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Berlin Aktuell
Juni 2004 | Nr. 73
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Liebe Leserinnen und Leser

Klaus Wowereit In den zwanziger Jahren galt Berlin als magische Stadt mit einem gewissen elektrisierenden Etwas, als Stadt voller Energie und strotzender urbaner Kraft. Diesem Image ist Berlin bis heute treu geblieben. Menschen aus aller Welt sind fasziniert von unserer Stadt, ihrer Lebendigkeit und ihren vielen unterschiedlichen Facetten. "Es ist eine Stadt, die die Phantasie beflügelt" - sagte vor kurzem ein junger Modedesigner zu mir, der sich für einen Umzug nach Berlin entschieden hatte.

Und wann lässt sich die Faszination des quirligen Berlins besser erspüren als in der warmen Jahreszeit, wenn das bunte Leben vor allem im Freien tobt, wenn Festivals und Konzerte vor die Tür locken und Cafés ihre Tische nach draußen stellen. Im Frühjahr und Sommer zeigt sich unsere Stadt stets von ihrer allerbesten Seite. Ich lade Sie herzlich ein, mit diesem Heft einen kleinen Streifzug durch das sommerliche Berlin und seine Umgebung zu unternehmen - zum Beispiel in den Zoologischen Garten mit seinen vielen kleinen und großen Tieren aus heimischen und fernen Gefilden, zum Belvedere auf dem Potsdamer Pfingstberg - einer beliebten Schlossanlage mit grandioser Aussicht - oder in den Botanischen Garten, wo exotische Pflanzen in einer großen Farbenpracht erstrahlen.

Ans Herz legen möchte ich Ihnen außerdem den Beitrag des chilenischen Botschafters über seine Arbeit in der deutschen Hauptstadt. Denn auch das ist Berlin: Eine internationale Metropole, in der sich die Welt zu Hause fühlt. Sehr zu Hause sogar: Eine Umfrage unter Diplomaten hat vor kurzem ergeben, dass Berlin für sie mittlerweile als Dienstsitz - neben Washington und London - zur ersten Wahl gehört. Sie mögen das Grün unserer Stadt, ihre Weltoffenheit und ihren lebendigen Charme. Und sie schätzen es, dass Sie in einer Hauptstadt mitten in Europa arbeiten, die Kristallisationspunkt deutscher und europäischer Geschichte zugleich ist.

An Internationalität wird Berlin in den kommenden Wochen und Monaten noch hinzugewinnen. Denn mit der EU-Erweiterung ist Berlin nun von seiner Randlage in der Europäischen Union in die Mitte des neuen Europas gerückt. Hier treffen sich die Wege zwischen Skandinavien und Südeuropa, zwischen Moskau und Paris. Spürbar ist das bereits heute. Menschen aus aller Welt sind hier heimisch geworden, auf unseren Straßen hören wir eine Vielfalt von Sprachen und viele Berlinerinnen und Berliner fühlen sich aufgrund unserer Geschichte und Lage dem östlichen und dem westlichen Europa gleichermaßen verbunden. Für unsere Nachbarn aus Polen oder der Tschechischen Republik liegt Berlin mit dieser Erweiterungsrunde der Europäischen Union jetzt noch ein wenig näher. Die Entfernung zwischen Berlin und Stettin zum Beispiel - es sind nur 140 Kilometer - wird durch die Erleichterungen im Grenzverkehr noch schneller überwindbar.

Es sind jedoch nicht allein Menschen aus Mittel- und Osteuropa, es sind Menschen aus der ganzen Welt, die als Touristen in unsere Stadt reisen. Sie kommen, um in einem unserer renommierten Opernhäuser einen wunderbaren musikalischen Abend zu genießen, um die grandiose Ausstellung des New Yorker Museums of Modern Art in der Neuen Nationalgalerie (bis September 2004) zu sehen oder um einfach durch unsere Straßen zu flanieren und zwischen moderner Architektur und historischen Gebäuden die vielen verschiedenen Gesichter Berlins zu erleben.

Andere kommen vor allem zum Einkaufen - in die Shoppingmetropole Berlin. Neben dem Potsdamer Platz, der Friedrichstraße und dem Kurfürstendamm gehört dabei das berühmte Kaufhaus des Westens oft zu den ersten Anlaufpunkten. In diesen Wochen wird das KaDeWe umgebaut, immerhin ist dieses traditionsreiche Haus fast 100 Jahre alt. Seinen Kunden wird es in Zukunft noch mehr Exklusivität, Übersichtlichkeit und Service bieten. Vom Umbau eines Kaufhauses - auch davon erzählt dieses Heft. Und es berichtet vom Sealife Berlin - dem riesigen Aquarium mitten in unserer Stadt, von der neuen Dauerausstellung rund um die Schifffahrt im Technikmuseum oder vom Wirken jüdischer Filmemacher in Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Unser Heft soll Sie auf den Geschmack bringen - einen Spaziergang durch Berlin kann es nicht ersetzen. Dazu lade ich Sie alle herzlich ein. Berlin freut sich auf Sie.

Ihr
Klaus Wowereit
Regierender Bürgermeister von Berlin

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