Erinnern an den Bombenangriff vor 75 Jahren – Gedenkläuten, Friedensandachten und Konzert

Pressemitteilung vom 20.11.2018

Am Donnerstag, dem 22. November, ab 19 Uhr lädt die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche zu einer Friedensandacht in ihre Turmruine, die als Mahnmal gegen den Krieg erhalten blieb.
Es jährt sich zum 75. Mal der schwere Bombenangriff auf Berlin, bei welchem die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche und dreizehn weitere Kirchen, die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße, das Charlottenburger Schloss, der Zoologische Garten, das KaDeWe und zahllose Wohn- und Geschäftshäuser zwischen Charlottenburg, Schöneberg, Wedding und Alexanderplatz getroffen wurden und in Flammen aufgingen. Unter den jetzt über 80-Jährigen tragen viele noch intensive und schmerzliche Erinnerungen in sich an diese Nacht oder an andere Nächte, in denen ihr Zuhause getroffen wurde und in denen sie Angehörige verloren haben.

Um diesen Erinnerungen Raum zu geben und für den Frieden in der Welt zu beten, haben die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde und der Berliner Sprengel der evangelischen Landeskirche zu einem 15-minütigen Gedenkläuten um 19.30 Uhr aufgerufen, zu dem Zeitpunkt, an dem vor 75 Jahren die Alarmsirenen ertönten. Kirchen in ganz Berlin werden sich beteiligen.

Hierbei wird ausdrücklich auch an die Städte erinnert, die zuvor von deutschen Bomben zerstört wurden, in Polen, in den Niederlanden und in England. Und es wird der jüdischen Menschen und der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Berlin gedacht, die während der Bombenangriffe keine Schutzräume aufsuchen durften.

Einzelne evangelische und katholische Kirchen werden vor oder nach dem Gedenkläuten ebenfalls Friedensandachten abhalten, darunter die St. Sebastiankirche am Gartenplatz in Wedding, die Gedenkkirche der Katholiken, Maria Regina Martyrum am Heckerdamm und die St.- Johannis-Kirche Alt-Moabit.

In der Gedächtniskirche findet um 20 Uhr ein Friedenskonzert statt. Auf dem Programm stehen jüdische Lieder, gesungen von Avitall Gerstetter, Kantorin der Neuen Synagoge Oranienburger Straße, sowie Streicher-Sextette von Johannes Brahms und Erich Wolfgang Korngold, der wegen seiner jüdischen Herkunft 1934 in die USA emigrieren musste. Es musizieren Professorinnen und Professoren der Universität der Künste. Der Schauspieler Max Pufendorf liest aus Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie aus biblischen Texten.

Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden für Avitalls Projekt: „Ein Leuchter für den Ku’damm“ gebeten. Weitere Infos bei Pfarrer Martin Germer unter Tel.: 0170 434 43 86.

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