3000. Stolperstein-Verlegung

Pressemitteilung vom 09.05.2017

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann nimmt am morgigen Mittwoch, dem 10.05.2017, um 11.50 Uhr, teil an Verlegung des 3.000. Stolpersteins in Charlottenburg-Wilmersdorf in der Mommsenstraße 47 für Elfriede Alexander, die einst in diesem Haus lebte.

Sie wurde 1875 geboren und 1942 in Treblinka ermordet. Nachkommen von Elfriede Alexander aus Hawaii und Großbritannien werden anwesend sein.
Der Ablauf wurde von den Familien zusammen mit der Bewohnerschaft des Hauses und der bezirklichen Stolpersteine-Initiative geplant, ein Kantor wird ebenfalls anwesend sein. Die Familien werden über die Opfer sprechen und aus Briefen lesen, die sie sich gegenseitig geschrieben haben.

Die Stein-Inschrift lautet:
ELFRIEDE ALEXANDER
GEB. PINNER
JG. 1875
DEPORTIERT 4.8.1942
THERESIENSTADT
1942 TREBLINKA
ERMORDET.

Auch dieser Stolperstein wird wieder von Auszubildenden des Lehrbauhofs Berlin-Brandenburg verlegt.

Reinhard Naumann:

Mit dem Gedenken an Elfriede Alexander ehren wir einen weiteren Menschen aus unserem Bezirk, der von Nationalsozialisten aus rassischen oder politischen Gründen verfolgt worden ist. Gerade in einer Zeit, in der Flüchtlinge bei uns Schutz vor Verfolgung suchen, erinnern wir daran, dass in unserer Stadt verfolgte Menschen lebten, die nicht flüchten konnten.
In Berlin sind bisher mehr als 7.000 Stolpersteine verlegt worden, im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf nun 3.000. Allein aus diesen beiden ehemals selbständigen Bezirken wurden zwischen Oktober 1941 und Februar 1945 etwa 13.200 jüdische Menschen deportiert und umgebracht– nicht eingerechnet die anderen Opfer des Nationalsozialismus, deren Gesamtzahl nur schätzbar ist.
Insgesamt wurden mehr als 50.000 Juden Berlins, vorwiegend vom Güterbahnhof Grunewald aus durch den nationalsozialistischen Staat in seine Vernichtungslager deportiert und dort ermordet.
Zum Gedenken an 3 000 von ihnen liegen jetzt Stolpersteine. Das Bezirksamt fördert das Stolpersteine-Projekt des in Berlin geborenen Künstlers Gunter Demnig. Dies ist uns ein Anliegen und eine Verpflichtung. Wir setzen damit ein Zeichen, dass wir in unserem Bezirk und in ganz Berlin den Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus ernst nehmen und unterstützen.
Mit der Verlegung der Stolpersteine werden Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum gesetzt, die auch Zeichen für die Verantwortung sind, die wir und unsere Kinder als Nachgeborene für diesen Teil der deutschen Geschichte tragen.
Das zeigt sich auch in der Anzahl der bereits verlegten und noch zu verlegenden Stolpersteine im Bezirk. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen, Vereine und Organisationen engagieren sich aktiv in der bezirklichen Stolpersteinbewegung. Die Stolpersteine werden gepflegt und mit Blumen und Kerzen geschmückt, um die Erinnerung an Menschen mitten unter uns, die in der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt und ermordet wurden, aufrecht zu erhalten.

Im Anschluss um 12.45 Uhr nimmt Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann an der Verlegung von zwei Stolpersteinen für die Familie Milchiker vor dem Haus Prinzregentenstraße 84, teil.

Nachkommen der Familie und der französische Botschafter Philippe Etienne werden bei der Verlegung anwesend sein. Einer der zu verlegenden Stolpersteine ist für ein Familienmitglied, das in der Fremdenlegion war und trotzdem aus Frankreich deportiert wurde.

Weitere Informationen bei Helmut Lölhöffel, Stolpersteine-Initiative Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf, E-Mail:stolpersteine.chwi@gmail.com, www.stolpersteine.charlottenburg-wilmersdorf.de.

Im Auftrag

Gottschalk