sogenannten Fabrikaktion, bei der auf einen Schlag alle noch verbliebenen jüdischen Zwangsarbeiter am Arbeitsplatz verhaftet werden sollten. Josef wurde in die als Sammellager umfunktionierte Synagoge Levetzowstraße 7/8 gebracht und am 3. März 1943 – ein Tag vor dem Tod seiner Mutter in Theresienstadt, von dem er sicher nicht mehr erfahren hat – mit weiteren 1725 Opfern in einem plombierten Zug nach Auschwitz deportiert. Etwa ein Drittel von ihnen wurde nach Ankunft in das Arbeitslager eingewiesen, die Anderen sofort in den Gaskammern ermordet. Selbst wenn Josef Gross zunächst für „arbeitsfähig“ befunden worden sein sollte, überlebt hat er das Konzentrationslager nicht. Das Datum seines Todes ist unbekannt.

1500 RM, die Josef noch besessen hatte – aufgrund antisemitischer Verordnungen hatte er nicht mehr darüber verfügen können – wurden von der Oberfinanzdirektion beschlagnahmt, sowie 21.60 Mark Restlohn, die die Firma Becker überwies. Als im Mai auch noch Josef Gross’ letzte Habseligkeiten abgeholt werden sollten, notierte der Gerichtsvollzieher: „Erfolglose Räumung. Sachen des Gross in Wohnung Wollmann nicht mehr vorhanden. Wohnung wird bereits renoviert.“

Josef Gross’ Mitbewohner in der Lietzenburger Straße 8 wurden auch alle auf der Arbeit verhaftet. Arnold Wollmann, geboren 1877, und Siegbert Jouselberg-Geisenberg, Jahrgang 1898, wurden am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert, Elsa Wollmann, 1882 in Oderberg als Elsa Hamburger geboren, war am 3. März in dem gleichen Zug nach Auschwitz, in dem auch Josef Gross verschleppt wurde. Keiner von ihnen kehrte zurück.

Auch Josefs Tante Regina Pincus geb. Brach und deren Tochter Bertha Pincus überlebten nicht. Regina Pincus starb in Theresienstadt offiziell an einer Lungenentzündung am 6. Januar 1943, Bertha wurde noch am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz weiterdeportiert und dort ermordet.

Quellen:
Gedenkbuch. Bundesarchiv Koblenz, 2006; Gedenkbuch Berlin der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus 1995; Berliner Adressbücher; Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Akten der Oberfinanzdirektion; Angaben von Uri Shani und Prof. François Cellier

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Stolperstein für Rudolf Kirchheim
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
RUDOLF KIRCHHEIM
JG. 1872
VOR DEPORTATION
FLUCHT IN DEN TOD
18.1.1942

Rudolf Kirchheim wurde am 26. April 1872 in Berlin geboren. Für dieses Jahr listet das Adressbuch viermal den Namen Kirchheim auf, aber es gibt keinen sicheren Hinweis darauf, ob einer von ihnen Rudolfs Vater gewesen ist. Rudolf selbst ließ sich erst 1905, schon über 30-jährig, in das Adressbuch eintragen, als Kaufmann in der Friedrichsberger Straße 7 in Friedrichshain. Vielleicht war Familiengründung der Anlass dazu, eine eigene Wohnung zu beziehen. Seine Frau hieß Helene und war keine Jüdin, wir wissen nicht, wann sie heirateten. Rudolf und Helene hatten mindestens einen Sohn, Botho. 1911 zog die Familie nach Mitte, in eine vermutlich gediegenere Wohnung in der Neuen Königstraße 10, heute Otto-Braun-Straße.

Dort lebte Rudolf Kirchheim 20 Jahre lang, weiterhin als Kaufmann tätig, selbständig oder angestellt. 1932 führte ihn das Adressbuch zum letzten Mal auf. Warum Rudolf Kirchheim seine Wohnung in der Neuen Königstraße aufgab, ist nicht ganz klar. Möglich, dass es ihm infolge der Weltwirtschaftskrise finanziell schlecht ging, vielleicht war aber auch 1931 das Jahr, in dem er sich von seiner Frau trennte. Keiner von beiden ist anschließend im Adressbuch vertreten, ab 1933 hatte sein Sohn Botho, inzwischen Handelsvertreter, eine eigene Wohnung in Tempelhof. Ob Rudolf und Helene sich bereits 1931 oder 1932 trennten, vielleicht sogar scheiden ließen, oder eventuell erst später – auf Druck der Behörden nach Machtübernahme der Nationalsozialisten -, auf jeden Fall hatte dies verheerende Folgen für Rudolf: er war während der antisemitischen Verfolgung nicht durch seine nicht-jüdische Ehefrau geschützt.

Wo Rudolf Kirchheim nach der Trennung lebte, ist nicht ganz klar. Er soll irgendwann, wohl zur Untermiete, in der Dahlmannstraße 28 gewohnt haben, eine Adresse, die aber sowohl als „vor 1939“ als auch als „letzte bekannte Adresse“ angegeben wird. Bei der Volkszählung vom 17. Mai 1939 jedoch, bei der man Juden auf gesonderten „Ergänzungskarten“ erfasste, wurde er allerdings in der Wielandstraße 30, als alleinstehend und zur Untermiete bei der Pflegerin Lotte Meyer wohnend, registriert.

1939 waren die Lebensbedingungen für Juden bereits äußerst schwierig geworden. Nachdem 1933 die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren, wurde der Alltag für Juden durch antisemitische Verordnungen nach und nach eingeengt. Sie wurden systematisch aus dem Erwerbsleben gedrängt, mit verschiedenen Sonderabgaben belastet, vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Besuche von Kulturveranstaltungen waren ihnen verboten, bestimmte Straßen und Bezirke durften sie nicht mehr betreten, zu festgelegten Zeiten durften sie gar nicht mehr aus dem Haus. Wertgegenstände sowie Radiogeräte u.ä. mussten sie abliefern, ab September 1941 hatten sie den Judenstern zu tragen. Im Oktober des gleichen Jahres begannen die Deportationen von Juden, auch Rudolf Kirchheim drohte die Verschleppung.

Der fast 70-jährige entschloss sich, noch ein letztes Mal sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen: am 18. Januar 1942 nahm er sich das Leben. Sein Sohn Botho meldete ihn zur Bestattung auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee an und nannte als Adresse die Dahlmannstraße 28. Der Grabstein von Rudolf Kirchheim ist an der Grabstelle erhalten.

Lotte Meyer, seine Vermieterin in der Wielandstraße, die auch Jüdin war, erscheint glücklicherweise in keinem der Opfer-Gedenkbücher. Sie konnte sich entweder der Deportation entziehen oder sie überlebte diese.

Recherche, Text: Dr. Micaela Haas. Quellen: Gedenkbuch. Bundesarchiv Koblenz, 2006; Gedenkbuch Berlin der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus 1995; Berliner Adressbücher; Auskunft Jüdischer Friedhof Weißensee

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Stolperstein für Martha Kiwi
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
MARTHA KIWI
GEB. BROMBERG
JG. 1881
DEPORTIERT 5.9.1942
RIGA
ERMORDET 8.9.1942

Martha Kiwi ‘s Mädchenname war Bromberg. Sie wurde am 2. März 1881 in Posen (heute Poznan) geboren. Ihr Vater Adolf Bromberg hatte eine Schuh- und Schäftefabrik in Posen. Ihre Mutter hieß Jenny und war eine geborenen Auerbach, sie war Prokuristin in der Schuhfabrik. 1914 trat auch Eugen Bromberg in die Firma ein, sehr wahrscheinlich ein Bruder Marthas. Als nach dem Ersten Weltkrieg Posen polnisch wurde, siedelten Eugen Bromberg mit der Fabrik und sehr wahrscheinlich auch Adolf und Jenny Bromberg nach Berlin über. Zu diesem Zeitpunkt war Martha schon längst verheiratet. Sie hatte den zwei Jahre älteren, aus Obornik nahe Posen stammenden Hermann Kiwi kennen gelernt und ihn geheiratet, wann genau, wissen wir nicht. Hermann Kiwi hatte in Schlesien eine Ausbildung bei einer Holz-Aktien-Gesellschaft im Sägewerk gemacht. Nach einem Freiwilligenjahr bei einem Regiment in Posen 1899/1900 – möglich, dass er da Martha kennen lernte –abeitete er weitere sieben Jahre bei der Holzfirma. 1907 machte er sich selbständig, indem er ein Holzgeschäft mit Sägewerk und Landwirtschaft von einem Verwandten in Pudewitz übernahm, auch unweit von Posen. Vielleicht war das der richtige Zeitpunkt gewesen, Martha zu heiraten.

Hermann Kiwi machte gute Geschäfte mit der Waggonindustrie und mit Eisenbahnwerken und brachte es zu einigem Wohlstand. Ob Hermann und Martha Kinder hatten, wissen wir nicht. 1914 ging Hermann als Freiwilliger in den Krieg, und als er zurückkam, konnte er sich mit seinem Geschäft nicht in dem inzwischen polnischen Posen halten. 1921 zog er, wie sein Schwager, mit Martha und eventuellen Kindern nach Berlin und begann, dort wieder einen Holzhandel aufzubauen.

Das Geschäftslokal war in der Düsseldorfer Straße 42, die Wohnung in Charlottenburg, Kaiserdamm 16. Das Unterfangen war jedoch nicht einfach. In der unmittelbaren Nachkriegszeit liefen die Geschäfte nicht so gut, dann kam die Inflation, das Einkommen reichte gerade für eine „einigermaßen auskömmliche Existenz“. Das Geschäft wurde in die Weimarer Straße 50 verlegt. Aber noch vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise war Hermann Kiwi insolvent. 1928 stand der Gerichtsvollzieher in der Weimarer Straße vor verschlossener Tür, „unbekannt verzogen“.

