1889 auf 234 ha
Grunewaldgelände als Villenkolonie gegründet, 1899 selbständige Amtsgemeinde, 1920 als Bestandteil des Bezirks Wilmersdorf nach Berlin eingemeindet, mit dem natürlichen
Halensee und den vier künstlich angelegten Seen
Diana-,
Hertha-,
Koenigs- und
Hubertussee. Hauptdurchgangsstraße ist die Koenigsallee.
Mit dem Ausbau des
Kurfürstendammes zum Prachtboulevard des Berliner Westens entstand seit 1889 an seinem westlichen Ende ein neues nobles Wohnviertel, die Villenkolonie Grunewald. Fürst Bismarck persönlich hatte dafür gesorgt, dass der preußische Fiskus 234 Hektar Waldgebiet an ein Bankenkonsortium verkaufte, das im Gegenzug die Finanzierung zum Ausbau des Kurfürstendamms übernahm. 1886 - mit der Eröffnung der Dampfstraßenbahn von Bahnhof Zoo nach Halensee - wurde der neue Boulevard eingeweiht und entwickelte sich schnell zur City-Filiale des Neuen Berliner Westens mit zahlreichen Cafés, Ladengeschäften, Revuetheatern, Tanzlokalen und Kinos.
Das für die Villenkolonie vorgesehene sumpfige Waldgelände wurde zunächst trockengelegt, wodurch die künstlich angelegten Grunewaldseen Diana-, Koenigs-, Hertha- und Hubertussee entstanden.
In der Kolonie Grunewald siedelten sich vor allem Bankiers, Unternehmer, Professoren, erfolgreiche Künstler und Schriftsteller an und genossen bis zur Eingemeindung nach Berlin im Jahre 1920 die Steuervorteile der Landgemeinde Grunewald. Die damals weltbekannte Opernsängerin
Lilli Lehmann zählte zu den der ersten Bewohnerinnen, es folgten Persönlichkeiten wie der ehemalige deutsche Außenminister
Walther Rathenau, der Physiker
Max Planck, der Theaterkritiker
Alfred Kerr, die Schriftsteller
Gerhart Hauptmann,
Vicki Baum,
Lion Feuchtwanger, der Verleger
Samuel Fischer, die Bankiers
Franz und Robert von Mendelssohn, die Verlegerfamilie
Ullstein, und viele andere. Bis in die dreißiger Jahre hinein prägten diese Bewohner den Ruf der Villenkolonie als kulturelles Zentrum.
Seit 2009 wird auf dem 100.000 qm große Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Grunewald zwischen der
Trabener Straße und den Bahngleisen rund um die neu angelegte
Hilde-Ephraim-Straße eine neue Wohnsiedlung mit rund 100 Villen auf jeweils rund 1.000 qm großen Grundstücken errichtet.
vgl.
Geschichte der Villenkolonie Grunewald