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Abteilung Bürgerdienste, Weiterbildung, Kultur, Hochbau und Immobilien - Fachbereich Kultur

Ausstellung in der Kommunalen Galerie Berlin

Kunstraum AVUS

ein Projekt der Initiative temporäre Kunsträume e.V.

Finissage am Sonntag, 30. Juni 2013, 15 - 17 Uhr
15.30 Uhr Tanzperformance mit Mikel Aristegui
16.00 Uhr artist guide / Rundgang mit Monika Lilleike und Kaaren Beckhof

Laufzeit: 21. April bis 30. Juni 2013

Die Initiative temporäre Kunsträume e.V. zeigt am 21. April 2013 um 16 Uhr zur Buchpräsentation von Kunstraum AVUS letztmalig 33 interdisziplinäre künstlerische Arbeiten in einer Gesamtausstellung, die in drei Jahren Kunstprojekte im öffentlichen Raum an der AVUS entstanden sind.

Die Initiative temporäre Kunsträume e. V. entwickelt und initiiert interdisziplinäre Kunstprojekte im Stadtraum, an Orten, die sich in einem Übergangsstadium befinden, an denen alte Nutzungsstrukturen im Auflösen begriffen und neue noch nicht manifestiert sind.

In den Jahren 2008 bis 2010 wurde die AVUS in Berlin-Charlottenburg zum Kunstraum erklärt. Die verdrängten, kuriosen und mitunter auch brisanten Situationen im Stadtteil waren für die InitiatorInnen Claudia Brieske, Elvira Hufschmid, Jaqueline Krickl und Peter Müller Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen. Dazu gehören bis heute die Abrissdiskussionen um das ICC gleichermaßen wie der sukzessive Verfall der denkmalgeschützten Tribüne an der Bundesautobahn A 115, die Umnutzung des ehemaligen Rennleitungsturms als Motel und die durch Parkplatznutzung ruhiggestellte Nordkurve. Die AVUS ist Synonym für Mobilität, Geschwindigkeit, Transformation und Flüchtigkeit – symptomatische Zeichen unserer Zeit. Sie ist Zeugnis Berliner Stadtgeschichte.

24 internationale KünstlerInnen reagierten mit Installation, Performance, Video, Musik, Interaktion, Spaziergangsforschung und Tanz auf die historischen, architektonischen, sozialen und atmosphärischen Gegebenheiten. Ziel war die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins für den jeweiligen Ort, um die Diskussion gegenwärtiger und zukünftiger Stadt- und Gesellschaftsentwicklungen anzuregen, die in Kooperation mit dem Georg-Kolbe-Museum als Diskurse fortgesetzt werden konnten.


Das Projekt Motel 2008:
Die Video-Arbeiten A 115-Finale (2006) von Peter Müller, Rede ans Volk (2007) von Elvira Hufschmid und Monika Lilleike sowie Geisterbahn (2006) von Justin Time, alle an und auf der Zuschauertribüne entstanden, markieren den Ausgangspunkt der Entwicklung der Kunstraum AVUS-Projekte. Im Jahr 2008 stand das Projekt Motel unter dem Leitthema „Prototyping AVUS“. Diese erste Intervention zielte darauf ab, die öffentliche Wahrnehmung für den Ort zu schärfen und auf die ortsspezifische
Situation aufmerksam zu machen; ob mittels Spaziergangsforschung von und mit Bertram Weisshaar, einer Fahnenmastbeflaggung durch York Wegerhoff oder der Zeichenperformance und Sitzskulptur von Michael Rogge. Am Eröffnungsabend gab die Künstlerin Catherine Lorent (GRAN HORNO) eine Musikperformance im Restaurant des AVUS-Motels. Die Präsentationen fanden in Motelzimmern und im Außenraum statt.

