Gedenkstele für die Opfer des "Generalplan Ost"

Pressemitteilung vom 06.05.2008

Bezirksverordnetenvorsteherin Dr. Marianne Suhr und der Stellvertretende Bezirksbürgermeister und Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler enthüllen a m Freitag, dem 9.5.2008, um 11.00 Uhr auf dem Gehweg am Kurfürstendamm 140-143, 10709 Berlin eine Gedenkstele für die Opfer des ‘Generalplan Ost’ . Zur Enthüllung sprechen S.E. Dr. Marek Prawda, Botschafter der Republik Polen, Prof. Dr. Andreas Nachama, Stiftung Topographie des Terrors, und Hans Wall, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wall AG und Stifter der Gedenkstele.
Die Stele wurde nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf von der Gedenktafelkommission der BVV gemeinsam mit dem Kulturamt und der Wall AG realisiert.
Am Kurfürstendamm 140-143 befand sich ab 1939 das “Reichskommissariat für die Festigung des deutschen Volkstums”, eines von zwölf SS-Hauptämtern. Hier wurde 1941-1942 der “Generalplan Ost” entwickelt.
Der Plan sah vor, fünf Millionen Deutsche im annektierten Polen und im Westen der Sowjetunion anzusiedeln. Die slawische und jüdische Bevölkerung dieser Gebiete sollte unterworfen, vertrieben oder ermordet werden. Damit waren bis zu 50 Millionen Menschen von Vernichtung durch unmenschlich harte Arbeitsbedingungen, Verhungern sowie Deportationen und Mord bedroht.
Der “Generalplan Ost” wurde im Distrikt Lublin in Polen am weitesten realisiert. Bei der angeordneten “Eindeutschung” der Kreise Zamosc und Lublin wurden ab November 1942 über 100.000 Menschen, darunter 10.000 Kinder, von SS-, Polizei- und Wehrmachtseinheiten aus 300 polnischen Dörfern vertrieben und viele von ihnen in Konzentrationslagern ermordet.
Der “Generalplan Ost” steht für den verbrecherischen Charakter der nationalsozialistischen Politik und die Skrupellosigkeit der Täter. Allein der Verlauf des Krieges hat dem Plan ein Ende gesetzt.

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Metzger