Murellenberg, Murellenschlucht, Murellenteich und Schanzenwald

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Blick in die Murellenschlucht, 23.4.2010, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Der Murellenberg (62 m über NN) die Murellenschlucht (30m tiefer Talkessel) und der Murellenteich (Naturdenkmal) sind Teil der in der Eiszeit entstandenen Hügellandschaft im Spree-Havelgebiet, Sie entstanden als Stauch- und Endmoränen des Warschau-Berliner Urstromtales.
Die ersten militärischen Anlagen am Murellenberg mit Kasernen und Schießständen datieren aus der Zeit um 1840. Später missbrauchten die Nationalsozialisten die Murellenschlucht als Hinrichtungsstätte für Deserteure und so genannte Wehrkraftzersetzer. Daran erinnert seit 2002 ein Denkzeichen zur Erinnerung an die Ermordeten der NS-Militärjustiz am Murellenberg. Das Gelände war lange Zeit militärisches Sperrgebiet und wurde bis 1990 von den Briten genutzt, danach von der Berliner Polizei.
Im südöstlichen Ausläufer der Murellenschlucht wurde 1934-36 die Waldbühne errichtet.

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Spazierweg durch die Murellenschlucht, 23.4.2010, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Seit 1993 steht das Gebiet unter Naturschutz: In der mit seltenen Pflanzen bewachsenen Schlucht wurden 97 verschiedene fliegende Insekten registriert, von denen 57 selten oder gefährdet sind. Auch elf seltene Schmetterlingsarten leben dort.
Am 28.11.2007 konnte Umweltstadträtin Martina Schmiedhofer gemeinsam mit der Staatssekretärin Maria Krautzberger von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie Vertretern der Deutschen Bahn AG und den Berliner Forsten den größten Teil des ehemaligen Sperrgebiets als rund 38 ha große neue Erholungsfläche der Öffentlichkeit übergeben. Damit ist dieses Gebiet nach rund 150 Jahren militärischer Nutzung wieder öffentlich zugänglich. Trotz teilweise massiver Eingriffe in die Landschaft durch die militärischen Anlagen wie Schießschutzwälle, Kugelfänge und Zaunanlagen konnten sich dort relativ ungestört Biotopqualitäten entwickeln. Ingesamt wurden ca. 25 ha militärischen Übungsbereiches umgestaltet, ca. 8.300 qm Fläche entsiegelt, 2,6 km Zäune und rund 20.800 t Abfälle und Abbruch entfernt, davon 6.500 t gefährliche Abfälle.

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Ehemaliger Schießplatz, 23.4.2010, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Der Schanzenwald ist von Kiefern-Eichenwaldbeständen geprägt. Eingelagert sind die Lichtungsbereiche der ehemaligen Schießplätze, die durch für den Naturschutz wertvolle Sandtrockenrasen und Wiesenflächen charakterisiert sind. Ein großer Teil ist Naturschutzgebiet. Das Gelände ist über die Glockenturmstraße im Süden und über einen Wegekorridor zwischen S-Bahn und Schanzenwald von Norden über den Spandauer Eisgrabenweg zu erreichen. Ein Weg über den Murellenberg nördlich der Waldbühne verbindet die Murellenschlucht mit der Ruhlebener Fließwiese im Nordosten.

s. auch Ruhleben