05. Mai - Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Pressemitteilung vom 04.05.2009

Am 05. Mai findet alljährlich der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen, Demonstrationen und Podiumsdiskussionen steht in diesem Jahr die schnelle Umsetzung der kürzlich ratifizierten UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Unter dem Motto “Teilhabe jetzt – Eine Gesellschaft für alle!” fordern Menschen mit Behinderung gleiche Chancen auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens.

Dazu gehört die barrierefreie Gestaltung in Bereichen wie Bauen, Verkehr, Bildung sowie Kommunikation ebenso wie der gleichberechtigte Zugang zu Waren und Dienstleistungen, aber auch die Herstellung gleicher Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Und dies muss gleichermaßen für Menschen mit körperlicher, geistiger und seelischer Behinderung gelten. Denn nur so kann eine umfassende Inklusion in allen Lebensabschnitten – sowohl in der Kindheit, während der Ausbildung, im Berufsleben wie auch im Alter – umgesetzt werden.

In Charlottenburg-Wilmersdorf werden – wie in allen Berliner Bezirken – die Belange von behinderten Bürgerinnen und Bürgern unter anderem durch den bezirklichen Beauftragten für Menschen mit Behinderung und den Beirat von und für Menschen mit Behinderung vertreten. So wird derzeit beispielsweise ein Wegweiser für Menschen mit Behinderung erarbeitet, in dem Informationen zur Barrierefreiheit von Einrichtungen der Verwaltung, Gastronomie und Kultur verzeichnet sind. Das Signet “Berlin Barrierefrei”, eine Auszeichnung für Barrierefreie Einrichtungen, wurde vom bezirklichen Behindertenbeirat bislang an 78 Betriebe und öffentliche Einrichtungen in Charlottenburg-Wilmersdorf verliehen. Nähere Informationen zu den Signetinhabern und zur Aktion sind unter www.berlin-barrierefrei.de einsehbar.

Jürgen Friedrich, Beauftragter für Menschen mit Behinderung:

„Ein ganz besonderes Projekt soll in den kommenden Jahren auf dem Betty-Hirsch-Platz, gelegen zwischen Hundekehlestraße und Rheinbabenallee, entstehen. Hier wird ein Sinnesgarten zum Thema “Blindheit und Sehbehinderung” angelegt, wie er in dieser Form in Berlin noch nicht vorzufinden ist. Geplant ist dort unter anderem ein Duft- und Tastgarten, ein Ruhebereich mit Wind- und Klangspielen, ein Erlebnispfad sowie ein Senioren- und ein Spielbereich. Durch die Verwendung unterschiedlicher Bodenbeläge, Informationen in Punktschrift und akustische Signale werden auch sehende Parkbesucher ihr Bewusstsein für taktile und auditive Sinneserfahrungen schärfen können.

Dass im Zuge der Neugestaltung der Tauentzienstraße auch über die Einrichtung eines so genannten “shared space” diskutiert werden muss, sollte lediglich dazu führen, dass die verschiedensten Gestaltungsmöglichkeiten bei der Planung Berücksichtigung finden. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf befürwortet selbstverständlich keine Verkehrskonzepte, die Menschen mit Behinderung benachteiligen oder gar gefährden. Das Konzept des “shared space” basiert auf der Philosophie, dass sich alle Verkehrsteilnehmer im öffentlichen Straßenland gleichberechtigt begegnen und der Verkehrsfluss durch Blickkontakt geregelt wird. Verbände der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe sowie der Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderung haben sich bereits klar gegen die Realisierung dieses Konzepts in seiner Reinkultur ausgesprochen.“

Informationen rund ums Thema Behinderung unter www.charlottenburg-wilmersdorf.de beim Beauftragten für Menschen mit Behinderung, Tel 9029-12408, und bei der Beratungsstelle für behinderte, pflegebedürftige, krebskranke und aidskranke Menschen, Tel 9029-14081.
Informationen über zahlreiche Aktionen zum 5. Mai unter http://diegesellschafter.de/ .

Im Auftrag

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