Integrationsbeauftragter Mustafa T. Cakmakoglu
Mustafa T. Cakmakoglu, Lehrer und Sozialpädagoge, ist seit dem 2.6.2009 als Integrationsbeauftragter im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf tätig
Der Integrationsbeauftragte Charlottenburg-Wilmersdorfs setzt sich für das friedliche Zusammenleben und die Integration der unterschiedlichen kulturellen und ethnischen Gruppen innerhalb des Berliner Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf ein.
Er übt eine Tätigkeit aus, die sowohl eine Brückenfunktion zwischen ausländischen Bürgerinnen und Bürgern und den Behörden darstellt, als auch die Vertretung der Interessen dieses Personenkreises in gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen unterstützt.
Im Bezirk Charlottenburg Wilmersdorf leben insgesamt über 58.216 (Stand: 30.11.2010) Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit.
1.) Ausgangpunkte meiner Arbeit sind Beachtung der gesetzlichen Regelungen, der Menschenrechte und Menschenwürde. Darüber hinaus werde ich versuchen, das Bild des Bezirksamtes Charlottenburg Wilmersdorf von Berlin, in der Öffentlichkeit durch bürgernahes Handeln zu prägen.
2.) Zu diesem Zweck dienen u.a. auch die Öffentlichkeitsarbeit, Bewusstseinsbildung und interkulturelle Öffnung der Ämter.
Die Grundlagen einer interkulturellen Öffnung sind wichtige Faktoren, zu einem friedlichen Miteinanderleben. Dabei müssen die Betroffenen durch Fortbildungen, sowohl als Angehörige der Mehrheitsgesellschaft, als auch die Minderheiten darauf vorbereitet werden.
Interkulturelle Öffnung (IKÖ)
Die gesellschaftlichen Veränderungen und Anforderungen, die durch Zuwanderung bzw. kulturelle Vielfalt entstehen, machen es notwendig, sich auf die Realitäten einer globalisierten Einwanderungsgesellschaft einzustellen.
Unter „Interkulturelle Öffnung der Dienste und Einrichtungen“ versteht man Rahmenbedingungen, die die sozialen Dienste und Einrichtungen dazu befähigen, an der gleichberechtigten sozialen Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von ihrer kulturellen Herkunft, von religiöser oder weltanschaulicher Überzeugung, von individueller Lebenseinstellung und Lebensweise mitzuwirken. Unter der interkulturellen Öffnung ist die Partizipation und Vernetzung als Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit, Kontakt und Kommunikation zu Schlüsselpersonen, Inhalte und Gestaltung von Informationsmaterialien zu verstehen.
3.) Die Gestaltung des Zusammenlebens in einer ethnisch, kulturell und religiös immer differenzierteren Gesellschaft bedarf neuer Formen und Zugangswege der Beratungs- und Versorgungsangebote und somit konkrete Formen der Ausgestaltung von Integrationsprozessen. Die interkulturelle Öffnung der Erwerb interkultureller Kompetenzen ist eine gesellschaftliche Herausforderung und ein wichtiger Schritt im Integrationsprozess.
Dabei müssen teamorientierte Organisationsformen geschaffen werden, die es ermöglichen, fachlichen und persönlichen Fähigkeiten jedes Einzelnen optimal zu nutzen und zu fördern.
Meine Aufgabenbeereiche beinhalten:
- Grundsatzarbeit
- Gremienarbeit
- Bürgerorientierte Arbeit
- Öffentlichkeitsarbeit
- Bearbeitung der Anträgen der BVV
- Abgabe von Stellungnahmen für Förderanträge
- Bildung und Vernetzung von Arbeitskreisen
- Organisation verschiedener kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Veranstaltungen
- Ausbau der Netzwerkbildung interreligiösen Dialogs
- Moderation der Migrantenarbeit und Kooperation mit den Akteuren der Migrantenarbeit im Bezirk
- Ausübung der Funktion eines Ombudsmannes
1. Grundsatzarbeit:
- Leitungsaufgaben
- Eigenverantwortliche Koordinierung der Migrantenarbeit im Bezirk
- Abstimmung von Maßnahmen zwischen den Abteilungen bzw. LuV’s
- Abstimmung von Aktivitäten des Bezirksamtes mit denen, freien Träger, Selbsthilfegruppen und Beratungseinrichtungen mit migrantenbezogenen Aufgabenstellung
- Mitwirkung bei migrantenspezifischen Einzelaufgaben der bezirklichen Einrichtungen
- Erarbeitung von Konzepten für die Integration von MigrantInnen
- Erarbeitung von Konzepten zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Migrationshintergrund
2. Gremienarbeit
- Geschäftsführung für den Beirat für Migrantenangelegenheiten bis September 2011
- Teilnahme an Sitzungen der BVV und ihrer Ausschüsse zu migrantenbezogenen Themen
- Teilnahme an Landesbeiratssitzungen
- Teilnahme an den Sitzungen der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der MigrantInnenbeauftragten bzw. Integrationsbeauftragten
- Erarbeitung von Vorlagen für das Bezirksamt und BVV in migrantenspezifischen Angelegenheiten
- Bildung und Leitung von Arbeitskreisen und Projekten
- Teilnahme an Zielgruppenveranstaltungen der BzBm mit migrantenspezifischem Bezug
3. Bürgerorientierte Arbeit
- Individuelle wegweisende Beratung und Betreuung von MigrantInnen aller Nationalitäten in aufenthaltsrechtlichen, sozialen und kulturellen Fragen und sonstigen Lebensbereichen
- Beratung von bürgerorientierten Stellen des Bezirksamtes bei kundenorientierten Arbeit mit MigrantInnen
- Teilnahme an Bürgersprechstunden der Bezirkstadträte mit migrantenorientiertem Bezug, wenn Bedarf bestehen
4. Veröffentlichung und Verbreitung von Informationen über alle Migrantenrelevaten Themen und Problemen (in Form von Broschüren, wie Infobook, die Klischees sind in den Köpfen drin, Migrationwegweiser, Infoblatt „Realität“, Zuwanderungsgesetz leicht gemacht usw.)
5. Bearbeitung der Anfragen der BVV
6. Abgabe von Stellungnahmen für Förderanträge der Vereine und Projekte, die im Bezirk tätig sind
7. Initiierung, Bildung und Vernetzung von Arbeitskreisen
8. Organisation verschiedener kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Veranstaltungen
9. Ausbau der Netzwerkbildung durch interreligiösen Dialog
10. Moderation, Kooperation und Koordination der Migrantenarbeit im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
11. Ausübung der Funktion eines Ombudsmannes, da es in den Bezirken noch keine Antidiskriminerungsstellen gibt
Konflikte:
Multikulturelle Einwanderungsgesellschaften und -prozesse der Integration haben in der Regel keinen idyllischen und harmonischen Charakter; sie gehen vielmehr mit vielfältigen Auseinandersetzungen und Spannungen einher. Demokratie lebt aber von Meinungsverschiedenheiten. Ich denke unsere Aufgabe liegt darin, sich dafür einzusetzen, dass diese Auseinandersetzungen nicht im Grundgesetz geregelten und erlaubten Grenzen überschreiten.
Von 1990 bis zum 23.01.2009 war Azize Tank Migrantenbeauftrage des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf.