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Marie Winter (1879–1942)

Marie Winter, 1941© Jüdisches Museum Berlin

Marie Winter wurde 1879 als Tochter von Chaskel Eisenberg und Rifka Scheingold in Warschau geboren. Die Eltern zogen mit ihren fünf Kindern nach Berlin. Dort brachte es der Vater mit einem eigenen Schuhgeschäft zu Wohlstand; er nannte sich nun Christian.

Marie Eisenberg heiratete 1902 den jüdischen Kaufmann Felix Winter, Teilhaber einer Möbelfabrik. Ihr einziges Kind, die Tochter Ilse Victoria, kam 1912 zur Welt. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes 1925 erzog Marie Winter ihre Tochter allein. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, ließ sie ihre Villa in der Landhausstraße 8 in Wilmersdorf umbauen und vermietete die Wohnungen.

Nach 1933 vereinsamte Marie Winter in Berlin zunehmend. Die Tochter verließ die Stadt bereits 1933. 1936 emigrierte ihr Bruder Willi Eisenberg, später flüchteten auch ihre beiden Schwestern mit ihren Familien aus Deutschland. Ihr Vater starb 1940.

Seit Oktober 1938 schrieb Marie Winter verzweifelte Briefe an ihre Tochter in Basel. Ihr Leben wurde immer unerträglicher, ihr Haus allmählich zum „Judenhaus“. Alle Emigrationspläne scheiterten. Durch die Vermittlung ihrer Tochter flüchtete Marie im Frühjahr 1942 zusammen mit vier weiteren betagten Jüdinnen an die Grenze zur Schweiz.

Der Fluchtversuch scheiterte. Marie Winter wurde am 26. Juni 1942 von Berlin aus nach Minsk deportiert und ermordet.

Diese Biografie wurde freundlicherweise bereit gestellt von Gabriel Heim

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