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Martin Punitzer (1889–1949)

Martin Punitzer © Gesellschaft zur Erforschung des Lebens und Wirkens deutschsprachiger jüdischer Architekten (GjA)

Der Roxy-Palast, eines der innovativen Großkinos Berlins, wurde 1929 für 1.100 Besucher erbaut und diente zugleich als Geschäftshaus. Entworfen wurde es von dem Architekten Martin Punitzer. 1889 in Berlin geboren, absolvierte Punitzer zunächst eine Maurerlehre und studierte dann in Stettin und Berlin. Bald gründete er sein eigenes Architekturbüro, mit dem er Ende der 1920er-Jahre sehr erfolgreich wurde. Neben dem Roxy-Palast gehörten der Umbau der alten Komischen Oper in der Friedrichstraße, das Wohnhaus und die Elektro-Spezialfabrik Abrahamsohn – beide in Lankwitz – sowie die Maschinenfabrik Lindner in Wittenau zu seinen herausragenden Projekten. 1935 erhielt Punitzer wegen seiner jüdischen Herkunft Berufsverbot, obwohl er 1933 zum Katholizismus konvertiert war. Erst Mitte des Jahres 1938 fasste die Familie Punitzer den Entschluss, Deutschland zu verlassen. Sie emigrierte nach Chile, wo Punitzer als Architekt nur schwer Fuß fassen konnte. Er starb 1949 in Santiago an den Folgen eines Herzinfarkts.

Im Roxy-Palast befand sich einige Jahre die Disco „La Belle“, auf die im April 1986 ein Bombenanschlag verübt wurde, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. 1987 wurde die ursprüngliche Fassade des denkmalgeschützten Baus wiederhergestellt.

Diese Biografie wurde freundlicherweise bereit gestellt von Claudia Marey

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