Nicht nur Hermanns Firma ging zu Bruch, auch seine Ehe scheint gescheitert zu sein. Schon 1926 verzeichnet das Adressbuch am Kaiserdamm 16 nur Kiwi, Martha geb. Bromberg, Privatiere, Hermann wohnte vielleicht bei seinem Holzgeschäft in der Weimarer Straße, spätestens 1928 aber zur Untermiete bei einer Frau Herforth in der Windscheidstraße 13. Als die Industrie- und Handelskammer (IHK) ihn 1929 ausfindig machte und aufforderte, seine Firma zu löschen, da er schon länger gar keine Geschäfte tätige, sondern als Vertreter arbeite, bat Hermann Kiwi um Aufschub, da dies nur vorübergehend sei, „infolge der schlechten Wirtschaftslage“. Er sei im Begriff wieder zu heiraten, „wodurch dem Unternehmen weiteres Betriebskapital zugeführt werden“ solle. Aber ein Jahr später meldete die IHK: „die in Aussicht genommene Wiederverheiratung des Kiwi verzögert sich…“. Ob sie je stattfand, erfahren wir nicht mehr, 1931 bat Hermann Kiwi um Löschung aus dem Handelsregister.

Wovon Martha lebte, die laut Adressbuch bis 1933 in der Wohnung Kaiserdamm 16 blieb, wissen wir nicht. Vielleicht hatte sie Untermieter, vielleicht aber auch – da als „Privatiere“ bezeichnet – eigenes Vermögen, das sie nicht bereit war, in Hermanns glücklose Firma zu stecken. 1934 bis 1936 war sie im Adressbuch nicht vorhanden, 1937 noch einmal, wohnhaft in der Wielandstraße 14. Im gleichen Jahr hatte Hermann offenbar noch einen Anlauf unternommen und eine Holzhandlung in der Wilmersdorfer Kaiserallee 27 etabliert (heute Bundesallee), die allerdings 1940 wieder aus dem Adressbuch verschwunden war.

Kein Wunder, denn inzwischen war es für Juden fast unmöglich, selbständig zu arbeiten. Zahlreiche antisemitische Verordnungen des NS-Regimes zielten darauf, Juden vollständig aus dem Berufsleben zu drängen, zusätzlich zu den Bestimmungen, die ihren Alltag bitter einschränkten. Auch Martha konnte praktisch nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen, Theater, Kino, Konzerte u.ä. waren ihr, wie allen Juden, untersagt. Sperrstunden und Bannbezirke für Juden wurden bestimmt, Schmuck, Silber, Radiogeräte u.ä. mussten sie abliefern; hatten sie Vermögen, so durften sie nur über einen dem Existenzminimum entsprechenden Betrag verfügen. Das Mietrecht für Juden wurde außer Kraft gesetzt, oftmals wurden sie genötigt, ihre Wohnungen aufzugeben. Martha Kiwi ist vermutlich von der Wielandstraße 14 in die Nummer 30 gezogen, zur Untermiete. Dort lebte sie jedenfalls im Mai 1939, als bei der Volkszählung Juden auf „Ergänzungskarten“ gesondert registriert wurden.

Noch einmal wurde Martha Kiwi gezwungen, umzuziehen, in die Krausnickstraße 13. Von dort wurde sie Ende August 1942 abgeholt, in die als Sammellager missbrauchte Synagoge in der Levetzowstraße 7/8 gebracht und am 5. September 1942 vom Güterbahnhof Moabit in der Putlitzstraße aus mit 795 anderen Leidensgenossen nach Riga deportiert. Ziel war angeblich das Rigaer Ghetto, dorthin gelangte jedoch nur das Gepäck der Deportierten. Die Menschen selbst wurden, bis auf 80 zur Zwangsarbeit ausgesuchte Männer, nach der dreitägigen Reise sofort in den umliegenden Wäldern erschossen. Auch Martha Kiwi wurde am 8. September 1942 ermordet.

Hermann Kiwi war schon mit dem ersten Berliner Deportationszug am 18. Oktober 1941 vom Gleis 17 am Bahnhof Grunewald in das Ghetto Lodz verschleppt worden. Dort sah er sich völlig unmenschlichen Lebensbedingungen ausgesetzt, an denen viele Ghettobewohner starben. Hermann Kiwi überlebte zunächst bis zum 8. Mai 1942, der Tag an dem er weiter in das 80 km entfernte Vernichtungslager Kulmhof deportiert und dort, wie auch die anderen Opfer, auf Ankunft in einem Gaswagen ermordet wurde. Für ihn liegt ein Stolperstein vor seinem letzten Wohnhaus in der Hektorstraße 5.

Recherche/Text: Micaela Haas. Quellen: Gedenkbuch. Bundesarchiv Koblenz, 2006; Gedenkbuch Berlin der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus 1995; Berliner Adressbücher; Adressbücher Posen; Landesarchiv Berlin