Gedenktafel für Kurt Singer

Bildvergrößerung: Mommsenstraße 56, 29.3.2014
Bild: Bezirksamt, KHMM

Die Berliner Gedenktafel (Porzellantafel der KPM) am Haus Mommsenstraße 56 wurde am 12.10.1997 enthüllt.

Link zu: Gedenktafel für Kurt Singer 25.9.2006
Gedenktafel für Kurt Singer 25.9.2006
Bild: Bezirksamt, KHMM

BERLINER GEDENKTAFEL

In diesem Hause wohnte von 1932 bis 1934
KURT SINGER
11.10.1885-7.2.1944
In seiner Wohnung wurde am 15. Juli 1933 der
KULTURBUND DEUTSCHER JUDEN
gegründet, dessen Leiter er war
1938 floh Kurt Singer nach Holland
Er kam im Lager Theresienstadt um

Auch im Foyer der Deutschen Oper] wurde eine Gedenktafel für Kurt Singer angebracht:
“Dr. Kurt Singer, Mediziner, Musikschriftsteller und Dirigent,
geboren am 11. Oktober 1885, gestorben im Januar 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt,
hat sich in den Jahren 1926 bis 1931
um Arbeit und Bestand der Städtischen Oper Berlin-Charlottenburg
in führender Verantwortlichkeit verdient gemacht.”
Im Juli 1933 wurde auf seine Initiative hin der “Kulturbund deutscher Juden e.V.” gegründet, um jüdischen Künstlern, die entlassen worden waren und Berufsverbot hatten, die Möglichkeit zu geben, weiter künstlerisch tätig zu sein. Singer selbst dirigierte Opern und Konzerte, etwa im August 1934 mit dem Kulturbund-Symphonieorchester Beethovens Eroica zu Ehren des verstorbenen Reichspräsidenten Hindenburg.
Von den Pogromen des 9. November 1938 erfuhr er auf einer Amerikareise und entschloss sich zur sofortigen Rückkehr, obwohl er die Gefahr kannte. Über Holland gelangte er wieder nach Deutschland, wo man ihn festnahm und nach Theresienstadt deportierte. Dort starb er am 7. Februar 1944.