Stolpersteine Johann-Georg-Straße 20

Link zu: Hauseingang Johann-Georg-Str. 20, 2011
Hauseingang Johann-Georg-Str. 20, 2011
Bild: BA CW, Plewa

Vor dem Haus Johann-Georg-Straße 20 wurden am 29.03.2008 die Stolpersteine für Käte und Franz Wiener verlegt.

Die Stolpersteine für Kurt Gross, Jakob und Louise Lilly Löwenstein wurden am 15.4.2014 verlegt.

Link zu: Stolperstein für Franz Wiener, 23.03.1
Stolperstein für Franz Wiener, 23.03.11
Bild: BA CW, Plewa

HIER WOHNTE
FRANZ WIENER
JG. 1895
FLUCHT FRANKREICH
DEPORTIERT
AUS DRANCY 25.9.1942
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Franz Wiener, der nach Auskunft seines Sohnes auch Meir hieß, wurde am 10. November 1895 in Liegnitz (Schlesien) geboren. Seine Eltern hießen Paul und Jenny. Franz Wiener war Inhaber einer Druckerei mit Verlag und war mit Käte Eckstein aus Breslau verheiratet. Sie hatten einen Sohn und eine Tochter. Alle zusammen wohnten in der Johann-Georg-Straße 20.

Sowohl er als auch die beiden Kinder, die offenkundig zu dieser Zeit schon geflüchtet waren, standen allerdings nicht im Meldeverzeichnis der Volkszählung vom 17.5.1939, sondern nur die Mutter. Um diese Zeit müssen die Eltern nach Monaco geflüchtet sein, von wo aus sie in Lyon Unterschlupf fanden. Jedoch wurden sie dort verhaftet und in das Durchganglager Drancy gesperrt, wo die meisten in Frankreich erwischten Juden aus Deutschland interniert waren. Am 25. September 1942 wurden sie aus Drancy bei Paris nach Auschwitz in Polen deportiert.

Der Sohn, der in Israel lebte und mit dem Namen Tzvi Viner unterschrieb, hat 1973 in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem für seinen Vater ein Gedenkblatt angelegt. 1976 tat dies auch die Tochter Marion Cohen, die in Haifa wohnte.

Link zu: Stolperstein für Käte Wiener, 23.03.11
Stolperstein für Käte Wiener, 23.03.11
Bild: BA CW, Plewa

HIER WOHNTE
KÄTE WIENER
GEB. ECKSTEIN
JG. 1901
FLUCHT FRANKREICH
DEPORTIERT
AUS DRANCY 25.9.1942
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Käte Wiener geb. Eckstein wurde am 23. März 1901 in Breslau (Schlesien) geboren. Ihre Eltern hießen Max und Rosa. Sie war verheiratet mit Franz Wiener und hatte zwei Kinder, denen es rechtzeitig geladen, der Judenverfolgung in Deutschland zu entkommen.

Im Meldeverzeichnis der Volkszählung vom 17.5.1939 trug die Staatspolizei bei ihr den Vermerk ein: “verzogen 1939“. Offenbar wussten die Behörden damals nicht, dass sie im letzten Augenblick zusammen mit ihrem Mann Franz nach Monaco geflüchtet war und sich somit der Erfassung wie auch der späteren Deportation entzogen hatte. Nach Monaco fanden Wieners Unterkunft in Lyon. Dort wurden sie jedoch nach der Besetzung Frankreichs gefasst und zum Internierungslager Drancy in der Nähe von Paris geschafft. Von dort ist Käte Wiener dann an 25. September 1942 nach Auschwitz deportiert worden, wo sie ermordet wurde.

Der Sohn Sohn Tzvi Wiener, der aus Berlin nach Palästina geflüchtet war und sich in Israel Viner schrieb, hat 1973 zum Gedenken an seine Mutter in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ein Erinnerungsblatt hinterlegt.

Text: Helmut Lölhöffel (Stolpersteine-Initiative Charlottenburg Wilmersdorf), Quellen: Bundesarchiv, Adressbuch/Branchenbuch, Zentralarchiv Yad Vashem.

Link zu: Stolperstein Kurt Gross, 2014
Stolperstein Kurt Gross, 2014
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
KURT GROSS
JG. 1928
DEPORTIERT 6.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Link zu: Stolperstein Jakob Löwenstein, 2014
Stolperstein Jakob Löwenstein, 2014
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
JAKOB
LÖWENSTEIN
JG. 1875
DEPORTIERT 18.10.1941
LODZ / LITZMANNSTADT
ERMORDET 4.3.1942

Jakob Löwenstein
Jakob Löwenstein
Bild: privat

Jakob Löwenstein wurde am 19. Dezember 1875 in Vendersheim bei Oppenheim in Hessen geboren. Er war mit Louise Lilly Löwenstein verheiratet und Agent für Schauspieler. Sie wohnten in der Johann-Georg-Straße 20, wurden jedoch unter Druck kurzfristig vor ihrer Deportation in die Nestorstraße 4 umquartiert.

Mit dem allerersten Deportationszug, der Berlin verließ, wurde Jakob Löwenstein am 18. Oktober 1941 vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald nach Litzmannstadt (Lodz) deportiert. Im dortigen Ghetto ist er am 4. März 1942 umgebracht worden.

Eine in Jerusalem lebende Enkelin, Irene Hollander, hat 2007 in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ein Gedenkblatt eingereicht.

Link zu: Stolperstein Louise Lilly Löwenstein, 2014
Stolperstein Louise Lilly Löwenstein, 2014
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
LOUISE LILLY
LÖWENSTEIN
GEB. LEBRECHT
JG. 1890
DEPORTIERT 18.10.1941
LODZ / LITZMANNSTADT
1942 CHELMNO / KULMHOF
ERMORDET

Louise Lilly Löwenstein geb. Lebrecht. Ihre Eltern hießen Julius und Ida. Sie war die Ehefrau von Jakob Löwenstein und wohnte mit ihm in der Johann-Georg-Straße 20.

Deportiert wurde sie über die Sammelstelle Levetzowstraße 7-8 (eine ehemalige Synagoge) am 18. Oktober 1941 nach Litzmannstadt (Lodz) zusammen mit ihrem Mann und rund 1000 Menschen mit dem ersten Zug, der den Bahnhof Grunewald verließ. Am 18. Mai 1942 wurde sie von dort etwa 60 km nördlich nach, Kulmhof (Chelmno) in ein Vernichtungslager gefahren, wo sie ermordet wurde. Jakob Löwenstein war schon im März ums Leben gebracht worden.

Eine in Jerusalem lebende Enkelin, Irene Hollander, hat 2007 in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ein Gedenkblatt eingereicht.

Text: Helmut Lölhöffel (Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf). Quellen: Bundesarchiv, Archiv Yad Vashem