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Isot Kilian (1924–1986)

Isot Kilian war neun Jahre alt, als sie zusehen musste, wie ihr Vater Götz Kilian, ein bekannter Köpenicker Kommunist, im Juni 1933 durch die Straßen Köpenicks geprügelt wurde. In den vorangegangenen Wochen war die Wohnung der Familie mehrfach durchsucht und Götz Kilian von SA-Männern verschleppt worden.

Seinen Höhepunkt erreichte der SA-Terror nach dem 21. Juni 1933: „Ich sah meinen Vater, als ich aus der Schule kam, auf einem vollbesetzten Lastwagen klemmen zwischen lauter SA-Leuten. […] Ich heulte ununterbrochen, bis wir zuhause ankamen und noch weiter. Wie eine Sirene. Keiner konnte mich beruhigen. […] Nur, als meine Mutter sagte, sie wolle mit mir zum Lokal Seidler gehen, wo vermutlich auch mein Vater hingebracht wurde, beruhigte ich mich. […] Wir sahen, wie ein Genosse oder Freund nach dem anderen abgeliefert und von den SA-Leuten hereingeschleppt wurde. Vor dem Lokal standen einige SA Leute. Einer rief meiner Mutter zu: ,Ach, Frau Kilian, gut, dass Sie von selber kommen, dann brauchen wir Sie ja nicht zu holen!‘ Ich brüllte wieder los. Und dieses Gebrüll war wohl der einzige Grund, dass sie nicht auch meine Mutter in das Lokal schleppten.“

1934 musste Isot Kilian Berlin verlassen. Nach 1945 wurde sie eine bekannte Schauspielerin am Berliner Ensemble, wo sie Bertolt Brecht und Helene Weigel kennenlernte. Sie starb 1986 in Berlin. Götz Kilian verstarb 1940 an den Folgen der Misshandlungen, die er während der „Köpenicker Blutwoche“ erlitten hatte.

Diese Biografie wurde freundlicherweise bereit gestellt von Stefan Hördler, Yves Müller und Amelie Artmann

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Berlinbezug

  • Grab
    Dorotheenstädtischer Friedhof
    Chausseestraße 126
    10115 Berlin



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