Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung

Pressemitteilung vom 05.09.2017

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann, nimmt am Donnerstag, dem 07.09.2017, um 16.00 Uhr teil an der Eröffnung des Denkmals für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung am Magnus-Hirschfeld-Ufer zwischen Lutherbrücke und Moltkebrücke (gegenüber dem Bundeskanzleramt).

Seit dem 02.09.2011 erinnern zwei Gedenktafeln an Magnus Hirschfeld und die Emanzipationsbewegung, die gleichzeitig die Entstehung des Denkmals ankündigen.
Bei der Realisierung des Vorhabens wurde der Lesben- und Schwulenverband von der Universität der Künste Berlin unterstützt.
Im November 2015 wählte eine neunköpfige Fachjury aus fünf vorliegenden Entwürfen einer internationalen Arbeitsgruppe aus Kunst, Architektur und Design den Siegerentwurf CALLA. Die Jury ist der Überzeugung, dass das Denkmal selbstbewusst und positiv wirkt und eine beeindruckende Fernwirkung entwickelt. Die CALLA-Lilie besitzt weibliche und männliche Blüten auf einer Pflanze. Somit ist sie ein Symbol für die Normalität der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt in der Natur.

Die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung beginnt 1897 mit der Gründung des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK). Der jüdische Arzt und Sexualwissenschaftler Dr. Magnus Hirschfeld (1868-1935) war Initiator und maßgeblicher Vertreter dieser Bewegung. 1897 – 30 Jahre nachdem Karl Heinrich Ulrichs auf dem deutschen Juristentag die Straflosigkeit homosexueller Handlungen gefordert hatte – gründete Hirschfeld in Berlin das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK). 1919 errichtete er auf dem Gelände zwischen dem heutigen Bundeskanzleramt und dem Haus der Kulturen der Welt das Institut für Sexualwissenschaft.
Magnus Hirschfeld wurde am 14.5.1868 in Kolberg geboren und starb am 14.5.1935 in Nizza im Exil.
Am 14.05.1995 wurde auf dem Gehweg an der Otto-Suhr-Allee 93 gegenüber dem Rathaus Charlottenburg vom damaligen Bezirksamt Charlottenburg gemeinsam mit der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, dem Schwulen Museum, den Schwusos und anderen Institutionen die von den Künstlern August Jäkel und Emanuel Scharfenberg gestaltete Gedenkstele für Dr. Magnus Hirschfeld mit Porträtrelief und Inschrift enthüllt.
Am 06.05.2008 wurde die Promenade an der Spree, schräg gegenüber dem Bundeskanzleramt zwischen Moltke-Brücke und Kanzlergarten als “Magnus-Hirschfeld-Ufer” benannt.

Um 19.00 Uhr besucht Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann den Vortrag „Magnus Hirschfeld und 120 Jahre homosexuelle Emanzipationsbewegung“ in der Neuen Synagoge der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Oranienburger Straße 29, 10117 Berlin, Großer Saal, im Rahmen des Festaktes zum 25jährigen Bestehen des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg. Es reden u.a. Senator Dr. Klaus Lederer und Sara Nachama, Kulturdezernentin der Jüdischen Gemeinde.

Im Auftrag
Gottschalk