Stolperstein Helmholtzstraße 21

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Hauseingang Helmholtzstr. 21
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat & Flegel

Dieser Stolperstein wurde am 26.9.2006 verlegt.

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Stolperstein Kurt Wolf
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat & Flegel

HIER WOHNTE
KURT WOLF
JG. 1902
DEPORTIERT 29.11.1942
AUSCHWITZ
ERMORDET JAN 1943

Kurt Wolf wurde am 7. Juli 1902 in Berlin geboren. Über seine Herkunft ist nichts bekannt.
Kurt Wolf arbeitete als Bürsteneinzieher in der Blindenwerkstatt von Otto Weidt in der Rosenthaler Straße 39. Hier beschäftigte der Kleinfabrikant Otto Weidt während des Zweiten Weltkriegs hauptsächlich blinde und gehörlose Juden. Sie stellten Besen und Bürsten her. Siehe Blindenwerkstatt von Otto Weidt

Er war mit der elf Jahre älteren, blinden Ida Blumenthal, geboren am 8. August 1891 in Kördorf (Hessen), verheiratet. 1939 wohnte Kurt Wolf in der Helmholtzstraße 21 in Charlottenburg (bei der Volkszählung von 1939 war er in der Parkstraße 22 in Weißensee, in der „Israelitischen Taubstummen-Anstalt“ gemeldet). Ida wohnte in der „Jüdischen Blindenanstalt“ in Steglitz, Wrangelstraße 6-7.

Die Bewohner des Blindenheims in Steglitz wurden 1941 mit der Leiterin des Heims, Betty Katz, zunächst in die Parkstraße 22 nach Weißensee in das „Jüdische Blinden- und Taubstummenheim“ verlegt, bis sie von dort deportiert wurden. Ida Wolf gab in ihrer Vermögenserklärung an, sie sei nicht verheiratet und sollte bereits am 15. August 1942 nach Riga deportiert werden. Sie wollte wohl ihren Ehepartner schützen. Offensichtlich wurde dann bemerkt, dass sie verheiratet war; sie wurde wieder aus dem Zug geholt und drei Monate später, am 29. November 1942, mit Kurt Wolf zusammen nach Auschwitz deportiert. Beide wurden aus der Auguststraße 14-16 im Stadtbezirk Mitte deportiert.

Das Haus war bis 1914 das Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde. Danach fanden jüdische Emigranten aus Osteuropa Zuflucht. Seit 1922 existierte hier das reformpädagogisch ausgerichtete Kinderheim Ahawah. 1941 machte die Gestapo das Haus zum Sammellager für alte und kranke jüdische Menschen, die von hier aus deportiert wurden.

Kurt Wolf ist in Auschwitz im Januar 1943 ermordet worden. Der Todeszeitpunkt von Ida ist unbekannt.

Am 28. Dezember 1942 notierte ein Beamter der Reichsfinanzverwaltung bei der Auflistung des Wohnungsinventars: „Von dem Juden Wolf wurden keine Sachen vorgefunden.“

Recherche und Text: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf, Helmut Lölhöffel / Dr. Petra Fritsche. Quellen: Bundesarchiv, Berliner Gedenkbuch, Deportationslisten, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Yad Vashem