Stolpersteine Wilhelmsaue 138

Link zu: Wilhelmsaue 138, 13.3.2013
Wilhelmsaue 138, 13.3.2013
Bild: Bezirksamt, KHMM

Der Stolperstein für Lucie Bloch wurde am 30.07.2005 verlegt.

Link zu: Stolperstein für Lucie Bloch
Stolperstein für Lucie Bloch
Bild: Sara Götz, BA

HIER WOHNTE
LUCIE BLOCH
JG. 1881
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Lucie Bloch, am 29. Mai 1881 in Berlin geboren, war wahrscheinlich die jüngere Schwester von Gertrud Bloch, die eine Wäschehandlung führte, und wohnte bei ihr in der Wilhelmsaue 138 in Wilmersdorf. 1936 stand Lucie Bloch als „Expedient“ im Adressbuch.

Im Adressbuch war unter dieser Anschrift bis 1936 Gertrud Bloch mit dem Zusatz „Direktrice“ eingetragen. Von 1937 bis 1940 stand, auch im Branchenverzeichnis, die Wäschehandlung von Gertrud Bloch, und sie war noch 1941 als Rentnerin verzeichnet, 1942 aber nicht mehr. Lucie Bloch war bei der Volkszählung 1939 allein dort gemeldet.

Sie wurde am 25. September 1942 aus dem Sammellager an der Großen Hamburger Straße 26 mit 100 überwiegend alten Menschen – mit 61 Jahren war Lucie Bloch darunter – in verriegelten Sonderwagen, die an den fahrplanmäßigen Zug angehängt wurden, vom Anhalter Bahnhof nach Theresienstadt deportiert. Auf der Deportationsliste war sie mit der Adresse Wilhelmsaue 138 registriert. Zwei Jahre später wurde sie nach Auschwitz weiterdeportiert. Dort kam sie am 9. Oktober 1944 mit 1599 Menschen an, von denen fast alle sofort ermordet wurden. Nur 72 von ihnen erlebten die Befreiung des Vernichtungslagers.

Über Gertrud Bloch ist weiter nichts bekannt. Da sie auf keiner Deportationsliste auftaucht, ist sie vermutlich 1941 gestorben.