Sport in Berlin:Daten, Fakten, Schlaglichter

von Angela Baufeld, Landessportbund Berlin

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Bild: LSB Berlin/Jürgen Engler

Jugendliche auf dem Sportplatz

Fast 600.000 Berliner treiben Sport in über 2.200 Sportvereinen. Für sie ist der Verein attraktives Freizeitangebot, Fitness-Offerte und Möglichkeit zu bürgerschaftlichem Engagement, Gesundheitsangebot und Schutz vor sozialer Vereinsamung. Über 160.000 Kinder und Jugendliche werden in ihrer Freizeit von den Berliner Sportvereinen betreut. Insbesondere Bewegungs- und Gesundheitsförderung für Kinder im Vorschulalter ist eine wichtige Schwerpunktaufgabe des Landessportbundes Berlin (LSB).

Der LSB betreibt seit dem Jahr 2005 in einer eigenen gemeinnützigen Gesellschaft – Kinder in Bewegung GmbH – 21 Kindertagesstätten mit 2.600 Plätzen. Dabei wird besonderes Gewicht auf ausreichende Spiel- und Bewegungsangebote sowie auf eine ganzheitliche Förderung ihrer psychosozialen Entwicklung gelegt. Förderung von Motorik und Sprachentwicklung stehen im Vordergrund. Gesunde Ernährung und eine entsprechende Ernährungsberatung sind selbstverständlicher Bestandteil des Kindertagesstättenprogramms. Seit August 2012 bildet der Landessportbund auch staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher mit einem sportpädagogischen Profil aus.

Etwa 15.000 Beschäftigte sind in Berlins Sportwirtschaft, in den Sportvereinen und Sportorganisationen tätig. Berlins Sportwirtschaft setzt jährlich rund eine Milliarde Euro um. Die Sport treibende Bevölkerung bildet also eine bedeutende Nachfragegruppe.

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Bild: Camera4/ISTA

100-Meter-Lauf der Frauen beim Internationalen Stadionfest im Berliner Olympiastadion

Sportgroßveranstaltungen sind ein wichtiges Instrument des externen Stadtmarketings, die wichtige Impulse für Hotel- und Gaststättengewerbe auslösen. Großveranstaltungen, wie z. B. der Berlin- Marathon und das Leichtathletikfest ISTAF im Olympiastadion erbringen für Berlin zusätzliche Kaufkraft und Einnahmen.

Berlin liegt nach jüngsten Erhebungen des Londoner Beratungsunternehmens Sportbusiness Group im internationalen Ranking der Weltsportmetropolen auf Platz 7. Auf Platz 1 kommt die Olympiastadt 2012 London, dann folgen Melbourne, Sydney, New York, Manchester und Singapore. Betrachtet wurden bei der Bewertung neben der Ausrichtung von Großereignissen auch das Angebot an Sportstätten, die Lebensbedingungen in der Stadt und der Breitensport.

In Deutschland ist Berlin die Sportmetropole Nr. 1: 47 Teilnehmer an den Olympischen Spielen 2012 in London und 21 Teilnehmer an den Paralympics sowie 14 Teilnehmer bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver sind Botschafter einer leistungsorientierten Bundeshauptstadt. Von den Olympischen Spielen in London kehrten sechs Berliner mit Gold nach Hause: Diskuswerfer Robert Harting, die Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann, Andreas Kuffner und Martin Sauer aus dem Deutschland-Ruderachter und Martin Häner mit dem Hockeyteam. Außerdem vertraten acht Vereine den Berliner Sport im Vorjahr in den jeweiligen Europapokal-Wettbewerben.

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Bild: LSB Berlin/Jürgen Engler

In Einrichtungen und Projekten der sportorientierten Jugendarbeit kümmert sich die Sportjugend, die Jugendorganisation des Landessportbundes Berlin, um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten. Sport trägt auf diese Weise zur Integration, zur Gewaltprävention und zur Förderung des Sozialverhaltens bei.

Die Berliner Sportvereine sind Partner für Gesundheit: In 150 Herzsportgruppen werden 3.000 Herzinfarktpatienten im Rahmen ihrer Rehabilitation betreut. Es muss aber nicht zum Herzinfarkt kommen: Es gibt in Berlin 1.400 Gesundheitssportangebote, zertifiziert durch Ärztekammer und Landessportbund Berlin.

Berliner Sportvereine sind außerdem die wichtigsten Kooperationspartner von Schulen in der Ganztagsbetreuung von Schülern.

Die demografische Entwicklung führt zu einem Anstieg von Zuwanderern in der Bevölkerung. Der Sport ist „Integrationsmotor“ für Menschen mit Migrationshintergrund. Er stiftet Gemeinschaft und sozialen Zusammenhalt über ethnische und kulturelle Grenzen hinweg und bindet in dieser Hinsicht mehr Menschen als jede andere vergleichbare Organisation in Deutschland.

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Bild: LSB Berlin/Jürgen Engler

Sport macht in jedem Alter Spaß

Im Haus des Sports in der Jesse-Owens-Allee, wo der Landessportbund Berlin seinen Sitz hat, werden regelmäßig Ausstellungen zu historischen und zeitgenössischen Themen präsentiert. So war hier jüngst die Ausstellung „Vergessene Rekorde – Jüdische Leichtathletinnen vor und nach 1933“ zu Gast, die von der Universität Potsdam erstellt und von der Bundeszentrale für politische Bildung und der DFB-Kulturstiftung gefördert wurde. „Die Schicksale von Lilli Henoch, Maria Jacob und Gretel Bergmann sind ein Teil deutscher Sportgeschichte, der nie in Vergessenheit geraten darf“, sagte LSB-Präsident Klaus Böger bei der Eröffnung der Ausstellung in Anwesenheit von Abgeordnetenhaus-Präsident Ralf Wieland. Heute fördert der rund 500 Mitglieder zählende Turn- und Sportverein Makkabi Berlin e.V. im Rahmen von vielen sportlichen Aktivitäten den Dialog zwischen Juden und Nichtjuden und das friedliche Miteinander in Berlin.


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