Drucksache - 1109/4  

 
 
Betreff: Wohin mit unserem Anteil?
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:CDU-Fraktion 
Verfasser:Klose/Förschler 
Drucksache-Art:AntragVorlage zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Beratung
29.01.2015 
41. Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin überwiesen   
Jugendhilfeausschuss Beratung
17.02.2015 
58. Öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses      
Bezirksverordnetenversammlung Beratung
19.02.2015 
42. Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen   

Sachverhalt
Anlagen:
Antrag
Beschlussempfehlung
Beschluss
VzK - Zwischenbericht
VzK - Abschlussbericht
Drs 1109-4 Anlage

Die BVV möge beschließen:

Die BVV hat am 19.02.2015 beschlossen:

 

Das Bezirksamt wird aufgefordert, eine Planung vorzulegen, wie genau die von der Senatsverwaltung 2016/17 avisierten etwa tausend Kita-Plätze eingerichtet werden sollen. Diese Planung soll nach Regionen und in Tabellenform vorgelegt werden.

 

Der BVV ist bis zum 30.04.2015 zu berichten.

 

 

Das Bezirksamt teilt dazu mit:

 

Auf den Zwischenbericht im April wird verwiesen. Die detaillierte tabellarische Planungsübersicht kann jetzt nachgereicht werden.

 

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat insgesamt 11.419 Plätze in der Kindertagesförderung, damit hat sich die Platzzahl in den letzten beiden Monaten um 85 erhöht. Die Träger der Tagesförderung haben nach eigenen Angaben rund 10.770 Plätze in ihren 238 Kindertagesstätten in Charlottenburg-Wilmersdorf, zudem gibt es 649 angebotene und belegte Plätze in der Kindertagespflege (Stand: 31.12.2014). Aktuell (31.05.2015) sind rein rechnerisch noch ca. 575 Fälle verfügbar, diese Reserve kann bis Juli 2015 auf ca. 350 Plätze sinken.

 

Das Kindertagesförderungsangebot soll i.d.R. wohnortnah zur Verfügung stehen[1]. Innerhalb des Bezirks wird ein nachfragegerechtes Angebot nicht nur auf der Ebene der 5 Regionen, sondern auch innerhalb der 16 (bewohnten) Bezirksregionen angestrebt[2].

Unabhängig vom Recht der Eltern, auch Plätze außerhalb des Bezirks in Anspruch zu nehmen, soll das Platzangebot in Charlottenburg-Wilmersdorf der bezirklichen Nachfrage entsprechen. Die Platzbilanz war in den letzten Jahren relativ ausgeglichen. Aktuell verschiebt sich diese zu unseren Lasten (zusätzlich werden 215 Plätze von "bezirksfremden" Kindern genutzt).

 

In den Bezirksregionen (BZR) Kantstraße, Charlottenburg-Nord, Barstraße, Schmargendorf, Kurfürstendamm, Halensee und Düsseldorfer Straße stehen nicht ausreichend Plätze zur Verfügung. Perspektivisch wird insbesondere in diesen BZR das Defizit ansteigen.

Auf der Regionenebene stehen in den Regionen 3, 4 und 5 noch ausreichend Plätze zur Verfügung. In der Region 2 besteht bereits jetzt ein Defizit, das durch Angebote in der BZR Neue Kantstraße abgefangen werden kann. In der Region 1 nutzen 121 Kinder aus Charlottenburg Nord die Kitaplätze in Siemensstadt (Spandau).

Insgesamt besteht aber im Bezirk derzeit rein rechnerisch noch eine Platzreserve.

Im Sommer 2016 wäre mit einer ersten Angebotslücke zu rechnen, wenn bis dahin keine weiteren Plätze geschaffen würden. Die genauen Zahlen sind der beiliegenden Tabelle zu entnehmen. Bis zum Sommer 2018 müssen danach noch 942 Plätze ausgebaut werden.

 

Es ist darauf hinzuweisen, dass die Prognosen aufgrund der Komplexität und Dynamik nicht punktgenau eintreffen müssen, sie dienen als Orientierungslinie. Insbesondere ist z.B. im Westend ggf. mit einem höheren Bedarf aufgrund der Flüchtlingsunterkünfte zu rechnen.

 

Die weiteren Entwicklungen werden in regelmäßigen Abständen veröffentlicht und im JHA vorgestellt: Die berlinweite sowie die darauf fußenden bezirklichen Jahresplanungen der Kindertagesförderung werden auf der Grundlage der abgestimmten Daten mit der Gesamtjugendhilfeplanung jährlich im Juni erstellt. Anfang des Jahres erscheint jeweils der Bedarfsatlas.

 

Nach derzeitigem Stand gibt es folgende Planungen bzw. Handlungsschritte:

 

BZR Charlottenburg-Nord: Die Evangelische Kirchengemeinde strebt vorerst eine Erweiterung von 50 Plätzen an, ggf. kann später auch an einem zweiten Standort eine Erweiterung stattfinden.

BZR Mierendorffplatz: Ein Träger plant eine Erweiterung von 40 Kitaplätzen zum 1.10.2015.

BZR Otto-Suhr-Allee: Im Bereich des Spreebogens werden voraussichtlich im Rahmen der Neubebauung ca. 120 Kitaplätze realisiert.

BZR Heerstraße: Im Rahmen einer Neubebauung am Dickensweg wird voraussichtlich auch ein Kitastandort eingeplant.

BZR Westend: Ein Träger möchte sein Angebot um 40 Plätze erweitern, ein weiterer Träger möchte eine (zweisprachige) Kita mit ca. 100 Plätzen eröffnen.

BZR Schmargendorf: Hier wird ab dem 1.08.15 eine Kita mit ca. 40 Plätzen eröffnet. Der Bezirk strebt zudem eine "Reaktivierung" eines ehemaligen Kitastandortes an.

 

In der Verwaltung finden derzeit abteilungsübergreifende Abstimmungen statt, mit dem Ziel alle möglichen Optionen (für Neubau geeignete Grundstück(steil)e bzw. für Umbau geeignete Immobilien) zu prüfen.

Das Jugendamt berät zudem Träger bezüglich des Platzausbaus; darüber hinaus werden auf der Grundlage der nun vorliegenden Zahlen Gespräche mit potenten im Bezirk ansässigen Trägern über mögliche Platz-Erweiterungen bzw. Neubauten geführt.

 

 

 

 

Reinhard Naumann                            Dagmar König             

Bezirksbürgermeister                            Bezirksstadträtin

 


[1] Jedoch ist gemäß § 6 Abs. 4 VOKitaFöG für eine Familie mit einem Kind eine Tageseinrichtung angemessen erreichbar, wenn die Wegezeit bei Verfügbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel von der Wohnung des Kindes zur Tageseinrichtung regelmäßig nicht mehr als 30 Minuten beträgt oder wenn der Platz auf dem Weg der Eltern zu ihrer Arbeits- oder Ausbildungsstätte liegt.

[2] Im Rahmen der Förder- und Ausbauprogramme werden insbesondere die Bezirksregionen als Raumbezug herangezogen.

 
 

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