Das Projekt Nordkurve 2009:

An drei aufeinanderfolgenden Wochenenden im September waren die künstlerischen
Arbeiten im Nordkurve-Projekt auf die Analyse und Reflexion der vorgefundenen Orte und der angrenzenden Umgebung ausgerichtet. Mit Blick auf die Gründung der AVUS, die sich zum 100. Mal jährte, schrieben Mitglieder des Solistenensembles KALEIDOSKOP dem „Denkmal der Mobilitätskultur“ eine eigene Partitur. Mit akustischer Umwandlung befassten sich Claudia Brieske, die in ihrer Klanginstallation die leiseren Nebengeräusche der Umgebung über Megafone verstärkte, und Jana Debrodt, deren Kraftwerk den AVUS-Lärm in Licht umwandelte. Eine zeitliche wie räumliche Ausweitung des Kunstraums AVUS wurde durch assoziierte Ausstellungen in der Kunstkammer des Georg-Kolbe-Museums erreicht.

Das Projekt Dreieck Funkturm 2010:

Am Tag des Offenen Denkmals, der unter dem Motto Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr stand, wurden künstlerische Arbeiten entwickelt, die dem Thema Zeitlichkeit gewidmet sind. Am 12. September 2010 wurden im Projekt Dreieck
Funkturm an der ehemaligen AVUS-Rennstrecke, im AVUS-Motel und im ICC-Parkhaus Interventionen vorgenommen. Christin Lahr rief in FINE RED LINE zum „Hinfahren und Mitmachen!“ BesitzerInnen roter Autos auf, die A 115 zwischen Dreieck Funkturm und Hüttenweg zu befahren, das Motelzimmer 501 machte Claudia Brieske zum Knotenpunkt und zur Hörstation akustischer Signale internationaler Metropolen, und Mikel Aristegui betanzte die Ebenen des autofreien ICC-Parkhauses. Im Oktober moderierte Marc Wellmann einen Diskurs im Georg-Kolbe-Museum mit Jochen Sandig, Knut Ebeling und den InitiatorInnen zum Thema Räume der Flüchtigkeit.

In der Publikation
sind die künstlerischen Prozesse der Jahre dokumentiert, die aus verschiedenen Ansätzen heraus von den AutorInnen Knut Ebeling, Margaret Ewing, Jaqueline Krickl, Jochen Sandig, Sabine Sanio und Marc Wellmann analysiert wurden. Offengelegte Fragen nach Auswirkungen von künstlerischen Transformationsprozessen im Stadtraum wurden untersucht, um neue Perspektiven auf die Themen Bewegung, Transformation und Flüchtigkeit von Kunst im öffentlichen Raum aufzuzeigen.

Teilnehmende KünstlerInnen:
Meira Ahmemulic, Mikel Aristegui, Kaaren Beckhof, Claudia Brieske, Paul Darius, Jana Debrodt, Dirk Herrmann, Volker Hormann, Kimberley Horton, Elvira Hufschmid, Fabian Knecht, Christin Lahr, Monika Lilleike, Peter Müller, Jennifer Oellerich, Michael Rauter, Thomas Rössler, Michael Rogge, Justin Time, Daniel Unsöld, York Wegerhoff, Bertram Weisshaar, Ommo Wille, Eva AM Winnersbach

Die Tanzimprovisationen von Mikel Aristegui erfolgten in Koproduktion mit der Sasha Waltz & Guests Tanzcompagnie, Berlin.

Das Projekt Kunstraum AVUS - Motel wurde gefördert von der SSP Deutschland GmbH Rasthof & Hotel AVUS.

Das Projekt Kunstraum AVUS - Dreieck Funkturm wurde gefördert durch die Schering Stiftung, Berlin.

Die Publikation Kunstraum AVUS wurde gefördert von:
Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf
Kulturamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin
ADAC Berlin-Brandenburg e.V.

Publikation erschienen im Verlag E. A. Seemann, Leipzig.
Hrsg.: Claudia Brieske, Elvira Hufschmid, Jaqueline Krickl, Peter Müller. AutorInnen: Knut Ebeling, Margaret Ewing, Jaqueline Krickl, Jochen Sandig, Sabine Sanio, Marc Wellmann



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